Nach 15 Jahren Flucht gefasst

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Nach 15 Jahren Flucht gefasst

Beitrag von admin » 27.05.2011, 18:03

Nach 15 Jahren Flucht gefasst

Der mutmaßliche serbische Kriegsverbrecher Ratko Mladic wird in Kürze an das UN-Tribunal in Den Haag ausgeliefert.

Mladic wird tausendfacher Mord vorgeworfen, er wird unter anderem für das Massaker von Srebrenica verantwortlich gemacht. Bis heute wird er von vielen Serben noch immer verehrt :boese:


Wie kann er für tausendfachen Mord "bestraft" werden?

Viele Grüße

Ina

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Beitrag von Sara » 27.05.2011, 19:56

Das gibts nur eins lebenslänglich hinter Gitter, aber nicht in Deuscthland, da sind die Knasts wahrscheinlich besser als die Wohnung in seiner Heimat :rolleyes:

Maria*

Beitrag von Maria* » 27.05.2011, 21:33

Rädern, Vierteilen, Blenden, Kastrieren..... :box:

mary

Re: Nach 15 Jahren Flucht gefasst

Beitrag von mary » 27.05.2011, 21:43

admin hat geschrieben:
Wie kann er für tausendfachen Mord "bestraft" werden?
Dafür gibt es einfach keine Strafe, weil egal, was man täte, die Umgebrachten kommen nie wieder.

Vicky

Beitrag von Vicky » 28.05.2011, 17:44

Mary, so kann man es auch sehen.....

Das ist klar, dass die Toten nicht zurückkommen. Was aber schwebt Dir denn vor ?
Werden Massenmörder oder Mörder allgemein gar nicht bestraft, weil die Toten davon nicht wieder lebendig werden ?

Nääääh, mir ist eher so wie Maria zumute.
Maria, Du hast Pfählen noch vergessen....

Maria*

Beitrag von Maria* » 28.05.2011, 19:05

......und Steinigen..... :cool:

Sara
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Beitrag von Sara » 28.05.2011, 19:30

Willkommen im Mittelalter

TinaLi
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Beitrag von TinaLi » 28.05.2011, 20:49

:rolleyes:

Lebenslange Haftstrafe und die Steuerzahler der Eu werden es schon zahlen.

Mein Vater ist ja eher der Ansicht
machen wie damals mit dem Rumänischen Staatspräsidenten
An die Wand stellen und ab knallen. O-Wort meines Vaters

mary

Beitrag von mary » 29.05.2011, 12:46

Tja, Vicki, was will man machen?
Da gibt es meiner Meinung nach, nichts, was die Schuld sühnen würde.

Ich trage in mir anscheinend zu geringes Gewaltpotenzial, weil ich weder für Teeren und Federn, noch für Kastration, Rädern, und was weiß ich noch alles go gab im MA, zu haben bin.

Da ist guter Rat teuer.

Allegra

Beitrag von Allegra » 29.05.2011, 13:11

Eure Gedankengänge kann ich verstehen, aber gleiches mit Gleichem zu vergelten , ist wohl nicht die Lösung des Problems..................
Mein Job ist es Leben zu erhalten, daran wird sich nie etwas ändern!
Stellt euch vor wir würden die Rechte selber in die Hand nehmen, das gäbe Mord u. Totschlag.

Sicherlich ist es ein bedeutender Schritt, dennoch sollten wir auch an die Opfer denken u. froh darüber sein, das nun Schluss ist mit weiteren Massaker
Die Richter in Den Haag werden´s schon richten.

Sara
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Beitrag von Sara » 29.05.2011, 13:16

Gewalt als Reaktion auf Gewalt macht nur neue Gewalt und hilft keinem.

mary

Beitrag von mary » 29.05.2011, 13:20

Sara, Allegra, ihr scheint aus dem selben Teig gebacken zu sein, wie ich :cool:

Allegra

Beitrag von Allegra » 29.05.2011, 13:45

Sara, Allegra, ihr scheint aus dem selben Teig gebacken zu sein, wie ich
:thinkW

Maria*

Beitrag von Maria* » 29.05.2011, 15:17

Da ist was wahres dran....
Gewalt kann nie eine Lösung sein. :nein:
Und ich mag überhaupt keine Gewald, weder gegen Mensch noch Tier.

Das mit dem Rädern und so war doch nur...... icon_redface.gif

Vicky

Beitrag von Vicky » 29.05.2011, 17:43

Maria, nun mal keinen Rückzieher jetzt.
Die Menschen sind eine grausame Spezies, das kann man auch nicht schön
reden.

Willkommen im Mittelalter ?
Sind die Menschen heute etwa besser ? Tut mir leid, aber ich möchte mal behaupten, dass Ihr, Mary, Sara und Du Allegra die Sache anders sehen würdet, wenn Ihr selber betroffen gewesen wärt.
Eure Kinder und Männer verschleppt und umgebracht, die Frauen , naja, ich spar mir da Einzelheiten.
Ich finde es immer schön,wenn es immer Menschen gibt, die eine heile Welt
anstreben. Mord und Totschlag wird verziehen und nach Jesus , die andere Wange hingehalten.
Es hat schon mancher die Idee gehabt, alle Menschen sind gleich und werden auch so behandelt.........ja, aber leider nur in der Theorie, durchführbar ist es nicht und die Versuche sind alle gescheitert.

Ich weiß nicht, aber was soll das heißen,willkommen im Mittelalter ?
Die alten Strafen sind quasi nur eine Überspitzung von Maria und mir.

Damit sind nicht die Urteile eines deutschen Amtsgericht gemeint, da gäbe es sicher eine Bewährungsstrafe und vllt. sowas wie eine "Strafarbeit".

Vllt. stimmt es ja, dass Gewalt nicht das richtige Mittel ist, um jemanden zu strafen.
Aber erzählt das doch mal den Taliban und sonstigen heiligen Kriegern, den Leuten im Sudan und sonstwo, da
lebt das Mittelalter in der Tat noch recht gut.

@ Allegra
Dein Job ist Leben zu erhalten ? Sicher ist das eine schöne Aufgabe.
Aber um jeden Preis ?
Da möchte ich ehrlich gesagt nie Patientin bei Dir sein. Naja, sowas ähnliches hat ein Arzt mal gesagt, als ich gefragt habe, warum ich da noch Bluttests machen soll, die arme Frau hat vor Schmerzen die Wände
zerkratzt................

Und was diesen Mladic angeht, der hat auch nicht gefragt, sondern gefoltert und getötet ohne dass von seinen Opfernje der Prozess gemacht wurde.

Edelmut in allen Ehren, aber man muss endlich mal die Augen aufmachen und Menschenrecht auch für die Opfer geltend machen.

Ja, ja....fallt nur über mich her, aber das ändert nichts daran, dass Mordbrenner bestraft werden müssen.
Wie, sei mal dahingestellt.

mary

Beitrag von mary » 29.05.2011, 20:17

Also, ich bin eindeutig ein Mensch, und trotzdem keine grausame Spezie.
Woher und wozu dieses Verallgemeinern?

Sara
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Beitrag von Sara » 29.05.2011, 21:12

Ich zähle mich ebenfalls als Mensch und gerade deswegen denke ich so.

„Willkommen im Mittelalter“ war tatsächlich auf eure (Maria und Vicky) Bestrafungen zugeschnitten.
Vor allem Steinigen, eine der unmenschlichsten Bestrafungen überhaupt und dann noch das Sonnenbrillensmilie dahinter hat in mir zugegebenermaßen einiges Befremden ausgelöst.
Wenn es eine Überspitzung ist, um so besser. Klar hab ich es mir auch gedacht, dass ihr es nicht so meint, aber ich denke es geht um Grundsätzliches:
Befriedigt es mich, einem Menschen der mir oder nahen Angehörigen Unrecht getan hat, leiden zu sehen. Oder macht es die Sache für mich damit noch noch schlimmer. Ich denke das ist nur eins: Charaktersache.
Deine Behauptung Vicky, dass ich anders denken würde, wenn mir selbst eine naher Angehöriger getötet, verschleppt was weiß ich würde, weise ich zurück. Nein ich würde dann nicht anders denken. Mich würde es nicht befreidigen, einem anderen Mensch das selbe Unrecht zukommen zu lassen. Ich würde dann nicht besser abschließen können. Im Gegenteil. Ich könnte dann erst recht nicht merh schlafen. Mir würde es ausreichen, ihn für immer weggesperrt zu sehen.

Wenn ich anderen Menschen das gleiche Unrecht zukommen lasse (=quälen und =töten), bin ich nicht besser als der andere. Ich mache damit Opfer nicht wieder lebendig, weil Rache Geschehenes nicht rückgängig macht. Ich disqualifiziere mich damit genauso. Wenn alle so denken, kann man den Teufelkreis der Gewalt auf der Welt niemals durchberechen. Ich will meinem Kind ein anderes Verhalten vorleben. Gewalt und Krieg sind für mich absolute NoGos.
Das heißt nicht, die andere Wange hinhalten. Aber ich werde einem Gegner, der wehrlos am Boden liegt maximal ins Bein schießen, nicht in den Kopf.

Maria*

Beitrag von Maria* » 29.05.2011, 21:31

@ Vicky

Ich wollte doch nur.... :/

Aber trotzdem:
Wenn kluge Menschen sagen, Vergeltung sei keine Lösung, dann erscheint mir das logisch und sinnvoll.
Lese ich mir aber Deine Argumentation durch, muß ich auch Dir zustimmen.
Ich denke, jeder hat irgentwie auf seine Weise recht.
Aber auch ich schließe mich der Meinung vieler an, daß der Mensch das grausamste "Raubtier" auf Erden ist. LEIDER.... ;(

Und dieser Mladic gehört.....

Sara
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Beitrag von Sara » 29.05.2011, 21:41

Schau in dich rein Maria, stell dir vor, dein Sohn wird umbebracht, was würdest du für den Täter wollen? Dann hast du die Lössung für dich, wenn du hin und hergerissen bist.

Wenn du so wie Vicky denkst, was ich glaube, denn die ersten Eingebungen sind meist die Richtigen, ist es doch auch in Ordnung. Ich verurteile das auch nicht. Jeder hat das Recht, es auf eigene Weise zu sehen und zu fühlen!

