Nächtliches Pieseln

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meol

Nächtliches Pieseln

Beitrag von meol » 15.01.2007, 21:58

Hallo zusammen!

Mein Sohnemann (6) pieselt noch jede Nacht in die Buchse. Tagsüber war er mit 2,5 Jahren trocken. Ich dachte noch ein halbes Jahr, dann ist's geschafft. Von wegen. Leider will es nicht klappen.

Morgen haben wir einen Termin zum Ultraschall um abzuklären, ob organisch alles in Ordnung ist.

Falls alles in Ordnung ist, hat uns der Kinderarzt geraten, noch etwas mit weiterer Therapien zu warten, da es sich lediglich um eine Reifestörung handeln wird. In den meisten Fällen gibt es sich mit der Zeit von alleine.

Ich mag auch nicht (wie Bekannte) nachts mein müdes, jammerndes Kind, halb schlafend auf die Toilette zerren, damit es trocken ist. Das ist mir zu gemein.

Eine Zeit lang hatte er selbst arge Probleme mit dem nächtlichen Pieseln, da es ihm unangenehm war, da alle anderen scheinbar schon komplett trocken waren. Momentan geht es. Er trägt nachts wieder seine Spielhöschen und ich muss nicht mehr jede Nacht das Bett beziehen.

Trotzdem ist es natürlich schon seltsam, dass es nicht funtionieren mag.
Wie sah es denn bei Euren Kindern aus? Falls es bei noch jemandem Schwierigkeiten gab, wie habt ihr sie gemeistert oderhat es sich von selbst erledigt?

Gruß, meol

petry

Beitrag von petry » 15.01.2007, 22:24

Meine Tochter hatte auch einige Zeit Probleme damit,da hat sich dann rausgestellt,das es der Schließmuskel war,der nicht zu 100% gearbeitet hat.
Der Sohn einer Bekannten näßt nachts auch noch ein,der ist 9,aber das hat seelische Ursachen(Trennung der Eltern,der Vater will nichts mehr mit seinen Kindern zu tun haben)

meol

Beitrag von meol » 15.01.2007, 22:43

Hallo Petry!

Die Neunjährigen sind die, die meinem Sohn geholfen haben. Unser Kinderarzt hat meinem Kleinen erklärt, dass es sogar Kinder in dem Alter gibt, denen das noch passiert. Seitdem haben wir nachts zumindest keine nassen Betten mehr, da er wieder Spielhöschen trägt. Das hat ihn sehr beruhigt. Mich als Mutter verständlicherweise nur bedingt. Mit neun ist es natürlich nicht schön. Die Kinder sind ja dadurch total eingeschränkt, z.B. auf Klassenfahrten, etc.

Das es seelische Ursachen haben könnte, glaube ich nicht. Er war nachts noch nie trocken. Seelische Ursachen sind es ja häufig bei Kindern, die wieder einnässen. Es gibt immer mal wieder etwas Stress, aber nie so, dass ich sagen würde, dass könnte die Ursache sein.

Gruß, meol

Wiggle

Beitrag von Wiggle » 15.01.2007, 22:44

Ich weiß noch das meine Schwester sehr lange ins Bett gepieselt hat,
sie war auf jedenfall schon älter als neun(ich glaube sie war schon 14/15).
Es wurde körperlich nichts festgestellt -also war es seelisch?
Meine Mutter war allerdings nicht so nachsichtig,sie verteilte dann Backpfeifen.
Meine Schwester hat dann ihre "Schweinerei"heimlich selber beseitigt.
Irgendwann hörte es von alleine auf.

