Gedenken an den 13. August 1961

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mimi

Gedenken an den 13. August 1961

Beitrag von mimi » 11.08.2011, 08:24

Am 13. August 2011 wird mit mehreren Gedenkveranstaltungen an den Beginn des Baus der Berliner
Mauer und die vollständige Schließung der innerdeutschen Grenze vor 50 Jahren erinnert. Dabei soll
insbesondere der zahlreichen Opfer gedacht werden, die dieses monströse Bauwerk durch Deutschland
und Berlin gefordert hat. Hunderte von Menschen verloren ihr Leben, Ungezählte ihre Gesundheit oder
ihre Freiheit bei dem Versuch, die Sperranlagen an der innerdeutschen Grenze zu überwinden. Auch
über 20 Jahre nach dem Fall der Mauer ist es notwendig, die damaligen Ereignisse und ihre
unmenschlichen Auswirkungen im Gedächtnis zu behalten.

Maria*

Beitrag von Maria* » 11.08.2011, 09:02

Ich habe den Mauerbau damals nicht mitbekommen, weil ich noch zu jung war, aber er war in meinen Augen ein Verbrechen an die Menschhen in Deutschland. Egal ob in Ost oder West.
Der Mauerbau ist für mich gleichzusetzen mit Freiheitsberaubung und ich bin jedesmal entsetzt, wenn ich Dokumentationen von damals im TV sehe oder in der Zeitung lese.
Ich bin froh, daß diese Zeit vorüber ist.
Eine Rose für alle Opfer.

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mary

Beitrag von mary » 11.08.2011, 15:38

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mary

Beitrag von mary » 11.08.2011, 15:41

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mary

Beitrag von mary » 11.08.2011, 15:44

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Berlin, Zimmerstrasse, 1990.

Sara
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Beitrag von Sara » 11.08.2011, 16:30

Von denen, die die Zeit erlebt haben, vergißt es keiner.
Für unsere Kind ist es zum Glück nur Geschichte, die sie sich nicht vorstellen können.

mimi

Beitrag von mimi » 12.08.2011, 14:26

Es ist schon bedrückend, wenn man die Gedenkstätte in der
Bernauer Straße anschaut und vor allem, weil auch damals die
DDR Regierung einen ganzen Friedhof umgesetzt hat.
Am dramatischsten war aber der Tod von Peter Fechter, der regelrecht im
Grenzstreifen der Berliner Mauer verblutete.

http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Fechter

mimi

Beitrag von mimi » 12.08.2011, 14:30


Maria*

Beitrag von Maria* » 12.08.2011, 15:28

Dieses Bild kennt wohl jeder...
Aber der ehemalige Soldat hat seit dem "Mauersprung" unter Verfolgungsängsten gelitten und begann Jahre Später Selbstmord.

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Vicky

Beitrag von Vicky » 12.08.2011, 18:09

Einen Tag vor dem Mauerbau , also an meinem Geburtstag kam ich von Westberlin zurück zu meiner Großtante und meiner Großmutter, mit der ich meine Ferien in Berlin verbrachte.
Ich habe keine Erinnerung mehr, was da wohl fast unter meinen Augen geschah.
Später hab ich mich immer eingesperrt gefühlt, wie in einem Knast mit Freigang an die Luft.
Das Bauwerk hat mein privates Leben entscheidend beeinflusst. Ich wollte deshalb auch nie Kinder haben, die wieder nur eingesperrt leben würden.
Und mit meinem Männe haben ich ein ziemlich gewagtes Leben geführt.
Meine Eltern hatten immer Angst um uns.
Ich hab mich auch gewundert, warum wir nicht irgendwann in einem Stasiknast gelandet sind.
Gut, wir haben sowas, wie einen Eiertanz gemacht, immer so, dass man nie direkt was gegen uns in der Hand hatte. Nach der Akteneinsicht wussten wir, dass ein angeheirateter Verwandter , ein hohes Tier bei der Stasi, das immer verhindert hat. Dessen Frau war meiner mamas beste Freundin seit ihren Kindertagen und vllt. hatte das ja auch eine Wirkung.
genau lässt sich das nicht mehr klären, der Mann ist vor Schreck wohl gestorben, als die Wende kam....