Maria*

Beitrag von Maria* » 29.05.2011, 22:00

@ Sara

DAS wüßte ich dann ganz genau:
Würde jemand meinen Sohn oder Männe oder meine Katzen (bitte nicht lachen) umbringen, dann.......würde ich vermutlich auch dessen Tod wollen. Ich denke schon, daß ich das wollte....

Ist schon schlimm. :/

Allegra

Beitrag von Allegra » 30.05.2011, 03:38

Ja, ja....fallt nur über mich her, aber das ändert nichts daran, dass Mordbrenner bestraft werden müssen.
Wie, sei mal dahingestellt.
Nein warum denn, es ist deine Meinung u. gut so................natürlich bin ich dafür , das er bestraft wird, gar keine Frage.
Auch sollte für die Opfer jegliche Hilfestellung gegeben werden.
Die alten Strafen sind quasi nur eine Überspitzung von Maria und mir.

Damit sind nicht die Urteile eines deutschen Amtsgericht gemeint, da gäbe es sicher eine Bewährungsstrafe und vllt. sowas wie eine "Strafarbeit".
Ja das habe ich verstanden Vicky, ich denke ihr seid nicht die einzigsten.
Er sollte schon die gerechte Strafe bekommen!
Aber, was ist die gerechte Strafe? Dürfen wir es in die Hand nehmen, um zu urteilen?
Kann schon sein, das ich es anders sehen würde, wäre ich selber betroffen
ich weis es nicht....................ich möchte es auch nicht rausfinden.
Dein Job ist Leben zu erhalten ? Sicher ist das eine schöne Aufgabe.
Aber um jeden Preis ?
Da möchte ich ehrlich gesagt nie Patientin bei Dir sein.
Nicht um jeden Preis Vicky, aber wenn es dein Leben in Würde verlängert u. ich es erhalten kann (so wie es mein Gewissen verantworten kann) dann ja!
Palliativmedizin ist nicht ohne, man wird geprägt u. geht Abends damit nach Hause. Ich werde nicht gefragt, wie ich damit umgehe, auch muss ich mich ständig fragen, ob ich alles richtig gemacht habe.
Und was diesen Mladic angeht, der hat auch nicht gefragt, sondern gefoltert und getötet ohne dass von seinen Opfernje der Prozess gemacht wurde.
Glaub mir , würde ich es ändern können , würde ich es tun!

Vicky

Beitrag von Vicky » 30.05.2011, 17:43

Warum ich etwas verallgemeinere ?

Weil es eben keine Ausnahme ist, wenn Menschen wegen was auch immer umgebracht werden.
Und ich glaube, dass jeder Mensch, auch Du Mary und Sarah, fähig ist, etwas Grausames zu tun und sei es nur, aus Selbstschutz.
Sicher werdet Ihr das ja kennen,den Versuch, wo es um Aggresivität und Gehorsam geht.
In den Jahren 1960 bis 1963 führte Stanley Milgran an der Yale-Unuversität in den USA einen Versuch durch, um zu überprüfen, wie sich Menschen verhalten, wenn eine Autoritätsperson sie zum Gehorsam anleitet.
Erst 1973 wurden die Ergebnisse veröffentlicht, nachdem der Versuch sehr oft wiederholt wurde, immer mit andern Probanten.
Kurz der Versuch: 2 Menschen saßen sich gegenüber, getrennt durch eine Wand. Die eine Person stellt Fragen und bei einer fehlerhaften Antwort, sollte der Frager das mit einem Stromstoß ahnden.
Das ganze wurde immer weiter gemacht, der Frager erhöhte in 15 Volt -Stufen bis zur tödlichen Stromstärke von 450 Volt, wenn die Antwort falsch war. Egal, wie der geschrien und gewimmert hat, der "Lehrer" ließ sich nicht beeindrucken.
Der "Schüler" war selbstverständlich nicht an den Generator angeschlossen
65 % der "Lehrer" waren bereit, den Schüler zu töten.
62,5% waren es, wenn sie den "Schüler" schreien hörten.
Immer noch 40 % wollten den "Schüler töten, wenn sie ihn gehört und gesehen haben.
Und selbst, wenn sich die Zwei hätten berühren können, waren immer noch 30 % bereit, den tödlichen Schlag zu geben.

Weltweit hat man ähnliche Versuche gemacht und die Ergebnisse waren immer fast gleich.
Es ist offensichtlich leicht, ein Fehlen von inneren Hemmungen zu töten, frei zu setzen.

Fazit: Die menschliche Kultur hat wohl fast völlig versagt innere Hemmschwellen gegen zerstörende-aggressive Handlungen einzubauen.
Der Grund dafür liegt in einer Autorität, die jemand selbst plötzlich fühlt, also eine Macht über jemanden zu haben und das eigene Untertansyndrom tut das ihrige dazu.

Und ich hab es selber schon erlebt, dass ich Dinge gemacht habe, die ich davor vehement verneint hätte.
Und als ich mein Ziel erreicht habe, nach fast 30 Jahren, das war ein richtiger Glücksmoment für mich, ich hab es jemanden heimgezahlt, der mich fast ja, sagen wir, vernichtet hätte.
Und es ist ein sehr langer Glücksmoment, denn er hält noch bis heute an.

Mary und Sara, ich könnte jetzt sagen, träumt weiter, aber das geht nicht, denn Ihr seid durchdrungen von der Überzeugung, dass Ihr gute Menschen seid, ich will Euch da auch nicht veretzen.
Ich wünsche Euch von Herzen, dass Ihr diesen Glauben bis ans Ende Eurer Tage haben dürft.
Dass Euch niemals Zweifel überkommen, ob der Mensch an sich gut ist und nur einige Ausnahmen ein Gemetzel anrichten können.
Ehrlich ich wünsche Euch das echt.

Allegra, Du wirst jetzt sicher fragen, warum ich Dich ausgelassen habe.
Du hast es schon erlebt, Unrecht in verschiedener Art und hat es Dich nicht bis heute fast kaputt gemacht ?
Oder nimm Deine Arbeit, Du weißt genau, dass nichts im Leben wirklich rein und gut ist.

Solange man nicht weiß, wie man Mord und Folter richtig ahnden kann, bleibt nur eine Strafe. ( wer immer die auch verhängt)
Man könnte ja den Herrn Mladic dazu verurteilen, ihn in der Mitte der Angehörigen der bosnischen Opfer auszusetzen und die einfach machen lassen.
Gut, vllt. würde man sich wundern, wie brutal ein Mensch vom Leben zum Tode gebracht wurde.
Ich werde mich hüten und mich hinstellen und mir auf die Brust trommeln, oh Gott, was für böse , böse Menschen .................
Warum ?
Weil der Mensch ALLGEMEIN einfach nicht durchgehend gut ist.

Das ist die Aggression in uns und auch eine Lust auf das Böse, ob wir es nun wahrhaben wollen oder nicht.
Und der Charakter ? Was ist das ? Wer kann sich den überhaupt leisten ?
Das kann man zwar sagen, weil man sonst vllt.nicht mehr ruhig schlafen kann, aber erst am Ende unseres Lebens werden wir wissen, ob wir gut waren oder doch nur einfach Menschen.

Maria*

Beitrag von Maria* » 30.05.2011, 18:32

Dem muß ich zustimmen, also das was Vicky schreibt.
Allerdings erlaube ich mir die Frage zu stellen, ob es nicht die männlichen Menschen auf der Erde sind, die über das allergrößte Gewaltpotenzial verfügen ?
Frauen sind doch pazifistischer veranlagt und vom Wesen her friedliebender.... oder ist das alles auch widerlegt wurden.....?
Oder bestätigen Außnahmen die Regel ? :/

Vicky

Beitrag von Vicky » 30.05.2011, 19:04

Frauen,Maria, die sind vllt. nicht auffällig brutal und gewalttätig, sie gehen wohl differenzierter vor, aber das heißt nicht, dass sie bessere Menschen wären.
Lies mal von Emile Zola den Roman: Der Totschläger

Das ist eine perfekte Studie, wie sich Menschen verändern können....

Maria*

Beitrag von Maria* » 30.05.2011, 19:08

Wieder eine Illusion weniger.... :rolleyes:

Sara
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Beitrag von Sara » 30.05.2011, 20:41

Ich "kenne" diese Experimente. Hab davon gelsen, da gabs ja auch mehrere Filme. Ich finde trotzdem, dass man derart künstliche Extremsituationen nicht mit dem wahren Leben vergleichen kann oder muss.

Ich kenne viele Menschen, denen unheimlich viel Unrecht und Leid widerfahren ist (meine Großeltern und deren Familien) und trotzdem denken (dachten) sie genau so wie ich. Bzw. ich bin so erzogen worden und werde diese Werte auch an meine Kinder weiter geben. Natürlich kann man nicht die Hand ins Feuer legen, dafür was sein wird. Aber man kann es sich ja zumindest vornehmen. Während andere wie du schon jetzt ohne Extremsituation viel gewaltbereiter denken.
Darin liegt der Unterschied, den ich mit Charaktersache meine.

Vicky

Beitrag von Vicky » 31.05.2011, 18:08

@ Sara

Was unterstellst Du mir und anderen da ?

"Während andere wie du schon jetzt ohne Extremsituation viel gewaltbereiter denken.
Darin liegt der Unterschied, den ich mit Charaktersache meine."

Ich muss annehmen, dass Du mich unterschwellig als gewaltbereiten Menschen ohne Charakter siehst.
Okay, das finde ich zwar nicht unbedingt gut, aber Du kannst ja selber denken und sagen, was Du für richtig ansiehst.
Vllt. denkst Du mal über die Begriffe ein bisschen nach.

Siegen-Besiegen- Überleben- Vernichten- Verlieren-Gewinnen.

Und das möglichst nicht mit berechenbaren Ergebnissen, sondern rein von der Psyche her. Nicht von Deiner, geh mal etwas aus Deinem Schatten raus und siehs mal allgemein.Betrachte Dir die Geschichte der Menschheit.
Der Kampf Mensch gegen Mensch ist uns nicht angeboren, er hat sich entwickelt.
Als Jäger und Sammler wäre so ein Verhalten kontraproduktiv gewesen, der Gegener, den es zu besiegen galt, war die Natur.
Und als diese Jäger und Sammler zu Nomaden und Ackerbauern mutierten, kam Besitz in ihr Leben.
Und mit dem Besitz ist ein Teil unserer Freiheit verloren gegangen.
Und damit kam es zu Verlustängsten und an Stelle der Natur war jetzt plötzlich die Absicherung des Besitzes wichtig und damit ging der Kampf
ab da --Mensch gegen Mensch--

Und seit der Mitte des 15. Jahrhunderts bis etwa 1969 haben sich die Menschen die Machbarkeit und die Gestaltung, auch die Beherrschbarkeit
der Welt gewünscht. Man war in dem Wahn die Welt beherrschen zu können.