bibi

Beitrag von bibi » 16.01.2007, 10:46

Meine Tochter ist jetzt 6 und auch erst seit 2-3 Monaten 2 "trocken".
Bei ihr wurde nichts festgestellt. Tagsüber war sie auch mit knapp 3 trocken. Die Kinderärtzin sagte, das sei zwar ein kleiner %-Satz der in diesem Alter nicht trocken ist, aber es ist auch nicht so schlimm. Manche brauchen da halt ein wenig länger. Aus psychologischer Sicht sollte aber die Pampers oder jegliche andere Hosen die troclen halten weggelassen werden. Bei meiner Tochter ist es so das sie ziemlich fest schläft und ich habe rausgefunden, das ihr manchmal nächtliches Jammern im Schlaf nichts mit schlechten Träumen zu tun hat, sondern das sie auf Toilette mußte. Denn jedesmal nach so einem gejammer war das Bett dann morgens nass. Also hab ich ne zeitlang nachts wenn sie gejammert hat, sie geschnappt und auf Toilette gebracht. Sie hat es gar nicht mitbekommen und war morgens dann ganz stolz das das Bett trocken war. Sie konnte also den Druck im Bauch so im Schlaf gar nicht zuordnen.
Mittlerweile schafft sie es, seit ca. 1 Woche, das sie alleine wach wird und dann zur Toilette geht. Ein paar Tropfen gehen zwar immer noch in die Hose, aber das beschränkt sich dann auch wirklich auf die Unterhose.
Ich denke man sollte einfach den Kindern auch eine gewisse Zeit zugestehen. Es ist halt nicht einfach "groß" zu werden.
Ach ja, was das nächtliche Bettbeziehen angeht, habe ich die Matraze immer dreifach bezogen das heißt Wasserdichte Unterlage-Bettlaken-wasserdichte Unterlage-Bettlaken-wasserdichte Unterlage-Bettlaken und eine Ersatzdecke lag dann auch schon bereit. So ging es nachts alles schneller, weil man nur die nassen Laken abziehen mußte und die trockenen waren ja schon drauf. Meine Tochter konnte ich im Schlaf umziehen (die hat davon gar nicht mitbekommen) geduscht wurde dann morgens. Es ist zwar schlafraubend, aber die Mühe hat sich bei uns gelohnt.

Gruß Bibi

Babsel

Re: Nächtliches Pieseln

Beitrag von Babsel » 16.01.2007, 10:58

meol hat geschrieben: Falls alles in Ordnung ist, hat uns der Kinderarzt geraten, noch etwas mit weiterer Therapien zu warten, da es sich lediglich um eine Reifestörung handeln wird. In den meisten Fällen gibt es sich mit der Zeit von alleine.
meol, ich kann Dich sehr gut verstehen, aber mach Dir mal keine Sorgen. Bei uns kam mit 8 Jahren und 2 Monaten der Satz "ich mag jetzt keine Höschen mehr anziehen, ich gehe jetzt nachts auf die Toilette" - gesagt - getan! Lass ihm Zeit. Unser Neffe ist fast 10 und es klappt immer noch nicht ... Manche Jungens sind eben "langsam". Vielleicht entwickelt Dein Sohnemann momentan ganz andere, wichtigere Dinge - da bleiben keine Reserven mehr für's "Trocken werden".

matou

Beitrag von matou » 16.01.2007, 14:14

Babsel,

nicht nur die Jungs sind manchmal langsam...

Meine Tochter hat auch bis jenseits der 6 Jahre gebraucht, um nachts "trocken" zu werden. Wir waren mehrmals beim Kinderarzt, der uns auch gesagt hat, dass diese seelische Komponente vor allem eine Rolle spielt beim Wiedereinnässen, d.h. wenn das Kind schon über eine gewisse Zeit nachts "trocken" war. War dies aber noch gar nicht der Fall (so auch bei meiner Tochter), handelt es sich um eine Reifeverzögerung, wie hier auch schon gesagt wurde. Und darunter leiden mehr Kinder (und Eltern...) als man gemeinhin annimmt. Nur mögen die Eltern nicht mehr so gerne darüber reden, weil es mit einem solchen Makel behaftet ist: "Waaaaas?!? Dein Kind macht nachts immer noch ins Bett?!?"

Alles nächtliche Aus-dem-Bett-zerren und Kind auf die Toilette tragen, kann man sich komplett sparen, denn es ist wirkungslos: Diese Kinder werden vom Harndrang nicht wach, und das ist der Punkt, an dem man ansetzen sollte. Viele von ihnen haben einen extrem tiefen Schlaf.

So lange das Kind nicht allzu sehr unter der Situation leidet, kann man einfach abwarten, ob der Reifeprozess irgendwann einfach abgeschlossen ist, aber wenn es dann mal darum geht, bei einem Freund zu übernachten, auf Klassenfahrt zu gehen u.a., dann kann es doch unangenehm sein. Meine Tochter hat irgendwann einfach gesagt, sie wollte das endlich schaffen, wach zu werden, wenn Druck auf der Blase ist, und so sind wir wieder zu unserem sehr einfühlsamen Kinderarzt marschiert, der uns einen sogenannten Klingelapparat empfahl.