Es gab nicht nur die Mauertoten, es gab viele Menschen, die eingesperrt wurden, weil sie ihren Unmut offen gezeigt haben.
Wir waren damals in der ev. Kirche ganz gut organisiert und hatten viele Kontakte, die wieder welche hatten.........Und auch da wars schwierig, weil man nie wusste, wer der eingeschleußte Spitzel war.
Eine ziemlich komplizierte Zeit war das.
Aber wer es nicht bewusst erlebt hat, kann sich das nicht wirklich vorstellen.
Und ich selber, ich hatte immer unwahrscheinliches Glück, dass ich ohne große Behinderungen mein Abitur machen konnte und auch studieren konnte, obwohl ich niemals in der Jugendorganisation FDJ war.
An der Uni fing es dann an, dass man mich unter Druck gesetzt hat.
Aber ich wollte eh dieses Studium nicht, also wars mir auch ziemlich egal, was man mir angedroht hat.
Die paar Semester hab ich genutzt, um mir was zu suchen, was ich gerne gemacht hätte und das ist mir auch gelungen.

Maria*

Beitrag von Maria* » 12.08.2011, 18:36

Wenn man sich das alles mal so vor Augen hält, kommt man zu dem Schluß, daß man uns eingesperrt hat wie wilde Tiere...
Mein mittlerer Bruder wurde auch ins Gefängnis gesteckt, weil er "Republikflucht" begehen wollte.
Er war gerade 18 und wollte nur mit seinem Kofferadio unterm Arm die DDR verlassen.
Nach der Wende hat er eine Entschädigung von wenigen hundert DM für die U-Haft bekommen.

Vicky

Beitrag von Vicky » 12.08.2011, 18:58

Ein Verwandter um 10 Ecken rum, der hat 2 Jahre gesessen,weil er in der Kneipe laut erzählt hat, was er im West-TV gesehen hat.
Seit dem Tag haben meine Eltern die Fensterläden verammelt jeden Abend und ich musste mir die Uhren angucken, von Ost- und West-TV.
In der Schule hat man uns gefragt, ob die Uhr im Fersehen Striche oder Punkte hat....
Irgendwie war das krank, diese Angst vorm eigenem Volk.
Und was für irre Ideen die bei der Stasi hatten..........Irgendwie haben die sich selber verheddert in den albernen Informationen.

Maria*

Beitrag von Maria* » 12.08.2011, 19:02

Ich würde schon aus Neugier gern mal meine Stasi-Akten einsehen wollen, aber das ist zu teuer und dauert wohl an die 2 Jahre... :<

Allegra

Beitrag von Allegra » 12.08.2011, 19:47

Dafür muss man zahlen u. warten? :eek: Uuuups das wusste ich nicht!

Maria*

Beitrag von Maria* » 12.08.2011, 20:35

Allegra hat geschrieben:Dafür muss man zahlen u. warten? :eek: Uuuups das wusste ich nicht!
Ja leider, und wieder wird aus Sch..... Bares gemacht. :D