Und man stellt fest, der Mensch ist eben nicht das Maß aller Dinge.
Und auch Tschernobyl hat uns nicht davon abgebracht, zu glauben, dass wir die Welt und deren Gesetze zu unserem Nutzen steuern könnten.

Es gibt eine Massenbeeinflussung, die so etwa aussieht:
Bücher haben Titel wie:
Power for you
Tipps für Champions
Entdecke den Sieger in Dir
Ich will nach oben

Ja, so sieht der momentale Zeitgeist aus. Burn -out Geplagte gehen somit den Rattenfängern hinterher und laufen über glühende Kohlen und Glasscherben. Sie brüllen dabei "Ich schaffe es, du schaffst es, wir schaffen es" oder auch "Tschkka Tschakka-- und wir als Menscheit glauben, dass wir so unserem Schicksal irgendwie entrinnen können.

Das ist nur ein kleiner Ausflug in die Abgründe unseres Daseins, aber es zeigt, wie wir zu dem wurden, was wir sind.

Und deshalb kannst Du mir sagen, dass Du Charakter hast und ich nicht, aber das ändert eben trotzdem gar nichts.
Du und ich, wir sind nicht weiter wichtig.
Und ich würde eine Erziehung nicht als Gradmesser nehmen,für ein "Gutsein"
Es kommt immer nur darauf an, in welcher Gesellschaft wir leben und was die als GUT ansieht.

Ich bin doch nicht alleine mit meiner Ansicht, es ist allgemeingültiges
Wissen über die Psyche der Menschen, und Scharen von Psychologen haben sich mit solchen Fragen beschäftigt.

Ob Dus nun glaubst oder nicht, Du bist nicht besser als ich oder sonst ein Durschnittsbürger auf der Erdenscheibe.
Denn Du bist mir gegenüber aggressiv.
Sprichst mir Charakter ab und Gewaltfähigkeit zu.
Hinterher zu sagen,das war nicht so gemeint, du hast das falsch verstanden.........
Ich glaube, ich hab Dich richtig verstanden.

Allegra

Beitrag von Allegra » 31.05.2011, 18:48

Warum geht der Wechsel heute sooooo lange mann! Vielleicht weil ich heute auch nicht die schnellste bin :D
Allegra, Du wirst jetzt sicher fragen, warum ich Dich ausgelassen habe.
Du hast es schon erlebt, Unrecht in verschiedener Art und hat es Dich nicht bis heute fast kaputt gemacht ?
Oder nimm Deine Arbeit, Du weißt genau, dass nichts im Leben wirklich rein und gut ist.
Nein, du hast mich nicht ausgelassen Vicky :D Nein aber im Ernst Vicky, ja ich habe daran zu kauen stimmt schon, aber ob ich meinen Mitmenschen gegenüber Gewaltbereitschaft zeigen könnte? Vielleicht bin ich dafür zu sensibel oder wie auch immer..................
Was ist schon rein Vicky, Nonnen im Kloster? Nein auch die nicht! Ich bezeichne meine Arbeit als gut, sonst würde ich sie nicht mit Leidenschaft ausführen. Ob alles gut und richtig ist, weis ich nicht, ich hoffe es eher.
Ich versuche immer mein Bestes zu geben.......................aber eine gewisses Potential an Gewalt habe ich bestimmt auch, das will u. kann ich nicht ausschließen..................Schon in der Kindheit entwickelt man ein gewisses Potential an Gewalt. Nichts im Leben ist rein Vicky, da gebe ich dir recht, denn man hat immer eine Mauer vor sich, die man überqueren muss. " Manchmal muss man dabei über Leichen gehen "

Allegra

Beitrag von Allegra » 31.05.2011, 19:06

@ Sara
Während andere wie du schon jetzt ohne Extremsituation viel gewaltbereiter denken.
Darin liegt der Unterschied, den ich mit Charaktersache meine.
Ein Beispiel:
Sara, wenn eine Mutter oder ein Vater seine Kinder verliert, sei es durch Mord, Vergewaltigung, oder einer anderen Kriminalität, was denken sie dann?
Die meisten haben Mordgedanken, da fängt die Gewaltbereitschaft schon für mich an. Das Ausführen ist wieder eine andere Sache. Einem Vergewaltiger wünscht man das sein Ding abgeschnitten oder verfault, oder er kommt in eine Folterkammer u. am besten ein Elternteil dazu. Es ist schon so, Gedanken sind frei Sara, ich kann mich nicht davon frei schreiben, ob ich es ausführen würde , weis ich nicht, deshalb kann ich manche Gedankengänge verstehen. Mir ist es nicht verboten zu denken, wie auch immer, aber mir ist es verboten zu töten, morden u. u. u.
Habe ich deswegen einen schlechten Charakter? Nein wir alle nicht!
Gedankengänge passieren aus Situationen heraus u. dies war so eine Situation u. das kann ich verstehen. u was Madlic angeht,er ist nun mal eine Extremsituation oder?

Kennst du den Fall M. Bachmeier? Keine Frau, die den Peiniger ihrer Tochter erschießt , hat so viel Sympatien erreicht wie diese Frau!
Ob ich sie verstehe? Ooooh ja ich kann es nachvollziehen, aber ich so viel Ar..... in der Hose hätte, nein wahrscheinlich nicht. Gleiches mit gleichem zu vergelten ist nicht meine Sache.

Vicky

Beitrag von Vicky » 01.06.2011, 18:05

Richtig Allegra,

man hat Wut und denkt sich die schlimmsten Sachen aus, aber ich tu es nicht. Die meisten eben nicht.
Ich glaub Dijavascript:emoticon(':D')r, dass Du Deinen Beruf wirklich gern machst.
:D Aber trotzdem quälste Patienten, gelle ?
Ich denk da mal an die spitzen Dinger, die Du den Leuts sonstwohin
rammst.......

Ich würde gerne noch etwas über das Verhalten der Menschen schreiben, aber vllt. entferne ich mich damit zusehr von dem, was wir sein möchten und was wir sind, naja, gerne hört man eben sowas nicht.
Es würde auch zu kompliziert, weil ich bis zur limbischen Region unseres Gehirns gehen müsste, naja, sagen wir einfach das Gefühlshirn....
Es hat die Form eines Ringes, und daher der Name, lat.limbus= Ring.

Das würde den Rahmen wirklich sprengen, aber ich kann auch nicht einfach sagen, ich bin ein guter Mensch. Sicher, ich habe noch niemanden umgebracht, nicht mal einTier. Gut ab und an mal eine Fliege oder Mücke.
Ansonsten wird jedes Insekt in einem Plastikschälchen gefangen, mit einer Postkarte abgedeckt und wieder hinaus in die Natur entlassen.

Ich kann es nicht plausibel machen, dass wir trotzdem zu allem fähig sein könnten.
Es macht wohl den Gedanken an eine heile, gute Welt kaputt.
Jeder möchte sich diesen Glauben erhalten ,was aber nicht realistisch ist.
Man kann nur hoffen, dass man nie in eine Lage gerät, wo man entscheiden muss, der Andere oder ich.
Da hab ich jetzt die Lust am Quälen und Töten nicht berücksichtigt, die es aber gibt und vllt. in jedem von uns ganz tief hinten im Unterbewusstsein.

Um auf den Herrn Mladic zu kommen, egal, was man denkt, der darf einfach nicht frei herumlaufen, dafür hat er und seine Leute zu viele Menschen umgebracht.
Dafür gibt es keine Vergebung.

Vicky

Beitrag von Vicky » 01.06.2011, 18:08

Also ich hab keine Ahnung, warum das so oben steht:

"Ich glaub Dijavascript:emoticon('biggrin')r, dass Du Deinen Beruf...."

Richtig: Ich glaube, dass Du Deinen Beruf................

Allegra

Beitrag von Allegra » 01.06.2011, 19:29

Aber trotzdem quälste Patienten, gelle ?
Ich denk da mal an die spitzen Dinger, die Du den Leuts sonstwohin
rammst.......
U. willste wissen wer am meisten leidet......................du wirst es nicht glauben, aber unser starkes Geschlecht die Männer :D :36_1_31[1]
Männer wie Bäume u. einmal angepustet, haut es sie aus den Socken :eek:
Man(n) sollte es nicht glauben!!

Ob ich da ein kleines bisschen gewalttätig bin? :137186

Vicky

Beitrag von Vicky » 02.06.2011, 18:38

Da haste Recht Allegra-Käf.........

ein werdender Papa, jung und kräftig wie ein Baum musste zu einer Blutuntersuchung ins Labor.
Stell Dir das vor:
Gleich an der Tür war der Stuhl und der Tisch, wo alles stand, was man so brauchte.
Gegenüber ziemlich dichtam Stuhl, stand unser Färbetisch für die Blutausstriche.
Also, ich bitte den jungen Mann rein, sag ihm er möge sich bitte setzen und den Ärmel hochkrempeln.
Ich such mir den Stauschlauch, mach eine Kanüle auf eine Spritze (so war das früher, da gabs keine Wegwerfspritzen) und wende mich dem Kerl zu, der starrt auf die Spritze, wie die Schlange aufs Kaninchen, ich denk, was wird das jetzt.............ja, der Gute sprang auf und ergriff das Hasenpanier.
Ich hab ihn gesehen, vorm Labor auf der Straße, wie er gegen die Angst gekämpft hat und richtig, der Kerl erschien nochmal.
Diesmal hat unser Chef das gemacht und ich stand vor der Tür, wie Cerberus...........
Ja aber er war tapfer. Nur mit den Füßen hat er den schweren Metalltisch fürs Färben ein gutes Stück verrückt.........Näääh*lach*
Ich dachte so, was wird denn die werdende Mutter aushalten müssen.....