In einem Set sind i.d.R. drei Unterhöschen, die mit einer feuchtigkeitsempfindlichen Folie gearbeitet sind. An das Höschen wird dann eine batteriebetriebene Klingel angeclippt, die auf Schulterhöhe (wegen der Nähe zum Ohr) am Schlafanzug befestigt wird. Kommen nun ein paar Tröpfchen in die Hose, legt der Apparat los und weckt mit unüberhörbarem Klingeln das Kind: "Alarm, du machst gerade Pipi und bist nicht auf der Toilette!" Das Kind muss aufstehen, zur Toilette gehen und dort einen Magneten, der mitgeliefert wurde, über den Klingelapparat ziehen, damit das Klingeln aufhört. Dann kann es die Blase entleeren, ein frisches Höschen anziehen und wieder ins Bett.

Anfangs wird neben dem Kind wohl jeder in der Familie wach und muss vielleicht ein bisschen nachhelfen, wenn das Tiefschlafmonster etwas verwirrt ist und ein bisschen unschlüssig ist, ob es nun wirklich wach werden soll. Am besten ist es, das Kind anzusprechen und zu sagen, dass es aufstehen und zur Toilette gehen soll, damit es das Klingeln ausmacht (den Magneten bloß nie woanders hintum als auf die Toilette, das ist kontraproduktiv). Nach ein paar Tagen funktioniert das schon viel schneller. Wir haben dann festgestellt, dass erst noch ein paar Tropfen ins Höschen gingen, aber als die Klingel lostönte und unsere Tochter wach wurde, hat sie ganz schnell den Harndrang zurückgehalten, ist aufgestanden und auf die Toilette.

Im Prinzip ist es eine klassische Konditionierungsmethode der Psychologie: Kind verspürt Harndrang, lässt Urin ab - Klingelton, aufwachen. Nach einer gewissen Zeit verkürzt sich die Reaktionszeit auf den Reiz, so dass der Harndrang allein ausreicht zum Aufwachen.

Meine Tochter hat innerhalb von 14 Tagen enorme Erfolge gehabt, und es tut den Kindern ja auch gut, wenn sie morgens das trockene Bett sehen. Vereinzelte "Unfälle" gab es dann noch, vielleicht einmal die Woche, aber nach zwei Monaten konnten wir die Klingeltherapie als abgeschlossen betrachten.

Liebe Grüße,

Matou

Babsel

Beitrag von Babsel » 16.01.2007, 14:22

matou hat geschrieben:....Nur mögen die Eltern nicht mehr so gerne darüber reden, weil es mit einem solchen Makel behaftet ist: "Waaaaas?!? Dein Kind macht nachts immer noch ins Bett?!?"
So sehe ich das auch, matou. Als wir uns "geoutet" haben, waren wir plötzlich umgeben von einer ganzen Anzahl Eltern, denen es genauso ging. Es stimmt schon, in Sachen Selbstbestimmung sind die Kids sehr eingeschränkt. Unserer traute sich aus diesem Grund auch nicht, in eine Freitzeit zu gehen. Außerdem schämte er sich sehr, wenn das Bett wieder nass war. Die Kommentare einer seiner Omas - anlässlich eines Besuches - taten ein Übriges, dass er sich sehr schlimm dabei fühlte.

Schön, dass Ihr mit der "Klingelhose" guten Erfolg hattet. Bei meinen beiden Neffen (7 und 10) klappte das par tout nicht. Außer dass die ganze Familie nachts "Kopf steht", wenn das Teil los geht, tat sich über Monate nichts. Zwischenzeitlich haben die Eltern die Höschen wieder abgeschafft.

Mary-Ellen

Beitrag von Mary-Ellen » 16.01.2007, 20:36

Hallo meol,

ich kann Babsel nur bepflichten.Sicherlich ist dein Sohn im Moment mit anderen Dingen beschäftigt und es reicht halt nicht fürs Nachts sauber werden.Aber alles hat seine Zeit und alles kommt auch wenn es kommen soll/muss.Ich habe bei meinem Sohn festgestellt das er alles immer für sich geregelt hat(fällt einem natürlich auch erst im nachhinein auf :ja: )aber so war es immer,egal ob es das sauber werden,die Nuckelflasche oder das bei anderen übernachten war.Immer wenn er der Meinung war jetzt ist es richtig dann hat er es gemacht und geschafft.