Vicky

Beitrag von Vicky » 13.08.2011, 17:18

Mariechen, das kostet nichts, wenn man Akteneinsicht will, da müsste sich ja in den letzten Jahren einiges geändert haben.Wir haben einst einen Antrag gestellt und das hat dann schon gedauert. Wenn Du was kopieren willst, dafür muss man was was zahlen.
In die Leuchtenburg bei Kahla sollten wir gesperrt werden, falls die Unruhen mehr würden.
Man kanns kaum glauben, aber die wollten wirklich alle Querdenker in Lager sperren. Es gab davon viele, überall verteilt, frei nach den Vorbildern der KZs.
Als wir unseren Drogenhandel hatten, gabs immer mal Leute, die sich seltsam benahmen.
Ich hab fast immer Recht gehabt, wenn ich dachte, dass jemand nur Infos will.
Umweltschutz was ein Reizwort für das Regime, sowas war nämlich nicht nötig, sowas gabs bei uns nicht, also brauchte man auch keine Gruppen,die sich da organisieren.
Einmal kan jemand und hat ein paar Hagebutten angeschleppt und der Kerl fing auch an, daüber zu fachsimpeln und kam dann mit einem Vorschlag daher.
Wir sollten bei nacht und Nebel in ein Dorf kommen, dessen Namen ich noch nie gehört habe und dort würden wir Gleichgesinnte treffen, mit denen wir eine Umweltschutzgruppe bilden könnten.
Da sieht mans sehr gut, bei aller Verschlagenheit, aber wenn ich jemanden eine falle stellen will, sollte man den, der reintappen soll, nicht für bescheuert halten.
Ich hab das schon mal erzählt glaube ich.
Jahr weiß ich jetzt nicht, aber in Erfurt gabs einen Kirchentag und da waren einige Veranstaltungen auch in der Kreisstadt.Unser Pastor kam an und meinte, wir sollten die Presseleute betreuen, weil er sonst niemanden hätte, der ein bisschen gewandter ist, so wie wir.
Gut wir haben das gemacht.
Einer vom Hessischen Rundfunk und einen von der Frankfurter Allgemeine waren die, um die wir uns besonders kümmern sollten.
Wir sind mit ihnen oft durch die Stadt gegangen, jenachdem, wo was stattfand.
Die Pressefritzen habe nicht bemerkt dass wir auf Schritt und Tritt begleitet wurden. Als wir dann sagten, sie sollten malaufpassen,was hinter uns so passiert, ja, da hatten die richtig ein bisschen Angst....
Wir hatten ja schon einen Blick für das Pack. Aber wir haben ihnen gesagt, dass die nichts von ihnen wollten, sondern eher uns beobachten.
Mehrmals wurde versucht, uns zu krallen,man hat einiges getan, um uns
soweit zu bringen, dass wir die Beherrschung verlieren und man einen konkreten Grund hätte, uns gesiebte Luft zu verordnen..........
Es waren auch viele Kleinigkeiten, die man eben gemerkt hat und das kann schon jemanden mit Angst arg zusetzen.
Wir hatten auch Angst, aber es ging immer glatt.
Vllt. waren die, die man immer angesetzt hat zu doof, jedenfalls wir wussten eigentlich meistens, wer bei der Stasi war..........
Das war schon sehr plump, was die so versucht haben.
Wir hatten wegen des Drgenankaufs ein Telefon bekommen.
Bei jedem Gespräch hab ich jedesmal die "Genossen" der "Firma" zu erst begrüßt und am Ende hab ich mich auch immer brav verabschiedet.......
(Firma war ein Ausdruck aus dem Volk für den Staatssicherheitsdienst)

mimi

Beitrag von mimi » 13.08.2011, 17:23

Es wird einem Angst und bange, wenn man das liest.

Wir waren - ich habs schon mal geschrieben - in der Zentrale Mielkes in der Normannenstraße in Berlin. Es war schon sehr bedrückend und
das schärfste war Hohenschönhausen. Furchtbar.
Ich habe heute die Gedenkfeier im Fernsehen angesehen und man kann gar nicht nachvollziehen, wie grausam das doch war.

Maria*

Beitrag von Maria* » 13.08.2011, 18:13

@ Vicky

Ich habe das gefunden und mal ein Stück davon kopiert, was bedeutet das denn ?
Und wo erfahre ich, ob ich eine Akte habe ?

------------------------------------------------------------------------------
Kosten

Für Betroffene, Dritte und nahe Angehörige werden bei der Akteneinsicht keine Kosten erhoben. Für die Anfertigung von Kopien der Unterlagen ist ein geringer Betrag für den Verwaltungsaufwand und die Anzahl der Kopien zu zahlen.