Wir hatten auch junge kerle auf Station, alle Arten von Brüchen.........
Die waren meist in einem Zimmer, die jungen Kerls.
Aber was hatten die für eine große Klappe.........Angebote hat man da bekommen, naja, ich weiß nicht, ob mancger von denen mal kritisch in den Spiegel geguckt hatte...........
Die hab ich immer gerne geärgert.
Die wurden immer stille, wenn ich gefragt habe, wo der her xy ist. Ja und der war dann vor Schreck erstmal ganz ruhig und erstarrt.
Dann hab ich gesagt, ach, ich hab mich verlesen, ich such den Herrn yx.
Naja und ich hätte es nicht gemusst, aber ich habs gemacht und die grundsätzlich in den Finger gestochen, wumm 3 mm die Lanzette rein....
Und dann hab ich so getan, als ob ich nochmal meine Verordnungszettel nachgucke und sag-oooh Herr xy, sie sind ja doch dran..........
Ich hatte da immer meinen Spaß.
Wer so derbe Späße macht, sollte auch was aushalten können---
Ich war schon nicht mehr im Beruf, da hab ich mal jemanden getroffen, der mir erzählt hat, dass in dem Zimmer die meisten immer vor mir Angst hatten. Ich wäre immer so furchtbar unnahbar und streng gewesen.

Wie sollte man denn sonst sein, das war mein Schutz vor zotigen Bemerkungen.

Vicky

Beitrag von Vicky » 02.06.2011, 19:31

Allegra-Schatzi,

vllt. gibt es ein Beispiel voneiner moralischen Reinheit.
Jesus vllt. oder Martin Luther King ?

Der das gesagt hat, scheint mir ein Kandidat zu sein:

Wer von eigenem Leid verschont ist, hat sich berufen zu fühlen, das Leid der Anderen zu lindern.

(Albert Schweitzer)

Allegra

Beitrag von Allegra » 02.06.2011, 20:25

Wer von eigenem Leid verschont ist, hat sich berufen zu fühlen, das Leid der Anderen zu lindern.
Ich persönlich, finde den Spruch sehr emotional u. treffend

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Rosenfan
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Re: Nach 15 Jahren Flucht gefasst

Beitrag von Rosenfan » 03.06.2011, 14:12

mary hat geschrieben:
admin hat geschrieben:
Wie kann er für tausendfachen Mord "bestraft" werden?
Dafür gibt es einfach keine Strafe, weil egal, was man täte, die Umgebrachten kommen nie wieder.
Das stimmt leider, das Umgebrachten nicht wieder kommen. Blos, härtere Strafen gehören schon her.
Heutzutage wird nicht mehr gestritten oder diskutiert, sondern da wird der andere gleich abgestochen. Immer öfters hört man, dass ganze Familien vom Vater ausgelöscht werden. :nein:
Oder Mädchen werden vergewaltigt, oder die jungen Kerle , die in der U- Bahn wahllos Leute zusammenschlagen, wo führt das noch hin?
Denen passiert ja auch nichts, die sitzten kurz im Knast und sind dann wieder frei.
Wären härtere Strafen, dann würden die Leute sich das überlegen, ob sie noch morden oder vergewaltigen usw.
Hier in Deitschland sind die Strafen viel zu lasch, tut mir leid, aber das ist meine Meinung. Wer denkt an das kleine Kind, das tagelang grausam zu Tode gequält wird?Und solche Männer sind nach kurzer Zeit wieder frei, da kann ich nur den Kopf schütteln. :nein:
LG Rosenfan


Laufe nicht bevor Du gehen gelernt hast.

Vicky

Beitrag von Vicky » 03.06.2011, 18:14

Ja und Röschen,

genau das stört mich auch sehr.
Wir reden immer nur über die Menschenrecht von Tätern.
Was ist mit denen von den Opfern ?
Haben die keine mehr, weil sie ja ermordet wurden ?

Sara
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Beitrag von Sara » 05.06.2011, 19:43

Ich zitiere mich noch mal selbst von weiter vorn (das ging an Maria)
Sara hat geschrieben:Wenn du so wie Vicky denkst, was ich glaube, denn die ersten Eingebungen sind meist die Richtigen, ist es doch auch in Ordnung. Ich verurteile das auch nicht. Jeder hat das Recht, es auf eigene Weise zu sehen und zu fühlen!
Und ja, ich habe geschrieben, es ist Charaktersache. Ich habe nicht geschrieben, dass es schlecht ist. Der Charakter ist anders. Alles andere dichtet ihr Vicky und Allegra in meine Worte rein. Und Vicky, du kannst dir sicher sein, dass ich über meine Wortwahl nachdenke. Aber ich kann nicht vorhersehen, was du zwischen den Zeilen liest.

Ich weiß auch, dass viele Menschen so denken, wie du (ihr). Aber nicht alle und ich definitiv nicht. Und auch die nicht, die irgendwann mal gesetzlich verankert haben, dass es in D keine Todesstafe mehr gibt.
Ich könnte mir vorstellen, dass viele Menschen nicht dies Hass-/Gewaltgedanken gegenüber Verbrechern hätten, wenn die Gesetze in unserem Land grundsätzlich nicht so lasch wären. Also dass viele Gewalttäter wieder schnell auf freiem Fuß sind und auch in Haft wie im Hotel wohnen. Da fragt man sich wirklich, wer denkt an die Opfer. Trotzdem ist für mich das Täter töten keine Alternative.

Maria*

Beitrag von Maria* » 05.06.2011, 21:45

Ich denke, gäbe es in D härtere Strafen, dann gäbe es auch weniger Gewalttaten. :ja:

Vicky

Beitrag von Vicky » 06.06.2011, 19:00

@ Sara

Ich für meinen Teil dichte gar nichts in Dein Posting rein.
Ich hab lediglich versucht, Dir irgendwie zu erklären, wie der Mensch eben so allgemein ist. Heißt: Ich verallgemeinere!

Und deshalb "allgemein", weil ich der Meinung bin oder vermute, dass Du Angst vor der Wirklichkeit hast, die vllt. Deine Vorstellung vom Guten kaputt machen könnte.
Du solltest die Welt nicht nur aus Deiner Sicht, Deiner Erziehung, Deines Charakters sehen.
Ich versuchs nochmal mit Dialektik, deren Kuns es ist, siegen zu können und fähig zu sein, auf den Sieg zu verzichten.
In diesen hier besprochenen Fall ist das aber nicht möglich, wenn auch wünschenswert, weil die Opfer und die Hinterbliebenen einfach Genugtuung brauchen.
Sag mir, wie man das bei Mladic tun sollte .............

Und was mich selber angeht, in Bezug Dichtung und Wahrheit , hab ich auch was für Dich.
Wenn der Mensch über sich selber nachdenkt, was wird er da erkennen?
Er merkt, dass er nicht mit sich selbst identisch ist.
Beispiel: Man ist fast immer dabei, etwas anderes zu tun, als man wirklich möchte.
Man kann eben nicht zu seinem Chef gehen und sagem ich finde, sie sind ein Blödmann, nein, das denkt man eben nur....
Freiheit , Vertrauen und Liebe und Hoffnung sind nur erfahrbar zusammen mit dem Erleben von Zwang, Misstrauen, Verzweiflung und Hass.
Man kann nur die Dinge des Lebens , die wir für überaus wichtig halten, immer nur zusammen mit ihren Gegenteil, das wenigstens für uns vorstellbar ist, erleben.
Wir sind nicht vertrauend, frei, hoffend und liebend.
In uns ist auch immer das Gegenteil vorhanden, auch bei Dir, Sara.

Und das macht uns fähig, auch zwischen den Zeilen zu lesen, wir sind ja auch Wesen irgendwie dazwischen.
Und diesem Dazwischen können wir nicht einfach entfliehen.
Die Suche nach uns selbst oder auch einem anderen Menschen, setzt voraus, dass wir die Kunst beherrschen "dazwischen" zu sehen...........
Warum ? Weil wir darin leben.
Wie kannst Du Dir so sicher sein, dass Du nie zweifeln wirst ?
Woher weißt Du, was Gut oder Böse ist ?

Ich vermute mal, dass Du die letzten beiden Sätze nutzen wirst, genau das zu erklären.
Und dann werden wir uns im Kreis drehen und zu keiner akzeptablen Lösung kommen, die Du und ich und die unbekannten "Anderen"
zufrieden stellen würden.

Sara
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Beitrag von Sara » 06.06.2011, 20:59

Jetzt wirds philosophisch und ich frage mich gerade, ob du auch mündlich so kommunizieren würdest, wie du schreibst. Ich glaube, ich würde abschalten, denn so manchen Satz mußte ich mehrmals lesen, bis ich ihn halbwegs verstanden habe. Oder ich müßte immer fragen "wie war das?"

Ich versuche es mal von Anfang an:

Du verallgemeinerst. Das stimmt. Und das ist das, womit ich nicht klar komme.
Ich versuche, deine Ansicht zu verstehen (oder zu tolerieren), während du versuchst, meine Meinung mit "Angst vor der Wirklichkeit" (hab ich nicht) abzutun oder mir zu unterstellen, dass auch ich zu Gewalt fähig sein würde.
Meine Vorstellung vom Guten wird nicht kaputt gemacht. Ich bin bestimmt nicht blauäugig. Ich weiß, wie Menschen denken können und wozu sie fähig sind, aber ich weiß auch, dass man nicht so denken muss.

Ich denke wir drehen uns im Kreis, so lange du versuchst, mir deine Denkweise überzustülpen.

Was ich mit Mladic tun würde, hab ich ganz am Anfang geschrieben. Was Genugtuung von Opfern angeht, schrieb ich auch schon.

Dass man im Leben nicht immer Gutmensch sein kann und Dinge tut, die man nicht möchte, steht auch für mich ausser Frage. Ich hab auch nicht geschrieben, dass ich nie zweifle und weiß oder gar festlege, was gut und böse ist.
Das hat aber für mich nichts mit der Ablehnung von Gewalt zu tun. Und ich schrieb nochmal: für MICH. Jeder kann es anders sehen.

Allegra

Beitrag von Allegra » 07.06.2011, 04:17

@ Vicky
Verfasst am: 30.05.2011, 18:43 Titel:
Warum ich etwas verallgemeinere ?