Also auch wenn es schwer ist,warte einfach ab,hab Geduld es kommt schon ganz von allein. Versprochen

PS: Ich bin auch ein absoluter Gegner von Nachts aus dem Bett zerren und schlafen aufs Klo schicken/tragen

Viel Glück beim Arzt

Babsel

Beitrag von Babsel » 16.01.2007, 20:48

Genau, Mary-Ellen. Da sind die "Kleinen" ganz groß und entscheiden selbst. Dann klappt das auch. Wohl, weil sie es wirklich wollen. Alles Drängen - egal in welchem Bereich - macht wenig Sinn.

Also, meol. Augen zu und durch ;) :lach: . Pass mal auf, eines Tages kannst Du uns schreiben, dass Dein Sohn sich entschieden hat, nachts aufzustehen.

bessere hälfte

Beitrag von bessere hälfte » 17.01.2007, 11:14

Hallo
Ich hätte da mal ne Frage an euch. Meine beiden Mädels sind etwas pummelig und es ist immer schwer Hosen und Oberteile zu finden. Bei Qu... und Neck..... gibt es ja schon diese spezial Kataloge aber da ist immer alles an den Beinen und Armen zu lang. Wir wohnen auf einem kleinen Kaff und sind mit Einkaufsmöglichkeiten nicht gesegnet. Kennt von euch jemand irgend einen Versand der sich noch auf diese pummeligen Kinder spezialisiert hat ?

bessere hälfte

Beitrag von bessere hälfte » 17.01.2007, 11:16

Irgendwie habe ich jezt das ganz falsche Thema angeklickt. Trotzdem, vielleicht kann ja doch jemand helfen.

meol

Beitrag von meol » 18.01.2007, 15:38

@bessere hälfte

Schicke Dir mal eine pn.

@alle
Vielen Dank füe Eure Antworten.

Organisch war bei meinem Sohn alles in Ordnung. Seelisch kann ich mir nicht vorstellen. Der Arzt meinte, dass es sich tatsächlich um eine Reifestörung handeln würde. Es fehlt ein Hormon, dass den nächtlichen Harndrang regelt. Dieses wird bei manchen Kinder halt etwas später produziert, hauptsächlich bei Jungs.
So müssen wir einfach noch etwas Geduld haben. So lange es meinem Sohn dabei gut geht, kann ich gut damit leben. Wenn die Situation schwieriger wird (z.B. in der Schule) wird der nächste Schritt wohl die Klingelhose sein.
Bin mal gespannt.

Schöne Grüße,
meol

meol

Beitrag von meol » 06.05.2007, 07:29

Juchhu! Es ist geschafft.

Mein Sohn hat vor gut zwei Wochen vergessen, sein Spielhöschen anzuziehen. Als ich das bemerkte, habe ich ihn nachts, als er zu uns kam, nochmal zur Toilette geschickt und es einfach nochmal ohne ausprobiert.
Drei Tage war das Bett naß, seitdem klappt es.

Er merkte auf einmal, dass sein Bett naß war. Sonst hat er so tief geschlafen, dass er nicht einmal das bemerkte. Er gewöhnte sich an, zur Toilette zu gehen, wenn er eh mal wieder auf dem Weg zu uns ins Bett war und siehe da - es klappt. Auch, wenn er mal die ganze Nacht liegen bleibt.

Bin jetzt wirklich beruhigt. Es ist ja doch schwierig für Kinder, wenn das nachts noch nicht funktioniert und Klassenfahrten usw. anstehen. Da hatte ich wirklich Sorge.

Schöne Grüße,
meol

woodstock

Beitrag von woodstock » 06.05.2007, 09:01

Glückwunsch, liebe meol.
Es freut mich riesig, dass es nun klappt!!
Man muss einfach sehr viel Geduld aufbringen, irgendwann haben sies dann!

Gruß, Doro

Babsel

Beitrag von Babsel » 06.05.2007, 15:25

Ach, meol. Das freut mich aber sehr für Dich/Euch und besonders für Deinen "Großen". Ich kann gut nachempfinden, welche Erleichterung sich bei Dir breit macht. Mir ging es ebenso!

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