Ersuchen öffentlicher Stellen werden kostenfrei bearbeitet, Ersuchen nicht-öffentlicher Stellen sind in der Regel kostenpflichtig.

Anträge von Wissenschaftlern und Journalisten zur historischen und politischen Aufarbeitung sind kostenpflichtig. Ausgenommen sind journalistische und wissenschaftliche Arbeiten für öffentliche Stellen des Bundes und der Länder.

Grundlage für Gebühren und Auslagen sind das Stasi-Unterlagen-Gesetz und die Kostenordnung; über die Höhe informiert das Kostenverzeichnis.
Kostenverzeichnis

Ersuchen öffentlicher Stellen werden kostenlos bearbeitet. Für die Bearbeitung von Ersuchen nicht-öffentlicher Stellen werden Gebühren und Auslagen gemäß Kostenverzeichnis erhoben.
A. GebührenNr. Gebührentatbestand Gebührenbetrag (€)
I. Auskünfte und Mitteilungen
1. Schriftliche Auskünfte an Mitarbeiter *) oder Begünstigte (§§ 12, 16, 17 StUG)
a) ohne vorangegangene Einsichtnahme 76,69
b) nach vorangegangener Einsichtnahme 20,45
2. Schriftliche Mitteilungen an nicht-öffentliche Stellen (§§ 19, 20, 21 StUG)
a) im Falle, dass Unterlagen vorhanden 38,35
b) im Falle, dass Unterlagen nicht vorhanden 12,78
II. Einsichtnahme
1. Einsichtnahme durch Mitarbeiter *) oder Begünstigte (§§ 12, 16, 17 StUG)
a) Einsichtnahme ohne vorangegangene schriftliche Auskunft 76,69
b) Einsichtnahme nach vorangegangener schriftlicher Auskunft 20,45
2. Einsichtnahme durch nicht-öffentliche Stellen sowie für Zwecke der Forschung
(§§ 19, 20, 21, 32 StUG)
a) Einsichtnahme ohne vorangegangene schriftliche Mitteilung 38,35
b) Einsichtnahme nach vorangegangener schriftlicher Mitteilung 10,23
3. Einsichtnahme durch Presse, Rundfunk, Film (§§ 33, 34 StUG) 76,69
III. Herausgabe
1. Herausgabe von Duplikaten an Mitarbeiter *) oder Begünstigte (§§ 12, 16, 17 StUG)
a) Herausgabe ohne vorherige Auskunft und ohne Einsichtnahme 76,69
b) Herausgabe ohne vorherige Einsichtnahme 20,45
c) Herausgabe nach vorheriger Einsichtnahme 5,11
2. Herausgabe von Duplikaten an Betroffene, Dritte und nahe Angehörige Vermisster oder Verstorbener (§§ 12, 13, 15 StUG) 5,11
3. Herausgabe von Duplikaten an nicht-öffentliche Stellen sowie für Zwecke der
Forschung (§§ 19, 20, 21, 32 StUG)
a) Herausgabe ohne vorherige Einsichtnahme 10,23
b) Herausgabe nach vorheriger Einsichtnahme 5,11
4. Herausgabe von Duplikaten an Presse, Rundfunk, Film (§§ 33, 34 StUG)
a) Herausgabe ohne vorherige Einsichtnahme 76,69
b) Herausgabe nach vorheriger Einsichtnahme 38,35

Vicky

Beitrag von Vicky » 13.08.2011, 18:19

Das war wirklich furchtbar, und doch wollte ich nie ein Bundesbürger werden.
Die "Mächtigen" hier konnte man wenigstens noch ärgern.
Heute kannst Du auf jedem x-beliebigen Amt vor den Augen der dort
arbeitenden Leute vom Boden abheben und im Büro herumfliegen, das juckt die einfach nicht...............

Ich sag schon mal bye, wünsch Euch was

Vicky

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Beitrag von Kathy » 18.08.2011, 16:55

Ich bin immer völlig geschockt, wenn ich mitbekomme was in der DDR ablief. Ich hatte von klein auf null Kontakte zu Ostdeutschland und mich (leider) auch nicht gross für interessiert.