Sara, lies bitte nochmal den Text durch.

hier dein Zitat:
Du verallgemeinerst. Das stimmt. Und das ist das, womit ich nicht klar komme.
Ich versuche, deine Ansicht zu verstehen (oder zu tolerieren), während du versuchst, meine Meinung mit "Angst vor der Wirklichkeit" (hab ich nicht) abzutun oder mir zu unterstellen, dass auch ich zu Gewalt fähig sein würde.
Meine Vorstellung vom Guten wird nicht kaputt gemacht. Ich bin bestimmt nicht blauäugig. Ich weiß, wie Menschen denken können und wozu sie fähig sind, aber ich weiß auch, dass man nicht so denken muss.
Sara vielleicht muss man nicht so denken, aber was Vicky wohl meinte, ist einfach, das jeder ein gewisses Potenzial an Gewalt besitzt u. wenn er/sie es noch so schön redet. U. es stimmt auch, das deine Vorstellung vom "Guten" nicht dadurch kaputt gemacht wird. Wie du selber schreibst, weist du, wie Menschen denken können u. zu was mann fähig ist.
Damit unterstellt sie dir keine Gewalt, sondern ein gewisses Potenzial (das man besitzt)selbst durch Gedanken. Egal, durch was auch immer ausgelöst.
Vielleicht nennt man das:
Anthropologie, der Mensch zwischen Gut und Böse, mag etwas philosophisch klingen, aber ich glaube nicht, das Vicky dich damit persönlich meinte.

Ich musste nicht mehrmals lesen, ich hatte schon verstanden, was Vicky meinte.........................glaube ich zumindest :D

Maria*

Beitrag von Maria* » 07.06.2011, 09:43

Und obwohl ICH ein Spätzünder bin, habe ich das was Vicky schreibt zum größten Teil auch begriffen... :ja:

Wir alle tragen "Licht & Schatten" in uns. :cool:

Sara
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Beitrag von Sara » 07.06.2011, 16:29

Dann bin ich eben ein noch späterer Zünder, aber ich stehe dazu, zumal gut Dinge bekanntlich Weile haben will ;D
Allegra hat geschrieben: aber was Vicky wohl meinte, ist einfach, das jeder ein gewisses Potenzial an Gewalt besitzt u. wenn er/sie es noch so schön redet.
Das hab ich schon verstanden, das ist ja genau der Grund unserer Meinungsverschiedenheit und genau das sehe ich eben anders.

Diesbezüglich überzeugen mich auch nicht Vickys philosophische Ansätze. Die ja nicht von Vicky sind, sondern mit ein paar eigenen Worten vermischt abgeschrieben (nicht zitiert) von Rupert Lay.

Grundsätzlich gibt es ja für jeden philosophischen Ansatz einen, der genau das Gegenteil behauptet (und sogar beweist), aber dieser Lay hat so unrecht gar nicht. Ich interpretiere es nur anders, als ihr, was er schreibt. Von daher bin ich mir gar nicht so sicher, ob ihr es wirklich auf Anhieb verstanden habt. Manchmal ist es gar nicht so schlecht, etwas mehrmals zu lesen (lesen zu müssen)

Ich sehe es genau so wie Lay, man kann sich über Dinge unbändig freuen, wenn man die Erfahrung eines negativen Gegenteils gemacht hat.
Man kann viel stärker lieben, wenn man die Erfahrung des Hasses gemacht hat (oder zumindest jemanden nicht zu mögen - ich habe noch nie gehasst), man kann vertrauen, gerade, wenn man einmal besonders enttäuscht wurde.
Man kann die Dinge nur zusammen mit ihren Gegenteil erleben, wobei man das Gegenteil nicht erlebt haben muß, die Vorstellung genügt. So lese ich es.
Ich lese nicht, dass in (jedem von) uns Gewalt sein muß, Genugtuung an Qualen oder am Tod anderer. Ich gehe sogar noch weiter: Ich lese darin, dass ich eine Verurteilung ohne Tod/Qual für Verbrecher von innen heraus beführworte, weil ich genau das Gegenteil kenne (mir vorstellen kann) - die Grausamkeit des Verbrechers.

Soweit meine Interpretation.

Vicky

Beitrag von Vicky » 07.06.2011, 17:37

Ich werde jetzt den Rat meines Mannes befolgen und mit dieser fruchllosen
Debatte aufhören.
Nochwas: Der Herr Lay ist einer unter vielen, was er zu sagen hat, das wusste ich schon mit 17 Jahren. Ich hatte eben das Glück, einen Freund zu haben, der einem schwärmerischen Teenager langsam , aber sicher wieder auf den Boden zu holen in der Lage war.
Wie auch immer, ich hatte nie vor, Dir meine Ansicht aufzuzwängen, aber es muss schon erlaubt sein, das eigene Weltbild zu vertreten.
Und deswegen habe ich bewusst gesagt, dass ich es allgemein sehe, denn eine Einzelperson kann nie und nimmer die Welt erklären, ihre Grundzüge und Mechanismen, die das Menschsein ausmachen.

Vicky

Beitrag von Vicky » 07.06.2011, 17:44

@ Maria

Den Satz hättste mit schon eher schreiben können, das hätte mir einige Nachschauarbeit erspart.

@ Allegra

Du hast es ebenso verstanden.

Danke Euch hiermit................. ;)

Maria*

Beitrag von Maria* » 07.06.2011, 17:59

Gern geschehen. :D

Allegra

Beitrag von Allegra » 07.06.2011, 18:27

Das hab ich schon verstanden, das ist ja genau der Grund unserer Meinungsverschiedenheit und genau das sehe ich eben anders.
Sara , das toleriere ich ebenso....................deswegen werde ich mir Rupert Lay durchlesen, weil ich ihn nicht kenne bzw. sein Buch nicht.
Ich interpretiere es nur anders, als ihr, was er schreibt. Von daher bin ich mir gar nicht so sicher, ob ihr es wirklich auf Anhieb verstanden habt.
Ich sagte ja , ich habe Vicky verstanden, um ihn zu verstehen muss ich es erst lesen.
Ich sehe es genau so wie Lay, man kann sich über Dinge unbändig freuen, wenn man die Erfahrung eines negativen Gegenteils gemacht hat.
Man kann viel stärker lieben, wenn man die Erfahrung des Hasses gemacht hat (oder zumindest jemanden nicht zu mögen - ich habe noch nie gehasst), man kann vertrauen, gerade, wenn man einmal besonders enttäuscht wurde.
Man kann die Dinge nur zusammen mit ihren Gegenteil erleben, wobei man das Gegenteil nicht erlebt haben muß, die Vorstellung genügt. So lese ich es.
Ich lese nicht, dass in (jedem von) uns Gewalt sein muß, Genugtuung an Qualen oder am Tod anderer. Ich gehe sogar noch weiter: Ich lese darin, dass ich eine Verurteilung ohne Tod/Qual für Verbrecher von innen heraus beführworte, weil ich genau das Gegenteil kenne (mir vorstellen kann) - die Grausamkeit des Verbrechers.
Für mich ist das ein subjektives Empfinden u. Verhalten. Und ja, ich habe schon gehasst...................bin auch schon stark enttäuscht worden.
Für mich heißt das , aber nicht, das ich nicht stärker lieben kann.
Grausamkeiten , sei es in der Kindheit, oder in der Jugend prägen, Sara.
Vielleicht erlernt man das hassen? Nicht mögen?
Das Gegenteil, (wie es anscheinend Lay ausdrückt) oder du, habe ich erlebt, mehrmals Sara. Eine gewisse Genugtuung hätte ich gehabt, wenn man da härtere Strafen vollzogen hätte. Nein, ich wünsche niemandem den Tod, aber den Gedanken dazu hatte ich, gebe ich gerne zu.
Vielleicht muss man doch erst erleben, um solchen Gedanken freien Lauf zu lassen Sara.
Was aber nicht heißen soll, das ich ein gewalttätiger Mensch bin, ganz im Gegenteil, das waren nur Gedanken...............ich lasse mal meinen Gefühlen an Gedanken freien Lauf.
Es liegt aber vielleicht auch nur an meinem Leben, deines mag anders verlaufen sein u. deine Denkweise deswegen auch anders ist.
Hass ist ein starkes Gefühl, es kann dich prägen, warum auch immer.
Liebe ist ein starkes Gefühl, weil du es doch erlebst oder? Um es fühlen zu wollen , musst du es erleben(meine Meinung), das ist mit dem Hass nicht anders, man erlernt als Kind was "Gut u. "Böse" ist u. dann lernt man zu unterscheiden. Was ich erlebt habe, konnte ich damals nicht unterscheiden, ich war zu jung, Jahre später nochmal(das gleiche Gefühl Sara) aber man reift, lernt dazu u. zieht daraus auch seine Denkweise über Gut u. Böse.
Verstehst du jetzt was ich meine?

Vicky

Beitrag von Vicky » 07.06.2011, 18:29

gern geschehen ?
Mariechen, mir hätte das eher mehr gebracht....
Aber so is es auch gut. :D

mary

Beitrag von mary » 07.06.2011, 18:58

Vicky hat geschrieben:
Das ist eine perfekte Studie, wie sich Menschen verändern können....
Ich gebe nicht den Glauben auf, an den gesunden Menschenverstand, Studie hin oder her :)

Sara
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Beitrag von Sara » 07.06.2011, 19:33

@Allgera
Danke für deine Gedanken-Anregung.

Ich glaube, das Thema "Hass" ist ganz nah verwandt mit dem Grundthema, innerliche Rache- und Gewaltgedanken zu haben. Ich kann tatsächlich nicht hassen. Ich bin zwar 10 Jährchen jünger als du, aber auch ich hatte bisher ein bewegtes Leben und für viele Leute hätte ich genügend Gründe, manche Menschen zu hassen. Aber ich kann und will es nicht.
Für mich sind derart große negative Gefühle einfach verlorene und verpuffte Lebens-Engerie. Um jemanden zu hassen, muß man ihm viel Aufmerksamkeit zukommen lassen. Und wo die Aufmerksamkeit hingeht, fließt die Energie hin. Ich bin ein Anhänger der Philosophien, die sich mit Energien im Körper beschäftigen (Qi Gong, Ayuveda, hawaiianische Heilkunst etc. - die haben alle Gemeinsamkeiten). Was heißt Anhänger, das wäre zu viel, dazu kenne ich mich nicht gut genug aus, mich interessiert das und ich kann vieles für mich übernehmen und an mir bestätigt sehen.
Deswegen habe ich statt Hass eher Gleichgültigkeit in mir oder manchmal auch Mitleid. Ich schließ mit negativen Themen lieber ab, ich wende mich anderen Dingen des Lebens zu. Und das kann ich nicht, so lange ich hasse oder nach Rache trachte. Dann bleibe ich immer aiuf einer Stufe stehen und kann nicht weiter.
Ich spreche da aber nur für mich. Das entspricht am ehesten meinem Bild von der Welt, ich fühle mich so auch ausglichen und wohl.

Aber wie gesagt und wie wir ja jetzt alle erkannt haben, es gibt so viele Erklärungen der Welt, wie es Religionen gibt und jeder hat das Recht auf seine eigene.

mary

Beitrag von mary » 07.06.2011, 19:41

Vicky hat geschrieben:
Mary und Sara, ich könnte jetzt sagen, träumt weiter,
Und ich sage:

- ich träume nicht mein Leben, ich lebe meine Träume ;D

mary

Beitrag von mary » 07.06.2011, 19:46

Maria* hat geschrieben:Ich denke, gäbe es in D härtere Strafen, dann gäbe es auch weniger Gewalttaten. :ja:
Das glaube ich weniger.

Schau mal in die Staaten; dort wird Mord mit Todesstrafe vergolten,

und?

Schreckt das die potenziellen Mörder/ Gewalttäter ab?

Nein.

Die Todestrakte in den US-Gefängnissen sind voll.

mary

Beitrag von mary » 07.06.2011, 19:51

Allegra hat geschrieben:
Sara vielleicht muss man nicht so denken, aber was Vicky wohl meinte, ist einfach, das jeder ein gewisses Potenzial an Gewalt besitzt u. wenn er/sie es noch so schön redet.
Tja, mein Gewaltpotenzial habe ich bis jetzt nicht sichten können, aber ok, kann man so auslegen, daß ich mich "schön rede" ;D

Erstaunlicherweise habe ich das aber auch bei meinem Sohn, jetzt 22, entdeckt, schon im Kindesalter. Er hat nie zurückgeschlagen, wenn es derber zuging- Kindergarten, Schule, etc.- er hat immer das gespräch gesucht, notfallmässig mich als Mutter zur Rat gezogen, in etwa so: "können wir mal die Mamma von XY sprechen, sie soll ihm sagen, er soll mich nicht immerzu treten?"

Hatte ich ein Alien- Kind, oder was? :lach:

Sara
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Beitrag von Sara » 07.06.2011, 20:16

Das ist bei meinem Kind genauso. Und auch ich als Kind war so.

Kinder schlagen ist auch so ein Thema. Heute werde ja weniger Kinder geschlagen, weil es per Gesetz verboten ist (trotzdem noch zu viele). Aber früher (als es per Gesetz noch rechtes war) haben es viele Eltern gemacht, so dass es fast normal war und trotzdem gab es immer welche, die das von innen heraus abgelehnt haben. Weil es nicht "im Menschen liegt", sondern im Individuum, welches unterschiedlich ist und frei denkt und nicht verallgemeinert werden will.

Allegra

Beitrag von Allegra » 08.06.2011, 03:28

Sara u. Mary
ich habe 4 Kinder, 31, 30, 29, u. 27 keines dieser Kinder, hat jemals ein anderes geschlagen, oder sind von mir geschlagen worden. Sie sind tatsächlich gewaltfrei aufgewachsen.
Vielleicht liegt mein Gewaltpotential darin, das ich diejenigen, die anderen Gewalt antun, das gleiche wünsche.?
Ich nehme es nicht ohne weiteres hin, wenn ein Mensch mir, oder meiner Familie Gewalt antut.
Auch warte ich nicht, bis ich am Boden liege, nein ich würde mich wehren.
Und ihr?
Warten, bis Mama XY kommt u. eure Frage nach dem Warum beantwortet?

Wann fängt Gewalt für euch an, wo hört sie denn auf?

Allegra

Beitrag von Allegra » 08.06.2011, 04:03

@ Mary
ich träume nicht mein Leben, ich lebe meine Träume
Also ist dein Leben ein einziger Traum? Dann hat Vicky nicht so unrecht, von mir ausgesehen darfst du gerne weiter träumen, ich hingegen stehe mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen u. im Leben.

@ Sara
Für mich sind derart große negative Gefühle einfach verlorene und verpuffte Lebens-Engerie. Um jemanden zu hassen, muß man ihm viel Aufmerksamkeit zukommen lassen. Und wo die Aufmerksamkeit hingeht, fließt die Energie hin. Ich bin ein Anhänger der Philosophien, die sich mit Energien im Körper beschäftigen
Sara das darfst du gerne so halten, jedem das Seine , mir das meine u. glaub mir, hätte ich meine ganze Energie in Rachegedanken , oder negative Gefühle gesteckt, wäre ich wohl kaum Mutter von vier Kindern, oder 2 Enkelkindern, meinen Job, meinen Mann, der es selbst erfahren musste, was Gewalt bedeutet. Er hatte nicht die Zeit, über das Gute im Menschen nachzudenken.
Deswegen habe ich statt Hass eher Gleichgültigkeit in mir oder manchmal auch Mitleid.
Mit dem, ist es manchmal nicht immer getan oder? Wäre ich auf deine Hilfe angewiesen,(nach einer Gewalttat) würdest du mir tatsächlich nur Mitleid , oder Gleichgültigkeit entgegen bringen, weil es für dich verlorene, verpuffte Lebens-Energie, oder zu viel Aufmerksamkeit ist, das du demjenigen zukommen lässt.
Nein Sara, ich glaube, dann möchte ich nicht, in deiner Haut stecken!
Bsp. Gewalttat in der U-Bahn....................was machst du? Gehst du daran vorbei, guckst zu, wartest ab, bis derjenige am Boden liegt u. nach Hilfe schreit?
Sag mir jetzt aber nicht, du rufst einfach nur die Polizei u. wartest ab!
Denn dann würde es dir gewaltig an Zivil-Courage fehlen.

mary

Beitrag von mary » 08.06.2011, 08:02

Allegra hat geschrieben:@ Mary
ich träume nicht mein Leben, ich lebe meine Träume
Also ist dein Leben ein einziger Traum? Dann hat Vicky nicht so unrecht, von mir ausgesehen darfst du gerne weiter träumen, ich hingegen stehe mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen u. im Leben.
Nein, es ist viel Realität mit dabei- ich träume auch nicht jeden Tag bzw. jede Nacht ;D und verwechsle auch nicht jede Laune mit dem "Lebenstraum". Ich muss nicht alles haben, überallhin reisen, halt all das, was ein anderer womöglich als "Traum" bezeichnet. Hoffe, mich verständlich ausgedrückt zu haben :cool:

Sara
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Beitrag von Sara » 08.06.2011, 10:59

Allgera, ich beantworte dir gern deine Fragen:

Wenn ich geschlagen werde, wehre ich mich. Das heißt, ich würde versuchen, mein Gegenüber festzuhalten, wegzuschieben. Ich würde alles körperliche dafür tun, ihn von mir abzuhalten. Das kann notfalls auch ein Schlag dazu gehören. Die Grenze zwischen Wehren und Gewalt ist für mich folgende: Wenn mein Gegenüber von mir abgelassen hat, ist Schluß und ich schlage nicht weiter - beispielsweise aus Rache, dafür dass er mich angegiffen hat hat oder als Strafe oder aus Wut.
Dass die Grenzen trotzdem fliessend sind ist mir auch klar.

Das mit dem Mitleid und der Gleichgültigkeit hast du falsch verstanden. Die habe ich nicht den Opfern gegenüber, sondern den Tätern. Wenn sie denn gefasst und verurteilt sind. Gleichgültigkeit, weil es mir egal ist, so lange er dafür im Gefängnis sitzt und ich dann abschließen kann. Mitleid, weil es trotzdem ein Mensch ist, der sich mit seiner Gewalt sein ganzes Leben versaut. Verpuffte Lebenenergie wäre es für mich, wenn der Täter dann hinter Gittern ist, weiterhin dauernd über ihn nachzudenken, welche Qualen man ihm an den Hals wünscht etc.
Ebenso ist es mit dem Hass. Hass ist ein aktives Gefühl, welches Energie braucht. Gleichgültigkeit dagegen nicht. Vielleicht ist für dich auch Hass etwas ganz anderes als für mich? Das kann ja auch individuell sein, was man darunter versteht?! Und wir vergleichen hier Äpfel mit Birnen?

Gewalt in der U-Bahn - ein nicht einfaches Thema.
Wenn eine größere Gruppe, vielleicht sogar bewaffnet, eine Einzelperson angreift, würde ich mich tatsächlich nicht dazwischen werfen. Ich würde aber versuchen, umstehende Leute zu bewegen, zu helfen bzw. mir beim Helfen zu helfen. Ich hab mal gelesen, man soll dann die Leute direkt ansprechen "Du in der grünen Jacke" oder "du mit der Roten Mütze" - mach dies und jenes. Wenn man anonym sagt "helft doch mal mit" fühlt sich keiner angesprochen. Ich würde also versuchen, vor Ort Hilfe zu organisieren und dann gemeinsam eingreifen. Und die Polizei rufen natürlich zeitgleich.
Ob ich alleine direkt eingreife, würde ich individuell entscheiden, wenn ich merke, ich hab keinen Chance (Überzahl, Waffen), würde ich die Finger von körperlichem dazwischen gehen lassen.
Wie würdest du denn reagieren?

mary

Beitrag von mary » 08.06.2011, 11:26

Sara hat geschrieben: Wenn eine größere Gruppe, vielleicht sogar bewaffnet, eine Einzelperson angreift, würde ich mich tatsächlich nicht dazwischen werfen.
Ist auch richtig, das kann wohl keiner von einem verlangen, im Rahmen einer "Zivilcourage" :nein:

Man stellt sich ja auch keinem bewaffnetem Bankräuber in den Weg.

Ich denke, da verwechselt man Courage mit gesundem Menschenverstand.

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Beitrag von Rosenfan » 08.06.2011, 13:17

Das sehe ich auch so, wenn man alleine eine ganzen gruppe gegenüber treten müsste, das wäre ja Selbstmord. Hilfe holen und die Polizei rufen , das ist in Ordnung.
LG Rosenfan


Laufe nicht bevor Du gehen gelernt hast.