Letztes Jahr an Ostern waren wir das erste Mal in Berlin, hatten eine Wohnung am Alexanderplatz gemietet und da erst wurde mir das alles richtig bewusst.

Sein eigenes Volk einzusperren und zu bespitzeln - ich finde da gar keine Worte für!

LG :) :) :)
Der Blick des Verstandes fängt an scharf zu werden, wenn der Blick der Augen an Schärfe verliert.

Platon

Vicky

Beitrag von Vicky » 18.08.2011, 18:13

Himmel Mariechen,

wo haste den Text her ? Ich hab keine Ahnung, was das alles bedeutet.
Wir haben einst nur einen Antrag gestellt. Die Behörde gibts glaub ich nicht mehr oder sie heißt jetzt anders und dann musste man eben nur warten.
Ich müsste mal nachsehen, wie das gegangen ist damals.

Ich hab noch eine seltsame kleine Geschichte.
Wir hatten nach 20 Jahren unser erstes Klassentreffen in Wernigerode.
Zuerst sind wir ein bisschen durch den Wald gewandert und hin zu einem Gasthaus, wos Kaffee und Kuchen gab.
Auf dem Weg dahin, kam ein Mitschüler, der auch immer schon ein überzeugter DDR Bürger war, zu mir und wir haben ein bisschen geredet. Männe war mit dabei, ist aber etwas vor uns gelaufen.
Plötzlich bleib J. stehen , packt mich an den Schultern und sagt:
Alles, was du vorhast- auch Dein Mann, tu mir einen Gefallen und verhaltet Euch einfach ganz ruhig . Hast Du mich verstanden!
Ja sprachs und ging weiter, ich konnte auch nichts nachfragen.
Heute weiß ich, dass der auch da gearbeitet hat in Halle, wo der angeheiratete Onkel gearbeitet hat.
Er hat die Hunde abgerichtet und zwar zu richtigen Killern, fast alle musste man einschläfern nach dem Mauerfall.
Najam er hatte wohl Glück, dass Gevatter Tod ihn dahingerafft hat und seine Welt einfach so zerbrochen ist.
Den J.habe ich nie wieder gesehen....aber ich hab seine Anschrift.

Solche kleine Geschichten fallen einem dann ein und drade diese kleinen waren eben die Gefährlichen...............

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Beitrag von Rosenfan » 18.08.2011, 19:55

Das waren damals diese russischen Schäferhunde, und die wurden auf die Menschen losgelassen, das ist unfassbar.Owtscharka glaube ich hießen die.
Ich habe ein paar Berichte über die DDRgesehen, von einem Frauengefängniss usw. Die haben ja furchtbare Strafen gehabt. Zum Glück ist das jetzt schon lange vorbei. :eek:
LG Rosenfan


Laufe nicht bevor Du gehen gelernt hast.

Vicky

Beitrag von Vicky » 19.08.2011, 16:38

Röschen, ich denke auch immer, zum Glück ist das vorbei............

Für mich und die alle, die in dem Land groß wurden,wird es wohl nie wirklich vorbei sein.
Und von dem Gejubel der Anfangszeit ist auf beiden Seiten (ja, es gibt die immer noch irgendwie) nicht mehr viel übrig.
Aber in den nächsten Generationen wirds wohl endlich Deutschland einig Vaterland geben.
Bitte nicht falsch verstehen. Ich hätte mir gewünscht, dass die DDR funktioniert hätte und nicht zu einem kleinkarierten, gehässigen Machtstaat mit Vefolgungswahn geworden wäre.............
Aber vllt. ist der normale Mensch nicht fähig, nach den Prinzipien eines Marx zu leben........gerecht zu teilen ist wohl nicht in unserer Festplatte installiert.

Und ! Viele der Parteibonzen, die ihre Mutter ans Messer geliefert hätten, wenn es ihnen Vorteile gebracht hätte, die sind wieder in Amt und Würden, machen Karriere oder haben sie gemacht................