Vicky

Beitrag von Vicky » 08.06.2011, 18:11

Was ich jetzt gelesen habe, also ich kann mir einfach nicht vorstellen,
dass es Menschen gibt, überzeugt sind, nur bestimmte Gefühle zu haben.
Negativ besetzte hat ein guter Mensch eben nicht.
Leben heißt, Gefühle zu ER-leben.
Das bleibt auch nicht aus, wenn man sich richtig ins Leben schmeißt.
Nur Liebe ? Nie Hass ? Also für mich ist sowas keine vertane Zeit, sondern eben das pralle Leben, ich will alles haben an Gefühlen.
Wie soll man wissen, was Liebe ist, wenn es den Hass nicht gäbe.
Woher will ich wissen, was Freiheit ist, wenn ich nie den Zwang erlebt habe ?

Mich stört ein bisschen an dieser Diskussion, dass das Thema nur aus der Sicht des eigenen "Ichs" gesehen wird.
Man kann doch nicht wirklich denken, ooh, was bin ich doch gut..........und sich zufrieden zurücklehnen.
In dem Moment werden auf der Welt Menschen gefoltert, Menschen getötet und auch geboren.
Und es gibt auch noch einen Aspekt, dass wir es manchmal nicht in der Hand haben, was wir warum tun.
Ich habs schon mal erwähnt, verantwortlich dafür ist eine bestimmte Hirnpartien, die schon erwähnte limbische Region.

Und das Leben ist seit es existiert immer schon ein Hin und Her oder Spannung und Entspannung gewesen.
Paul Watzlawik schreibt dazu: Ordnung ohne ein Maß von Unordnung wird lebensfeindlich und erstickt jede Möglichkeit einer Weiterentwicklung.

Und das hat er nicht über sich selbst gesagt, sondern über die Menschen an sich.

Allegra

Beitrag von Allegra » 08.06.2011, 18:40

Wenn ich geschlagen werde, wehre ich mich.
Genau das war es was ich wissen wollte...................... :D

@ Mary
Ist auch richtig, das kann wohl keiner von einem verlangen, im Rahmen einer "Zivilcourage"
Mary dabei ging es mir darum, ob ich über meinen Schatten springe u. Gegengewalt anwende , ich sprach auch explizit von einer einzelnen Person u. nicht von Gruppen. Umbringen kann ich mich auch selber :D
@ Sara
Ich würde alles körperliche dafür tun, ihn von mir abzuhalten. Das kann notfalls auch ein Schlag dazu gehören.
Jep, sage ich doch......................u. darum ging es auch, jeder hat ein gewisses Potenzial an Gewalt
:winkW

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Beitrag von Sara » 08.06.2011, 19:30

@Allegra - wenn du DAS meinst, dann sind wir tatsächlich einer Meinung. Dann habe ich auch Potential an Gewalt in mir, wenn du Gewalt so definierst.

Sara
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Beitrag von Sara » 08.06.2011, 19:51

Vicky, wenn ich schreibe, ich hasse niemanden, dann heißt dass nicht, dass ich keine negativen Gefühle habe. Es gibt Menschen, die ich nicht mag, über die ich mich unheimlich aufrege, aber über eine begrenzte Zeit, ich kenne Eifersucht. Aber für Hass reicht es nicht.
Und ich weiß trotzdem was Liebe ist.
Ich weiß, was Feiheit ist, obwohl ich nie wirklich eingesperrt war.
Ich kann satt sein, obwohl ich nie (richtigen) Hunger hatte.
Ich finde daher diesen Lay nicht schlecht, es reicht, wenn man sich das Gegenteil vorstellen kann.

Ich weiß nicht, warum es dich stört, das Thema auf das ICH zu beziehen, Gefragt war doch die eigene Meinung.

mary

Beitrag von mary » 08.06.2011, 20:00

Vicki, ich kann nicht nachvollziehen, wa sdu mir vermitteln willst.

Um etwas "richtig" zu erleben, muß ich erstmal das Gegenteil ausleben? Um lieben zu können, muß ich erstmal richtig gehasst haben?

Könnte man man ausweiten- z. B. um die Freiheit ausleben, muß ich erstmal zusehen, daß ich in den Knast komme, oder wie?

:eek:

Du schreibst: "Mich stört ein bisschen an dieser Diskussion, dass das Thema nur aus der Sicht des eigenen "Ichs" gesehen wird. "

Ich schreibe über mich, weil ich mich besser kenne, als x- beliebeigen Menschen ;) ich nehme mir die Freiheit, mich und meine Gefühle zu beschreiben. Erscheint mitr auch gescheiter, als sich über Innenleben und Gefühle eines anderen auszulassen :rolleyes: bzw. ihm Gefühle einzureden.

Und wenn ich dir sage, ich habe bis jetzt kein Gewaltpotenzial bei mir gesichtet, dann ist es eben so.

mary

Beitrag von mary » 08.06.2011, 20:04

Sara hat geschrieben:Vicky, wenn ich schreibe, ich hasse niemanden, dann heißt dass nicht, dass ich keine negativen Gefühle habe. Es gibt Menschen, die ich nicht mag, über die ich mich unheimlich aufrege, aber über eine begrenzte Zeit, ich kenne Eifersucht. Aber für Hass reicht es nicht.
Und ich weiß trotzdem was Liebe ist.
Ich mag "unverbindlich" auch paar Leute nicht, setzte das aber nicht gleich mit Hass.

Hass wäre es wohl, wenn ich mich mit den Leuten immerzu "beschäftigen" sollte, im negativen Sinn, als immerkehrende Gedanken, die Lust, den Menschen etwas blöses anzutun, etc. Das ist für mich Hass.

Maria*

Beitrag von Maria* » 08.06.2011, 21:42

mary hat geschrieben:
Und wenn ich dir sage, ich habe bis jetzt kein Gewaltpotenzial bei mir gesichtet, dann ist es eben so.
Dann hast Du das Glück, noch nie in eine Situation geraten zu sein, die Dich diesen Satz vergessen läßt...

mary

Beitrag von mary » 08.06.2011, 21:52

Quentchen Glück ist immer gut zu gebrauchen- letztendlich sind es unsere Erlebnisse, die unseren wahren Charakter formen.

Meiner wurde so geformt, wie hier beschrieben, und mir geht es gut damit :thinkW

Allegra

Beitrag von Allegra » 09.06.2011, 03:18

@Sara
@Allegra - wenn du DAS meinst, dann sind wir tatsächlich einer Meinung. Dann habe ich auch Potential an Gewalt in mir, wenn du Gewalt so definierst.
Definierst du es anderst? :| Für mich eine weiter Begriff, den man überall finden kann, also nicht immer nur im Sinne von einer illegitimen Ausübung.

Aber mal im Ernst, wir drehten uns ein bisschen im Kreise, was die Diskussion anging.
Tatsache ist doch, wir wünschen uns doch, das General Ratko Madlic dafür büßen sollte u. das nicht wenig!

mary

Beitrag von mary » 09.06.2011, 09:06

Genau!

Und nur weil Ratko Madlic Schreckliches getan hat, heisst es noch lange nicht, daß in jeder von uns hier auch eine Bestie schlummert.

Vicky

Beitrag von Vicky » 09.06.2011, 12:10

Der Gedanke, liebe Mary muss wirklich schrecklich für Dich sein.
In der Geschichte der Menschheit und das ist ja hier auch mein Anliegen,
nicht nur eine Person zu betrachten, gab und wird es Gewalt, Mord und Totschlag geben.
Sogar in der Bibel, erschlägt ein Bruder den Anderen.
Hast Du Dir schon mal überlegt, warum ein Volk ein anderes so hasst, dass man etwa 6 Millionen davon auf schrechkliche Weise umgebracht hat ?
Man hat diese Menschen gehasst und kein Mitleid mit Alten, Kranken, Kindern gehabt.
Familienväter haben sich daran beteiligt, Frauen haben die Unwerten angespuckt und gedemütigt.
Warum ?
Wer hat diesen Hass oder Zorn über ganz normale Bürger gebracht ?
Wieso hat das überhaupt geklappt ?
Die Erziehung hat den Charakter geformt, sowohl von den Eltern und erst Recht durch den Staat.
Es gibt auch Abhörprotokolle aus England, wo man einfache Soldaten in Gefangenschaft"belauscht" hat, wie sie das Ganze erlebt haben und da gibt es eine gewaltige Diskrepanz zu dem, was die ihren Frauen oder sonstwem erzählt haben.

Und wir heute? Sind wir uns denn sicher, dass uns niemals wieder sowas passiert?
Warum weigerst Du Dich denn einfach der Tatsache ins Auge zu sehen, dass im Grunde jeder oder fast jeder, dazu gebracht werden kann, grausame Dinge zu tun.
Und wenn ich das Wort HASS hier schreibe, meine ich :(und ich dachte, dass ich das nicht extra erklären muss) Jede Form von Ablehnung, kann sich auch jeder Zeit in Hass verwandeln und mich interessiern eben die Gründe, warum das so ist und nicht, ob ich jemanden den Hals umdrehen will oder nicht.

Ich bitte um Entschuldigung wegen der Fehler, in welcher Art auch immer.
Ich bin etwas in Eile.

Sara
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Beitrag von Sara » 09.06.2011, 16:50

[quote="Allegra
Aber mal im Ernst, wir drehten uns ein bisschen im Kreise, was die Diskussion anging.
Tatsache ist doch, wir wünschen uns doch, das General Ratko Madlic dafür büßen sollte u. das nicht wenig![/quote]

Da bin ich absolut deiner Meinung!

Sara
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Beitrag von Sara » 09.06.2011, 17:01

Die Geschichte streitet doch keiner ab, Vicky, aber was hat das denn mit dem Thema zu tun?!

Die Verallgemeinerungen sind das, was falsch ist. Du schreibst: Ein Volk hasst das andere. Ein Volk besteht aber aus Individuen und nicht alle haben mitgemacht beim Hass, sondern es gab auch viele, die menschlich waren und sich dagegen aufgelehnt haben. Es ist nicht jeder Mensch gleich. Ich frage mich echt, woran das liegen könnte, dass du so denkst.

Und hier antworte ich mal, obwohl die Frage an Mary war:

"Warum weigerst Du Dich denn einfach der Tatsache ins Auge zu sehen, dass im Grunde jeder oder fast jeder, dazu gebracht werden kann, grausame Dinge zu tun. "

Weil es schlicht und einfach keine Tatsache, sondern nur eine Behauptung von dir ist.

Vicky

Beitrag von Vicky » 09.06.2011, 18:27

" Ein Volk besteht aber aus Individuen und nicht alle haben mitgemacht beim Hass, sondern es gab auch viele, die menschlich waren..."
--------------------------------------------------------------------------------
Sicher, die in den Gaskammern waren die Menschen.
Und wenn es menschliche Vollstrecker je gab ( auch Verrat um an Besitz zu kommen, gehört dazu) tja, die haben es in wenigen Jahren geschafft, am Ende ca. 50 Millionen Tote zu fabrizieren.

Und wo sind die menschlichen Individuen, die verhindert haben, dass in Bosnien keine Menschen willkürlich umgebracht wurden ?
Wo sind denn die Menschlichen, wenn die Todesreiter von Dafur Dörfer überfallen und morden und vergewaltigen ?

Wo sind die Gutmenschen gewesen, als man im TV zusehen konnte, was im
Kosovo geschah.........
Ich könnte die Liste noch sehr lange fortsetzen.

Aber hat das denn irgendeinen Sinn ?
Achja, Sara, seit wann heißt Du Mary ?

Vor wenigen Tagen erst gabs einen Tag, den 6. Juni, gennannt D-Day an dem sich viele Menschen, die das mörderische Treiben unseres Volkes beendet haben beteiligt haben- unter großen Verlusten.
Diese Menschen haben meine Hochachtung. Auch die wenigen Deutschen, die das Unrecht bekämpft haben.........
Aber nicht die, die im Nachhinein von nichts gewusst haben wollen..

Tja und damit ist für mich das Thema beendet. Ich glaube nicht an die Gutmenschen.

mary

Beitrag von mary » 09.06.2011, 22:36

Vicky, du verrenst dich in irgendwelche Ideen, von irgendwelchen Menschen, Autoren irgendwelcher Bücher, die du jetzt zu deinem Credo gemacht hast.

Du kannst nicht wissen, wie es in mir aussieht, und welche Gedanken mir erträglich oder auch nicht sind.

Langsam wird das hier absurd.

mary

Beitrag von mary » 09.06.2011, 22:41

Vicky hat geschrieben: Warum weigerst Du Dich denn einfach der Tatsache ins Auge zu sehen, dass im Grunde jeder oder fast jeder, dazu gebracht werden kann, grausame Dinge zu tun.

(...)

Und wenn ich das Wort HASS hier schreibe, meine ich :(und ich dachte, dass ich das nicht extra erklären muss) Jede Form von Ablehnung, kann sich auch jeder Zeit in Hass verwandeln und mich interessiern eben die Gründe, warum das so ist und nicht, ob ich jemanden den Hals umdrehen will oder nicht.
1: nur weil du das so spürst, heisst es noch lange nicht, alle würden so empfinden- du verallgemeinerst.

2: Jede Form von Ablehnung kann irgendwann einfach vergessen werden- aus den Augen, aus dem Sinn- kann aber auch von einem selbst akzeptiert und vielleicht auch von einem selbst gelebt werden. Hast du schon daran gedacht, als du diese Behauptung aufgestellt hast? Als Beispiel nenne ich dir: Fremdgehen. [/b]

Sara
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Beitrag von Sara » 10.06.2011, 07:11

Vicky hat geschrieben:
Achja, Sara, seit wann heißt Du Mary ?
Wo hab ich denn geschrieben, dass ich Mary heiße?
Hast wohl mal wieder zwischen den Zeilen gelesen :D

Sara
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Beitrag von Sara » 10.06.2011, 07:15

Vicky hat geschrieben:
Vor wenigen Tagen erst gabs einen Tag, den 6. Juni, gennannt D-Day an dem sich viele Menschen, die das mörderische Treiben unseres Volkes beendet haben beteiligt haben- unter großen Verlusten.
Diese Menschen haben meine Hochachtung. Auch die wenigen Deutschen, die das Unrecht bekämpft haben.........Aber nicht die, die

Genau damit machst du meinen Agumentationsversuch, dass eben nicht alle gleich sind, wasserdicht. Danke dir!

Sara
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Beitrag von Sara » 10.06.2011, 07:18

mary hat geschrieben: Jede Form von Ablehnung kann irgendwann einfach vergessen werden- aus den Augen, aus dem Sinn- kann aber auch von einem selbst akzeptiert und vielleicht auch von einem selbst gelebt werden.
Vergeben und Verzeihen
Ich kenne wirklich persönlich auch Menschen, die das nicht können, was ich serh traurig finde.

Maria*

Beitrag von Maria* » 10.06.2011, 09:49

@ Sara
duch das viele Zitieren und Beiträge zerschneiden passiert es manchmal, daß man am Ende nicht mehr weiß wer wo was geschrieben hat. Deshalb sicher die Namensverwechslung von Vicky. :ja:
Ich sehe hier auch kaum noch durch... :nein:

mary

Beitrag von mary » 10.06.2011, 11:31

Vickys Problem war, daß sie mich etwas gefragt hatte, und Sara hat die Frage beantwortet.

Meine Antwort wäre gleich mit Saras Antwort :rolleyes:

mary

Beitrag von mary » 10.06.2011, 11:32

Sara hat geschrieben:
Und hier antworte ich mal, obwohl die Frage an Mary war:

"Warum weigerst Du Dich denn einfach der Tatsache ins Auge zu sehen, dass im Grunde jeder oder fast jeder, dazu gebracht werden kann, grausame Dinge zu tun. "

Weil es schlicht und einfach keine Tatsache, sondern nur eine Behauptung von dir ist.
Genau darum ging es.

Vicky

Beitrag von Vicky » 10.06.2011, 11:50

Nein, ich habe auf einen Beitrag von Mary geantwortet und Sara musste natürlich ganz fix aktiv werden, die Gute....

Also Mary und Sara,

ich danke Euch auch für die Beteiligung bei diesem Thema.
Und liebe Sara, Du hast Dich zu früh gefreut, wegen der paar "Menschen"
die Du freudig fettgedruckt hast.......
Die retten trotzdem nicht das Bild, was man von D hat.
In der Welt wohlgemerkt.
Aber bis dahin reicht der Horizont wohl dann doch nicht.


Und noch eine Erklärung zum D-Day.
Gegen das mörderische Deutschland zogen Amerikaner, Kanadier, Engländer, Franzosen und Polen in der Normandie-- nicht die paar Deutschen, die vllt.mal jemanden versteckt haben, oder aufgemuckt und irgendwo umgebracht wurden in den Lagern dieser Bestien in Menschengestalt.
Gewendet haben die wenigen Menschen das Blatt jedenfalls nicht.

Tja, wenn es Euch zwei nicht geben würde, wäre ich doch glatt mit meinen verrannten Gedanken und dazu noch dumm eines Tages gestorben.
Tut mir leid, aber diese Egomanie ist mir zu einfach gestrickt.
Aber nichts für ungut, wahrscheinlich habt Ihr ja auch Recht, was soll das denn auch bringen, wenn man etwas abstrakter denkt.
Ihr seid gut, ich nicht:
AMEN!

Und tschüss!

Sara
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Beitrag von Sara » 10.06.2011, 12:12

Vicky hat geschrieben:Nein, ich habe auf einen Beitrag von Mary geantwortet und Sara musste natürlich ganz fix aktiv werden, die Gute....
Eben und da ich mir schon vorher dachte, dass du darauf rumhacken wirst, schrieb ich extra - dass ich mal antworte, obwohl die Frage nicht an mich gerichtet war.
Dass du dann immer noch denkst, ich heiße Mary, verblüfft mich dann doch :D

Vicky, du mußt du nicht bedanken, hast doch den Thread gar nicht gestartet.

Ansonsten finde ich schade, dass du persönlich und unsachlich wirst, wenn dir die Argumente ausgehen und du mich nicht überzeugen kannst.
Jemanden zu unterstellen, dass der Horizont nicht weit reicht, nur weil du dich nicht durchsetzen kannst, finde ich respektlos.
Aber auch das ist Charaktersache.

mary

Beitrag von mary » 10.06.2011, 12:16

Tja Vicky, ich habe keine Ahnung, ob du "gut" bist oder "schlecht", aber du weisst es sicherlich, wo du dich positionierst, das ist deine Entscheidung.

Ob ich, oder Sara, oder sonst wer, hier "fix aktiv" werden, liegt nun mal in der natur des Forums, findest du nichtß Es wäre doch traurig, wenn keiner mehr aktiv wäre, oder? :rolleyes:

Zum D- Day, II WK- ohne dir nahe treten zu wollen, bitte ich dich, der jüngeren Generation, zu der ich und auch Sara gehören, nicht alles aufzubürden. Ich sage nur dazu- ich war nicht dabei, weder dan der einen oder anderen Seite, und deshalb ziehe ich mir diesen Schuh nicht an.

Und es ging hier niemals darum- zumindest mir nicht- daß ich recht bekomme. Ich bin, wie ich bin, ich brauche mich nicht zu verbiegen, bzw. irgendetwas einreden lassen, was ich nicht tat und nicht tun werden.

Sollte ich irgendwann zu einem Monster mutieren, lasse ich es dich natürlich wissen :hallo:

Sara
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Beitrag von Sara » 10.06.2011, 13:43

Vicky hat geschrieben:Und liebe Sara, Du hast Dich zu früh gefreut, wegen der paar "Menschen"
die Du freudig fettgedruckt hast.......
Die retten trotzdem nicht das Bild, was man von D hat.
In der Welt wohlgemerkt.
Aber bis dahin reicht der Horizont wohl dann doch nicht.
Vicky, ich glaube, dass du in deinem Gedanken noch zu sehr im Gestern bist.
Schau mal hier:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... -3,00.html

Das ist eine BBC-Umfrage von 2011.
Deutschland hat in der Welt von den europäischen Ländern das höchste Ansehen. Das hat nichts damit zu tun, dass man den II. WK vergessen hat. Eher damit, dass man 60 Jahre später einfach weiter lebt und weiter denkt.

Sara
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Beitrag von Sara » 10.06.2011, 13:46

Sorry! Die Umfrage war von 2008, nicht von 2011.
Seitdem hat sich Deutschland im Ansehen aber noch gesteigert und ist aktuell sogar weltweit das Land mit dem höchsten Ansehen.

Klick:

http://www.sueddeutsche.de/leben/umfrag ... -1.1069084

mary

Beitrag von mary » 10.06.2011, 14:41

Sara hat geschrieben: Eher damit, dass man 60 Jahre später einfach weiter lebt und weiter denkt.

:ja:

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