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Beitrag von Sara » 19.08.2011, 16:45

Vicky hat geschrieben: Aber vllt. ist der normale Mensch nicht fähig, nach den Prinzipien eines Marx zu leben........gerecht zu teilen ist wohl nicht in unserer Festplatte installiert.
Ja das denke ich. Die Theorien des Sozialismus funktionieren nur im "Märchenbuch". Der Mensch ist von seiner Natur her dafür nicht "ausgelegt".

Ich bin sehr froh, dass mein Sohn zu einer Generation gehört, der die DDR nur aus dem Geschichtsbuch kennt.
Ich denke, für mich, die "nur" die Kindheit und Jugend in der DDR erlebt haben, war es noch etwas einfacher als für deine Generation/die meiner Eltern, die es erst ohne Mauer erlebt haben und dann bei der Teilung richtig bewusst dabei waren und die gesamte lange Zeit der Mauer live erleben mußten.

Vicky

Beitrag von Vicky » 19.08.2011, 17:28

Ich denke manchmal an meine Eltern, die hatten den Krieg an der Backe, danach war die Zeit, die immer nur "in der schlechten Zeit " genannt wurde und dann kam auch schon die DDR.
Als Kind hab ich alles einfach hingenommen, wie es war. Ich hab nichts vermisst. Gut, ich hab einen Puppenwagen vermisst, aber das lag am Geldbeutel meiner Eltern und nicht am System.........
Ich war mit meinen Eltern als Kind im Westen, in Osnabrück und ich hab da die erste richtige Schokolade meines Lebens gegessen und andere Sachen, die ich nie zuvor gesehen habe (klingt wie der Vorspann der Enterprise :D ).

Und wieder daheim, war ichs zufrieden. Wenn ich mir eine Tüte voll mir Pfefferminzbruch (so ekelsüßes Zeug, rosa mit weiß) gekauft habe für ein paar Pfennige, war ich glücklich, Hauptsache süß............
Und ich war 2 mal in Berlin West, bei einer Freundin meiner Großtante, die mich immer gerne mit zu sich geschleppt hat.
Die wohnte in so einem "Hochhaus" mit Blick auf die Siegessäule.........und balkon und fahrstuhl und dann hatte die do ein kleines Plastikgerät, mit dem man sich bunte Bilder angucken konnte.
Ja, mein liebstes war die Krönung vom Themseliesel...........
Das lag aber sicher daran, dass ich immer eine Prinzessin werden wollte
*lach*.............Ohne eine Krone bin ich nicht zur Faschingszeit aus dem
Haus gegangen ............

Ja, also ich kenne sozusagen auch den Westen vor der Mauer...........
Ich kann mich nicht erinnern, dass in meiner Gegenwart darüber geredet wurde....
Politisch denken, das fing erst im Internat an, wo wir stundenlang zusammensaßen und debattiert haben.
Durch die viele Zeit, die die Musik beansprucht hat, waren wir auch nicht dauernd irgendwelchen Agitationen ausgesetzt, somit war eben wieder ein klarer Blickauf die echte DDR irgendwie in die Ferne gerutscht.
Ja, aber dann hab ich jemanden kennengelernt und der hat mir quasi die Augen geöffnet.
Huh, das war ein Querdenker ...............den hat man mal ein halbes Jahr
von der Uni verwiesen und in den Bergbau gesteckt. Nicht in irgendeinen, sondern in die Wismut, wo die Russen Uran abgebaut haben.
Die Grube wurde zwar mit hiesigen Arbeitern betrieben, aber alles, was abgebaut wurde, ging in die "Ruhmreiche Sowjetunion"..............

Und der Kerl hat mir jegliche romantische Geschichten über den kommenden Schlaraffenlandkommunismus aus dem Schädel getrieben....

Und dann mit Männe 2 wurde es dann langsam extremer.
Das gab einen Aufstand, als wir zusammen aufgehört haben zu arbeiten.
Da war man aus dem Blickfeld der wachsamen Leute............
Und nur deswegen hat man uns zähneknirschend erlaubt, selbstständig zu werden mit dem Drogenhandel..............
Verrückt wars schon ..........

Ja und Sara, ich wollte in dem Land auch kein Kind oder mehrere haben.
Es war ein ungutes Gefühl, so eingesperrt zu leben. Ja, nach Ungarn konnte man ja, auch nach Tschechien, aber Polen, als ich da mal hinwollte, durfte man nicht mehr hin.....
Wenn man damals in Budapest ankam, also das war so anders, nicht so verbiestert wie bei uns im Land , es gab auch viel mehr zu kaufen.........
Die Ungarn haben vieles über Lizensen hergestellt, Kosmetik , die man nur aus dem TV kannte , mal als Beispiel..............

Haach Mann, ich komme aber auch immer ins babbeln....

Vicky

Beitrag von Vicky » 19.08.2011, 17:29

Klasse, wieviel ich wieder falsch getippselt habe...............

Sara
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Beitrag von Sara » 19.08.2011, 18:00

Vicky hat geschrieben:Ja und Sara, ich wollte in dem Land auch kein Kind oder mehrere haben.
Ich bin trotzdem froh, dass meine Eltern anders dachten, sonst gäbe es mich nicht.
Ich muss sagen, dass ich trotzdem eine schöne Kindheit hatte. Als Kind vermisst man nichts, weil man es nicht anders kennt. Unsere kleine Dorfschule hat auch versucht, alles Politische von uns fern zu halten so gut es ging.
Für Politik zu interessieren hab ich mich als Jugendliche, so mit 16, da war ich auch sehr engagiert. Unser Gymnasium (EOS), welches ich in der 11. und 12, Klasse besuchte, war gegenüber der Dorfschule leider sehr "linientreu". Dementsprechend war der Widerstand unter uns Schülern... Die Kirche tat ihr Übriges.
Dann wars aber auch schon bald vorbei, mit 18 kam die Wende.

Vicky

Beitrag von Vicky » 19.08.2011, 19:03

Ich wollte auch nicht, dass deine Eltern so dachten und handelten, wie ich.

Und ja, ich habs ausgiebig beschrieben, ich habe in meiner Kindheit auch nichts vermisst.
Ich hatte das, was man am nötigsten braucht als Kind, Liebe !
Das ist mit keinem noch so teuren Spielzeug oder anderen Kram zu vergleichen.
Und dabei will ich es jetzt mal belassen.

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Kathy
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Beitrag von Kathy » 19.08.2011, 21:09

Stimmt Vicky, das wichtigste in der Kindheit ist Liebe. Du hast wohl auch recht damit, dass es erst ab der nächsten Generation "ein" Deutschland geben wird. Dass Menschen wohl nicht dazu fähig sind einen echten Kommunismus zu leben denke ich auch.

Es ist interessant für mich von betroffenen Menschen zu lesen, wie es damals in der DDR war. Sicher, ich habe mich mittlerweile informiert, weiss eigentlich alles - aber dennoch, es ist was anderes es von direkt Betroffenen zu hören!

Mach also weiter, wenn du Lust hast!

LG :) :) :)
Der Blick des Verstandes fängt an scharf zu werden, wenn der Blick der Augen an Schärfe verliert.

Platon

Vicky

Beitrag von Vicky » 20.08.2011, 17:52

Okay, ich werd noch wasschreiben, wie es in der DDR war.
Heute aber nicht.
Ich hab noch eine putzige Geschichte, vllt. auch noch mehrere.

In der gehts um Karl Eduard von Schnitzler, einer echten Giftspritze.........
Wir, als fast die ganze Schule und auch ein Trupp Lehrlinge wurden verdonnert, sich von dem Mann einen Vortrag anzuhören.......
Keiner wollte dafür Freizeit opfern..............
Also haben wir zusammen mit den Lehrlingen einen Plan gemacht.........

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