habt ihr eine Vorsorgevollmacht?

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grittel

habt ihr eine Vorsorgevollmacht?

Beitrag von grittel » 02.03.2010, 07:53

hallo mädels,
aus aktuellem Anlass, mal ne Frage, habt ihr ne Vorsorgevollmacht??

Ich weiß, jetzt werden einige sagen, für was das denn, und jetzt schon in meinem Alter.

Nur soviel dazu: Meine Freundin hatte mit 48 nen Herzinfarkt!
Und ich mit meinen vielen OP`s, es kann ja auch mal was schiefgehen.
Und dann möchte ich nicht an Geräten und sonstigem kleben bleiben. Kein Versuchskanickel sein.

Meine Mam war "alleine" bei ihrem Arzt und der Gemeinde und hat sich eine Generalvollmacht ausstellen lassen, auf mich als ihre Bezugsperson im Fall der Fälle. Zusätzlich haben wir das auch für die Bank gemacht. Denn das muss direkt bei der Bank abgeklärt werden, indem beide "Parteien" mit Perso erscheinen müssen.

..mein und ich Mann haben uns nun auch gegenseitig für den Fall der Fälle eine Generalvollmacht ausgestellt.

lg grittel
Eine Vollmacht kann jederzeit widerrufen werden. Bei Scheidung oder Todesfall des Partners

Fipsle

Beitrag von Fipsle » 05.03.2010, 21:44

Da hab ich mal eine Gegenfrage dazu;

Meine Eltern haben jetzt beim Notar eine Generalvollmacht hinterlegt, die erst sich gegenseitig und dann als zweites mich als an zu sprechende Person für alle Angelegenheiten machen soll.

Du hast jetzt aber erwähnt bei der Bank müsse das Extra gemacht werden??
Lt. meinen Eltern schließt das was sie gemacht haben, die Bank mit ein. Ich kann es leider nicht nach lesen, denn ich habe das Papier selber noch nicht gesehen.

Vicky

Beitrag von Vicky » 06.03.2010, 20:58

Ich hab das bei meinem Vater gemacht, als er noch einigermaßen beisammen war und wir haben das bei einem Notar gemacht.

Was mich oder meinen Mann angeht, haben wir eine Patientenverfügung gemacht.
Die kann jeder für sich selber machen.
Es gibt dafür Vordrucke, aber nach der neuesten Gesetzesgebung, kann man schreiben, was man will und das muss berücksichtigt werden.
Wenn man nicht in die Klauen der Apparatemedizin geraten will, muss man aber genau drauf achten, was man schreibt.
Manche Ärzte legen das immer noch auf ihre Art aus.
Wenn man auf Nummer sicher gehen will, muss man schreiben, dass man keine lebenserhaltenden Maßnahmen will. Und wenn man doch noch eine Chance hat und an den Geräten hängt, ist es gut zu verfügen, dass man keine Nahrung oder Flüssigkeit zugeführt haben will.

Eine Generalvollmacht ist was Anderes Grittel, als eine Patientenverfügung.

LG Vicky

Vicky

Beitrag von Vicky » 06.03.2010, 21:02

Ach ja Fipsle,

das ist richtig. Wenn man das beim Notar macht, ist alles mit dabei, man muss im Bedarfsfall die Vollmacht vorlegen, mehr nicht.
Sicherheitshalber fragt den Notar nochmal. Oder lest das Ding nochmal durch vorher.

Vicky

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indigo
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Beitrag von indigo » 07.03.2010, 23:54

Also, wir haben eine Generalvollmacht damals noch beim Anwalt ausstellen lassen. Aus aktuellem Anlaß, weil mein Schwieva plötzlich verstarb und wir mit meiner an Alzheimer erkrankenten Schwiemu plötzlich da standen.

Wir haben aber noch nach der Situation sogleich eine Generalvollmacht selbst ausgefüllt und Schwiemu unterschreiben lassen mit Perso-Nr. meines Mannes usw.
Diese Generalvollmacht (nicht vom Anwalt) war 9 Jahre überall anerkannt und gültig. Auch bei der Bank !!!!!!!!!!!!!
Auch als sie ins Krankenhaus kam und operiert werden sollte, wurde diese Generalvollmacht anerkannt. Hatte mich zu diesem Anlaß extra noch beim Amtsgericht (Richter) erkundigt.
Und warum sollte man da noch bei der Bank was extra hinterlegen.
Natürlich müsste man da sowieso eine Kontobevollmächtigung haben und die kann man ja bis zum Tod haben. Also, warum jetzt doppelt ??

Unsere handgeschriebene Generalvollmacht wurde bei der
Versicherung
Bank
Heim
Arzt
Krankenhaus
Wohnungsgesellschaft (Wohnung musste aufgelöst werden)

anerkannt. Und das, obwohl mein Mann einen anderen Namen hatte, weil unehelich.

Ja und aus diesem Grund sind mein Mann und ich sofort zum Anwalt und haben das machen lassen.
Heutzutage kann man sich das aus dem Net drucken und ausfüllen. Braucht man nicht mehr zum Anwalt.
Genauso ist das mit der Patienenverfügung. Braucht auch nicht mehr zum Anwalt.
Meine Mutter hat auch eine Patientenverfügung (ohne Anwalt) und sie ist gültig !!!!!!!! Alle 2 Jahre muss der behandelde Arzt abstempeln und bescheinigt dadurch ihren Willen.
Es grüßt Bild 'lichst indigo
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Beitrag von indigo » 07.03.2010, 23:56

Und meine Mutter ist 89 Jahre alt inzwischen.
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Fipsle

Beitrag von Fipsle » 08.03.2010, 07:50

Eigentlich ist es traurig, dass man so viel Aufwand treiben muss. :rolleyes:
Nicht einmal die eigenen Kinder können was tun ohne ein Schriftstück in der Hand zu haben.
Aber das kommt nur, weil es den vielen ehrlichen Leuten immer wieder von ein paar DOOOOOOOFEN Individuen kaputt gemacht wird, die immer in allem etwas sehen, mit dem man Schmu treiben kann.
:ja:

grittel

Beitrag von grittel » 08.03.2010, 09:01

Fipsle hat geschrieben:Da hab ich mal eine Gegenfrage dazu;

Meine Eltern haben jetzt beim Notar eine Generalvollmacht hinterlegt, die erst sich gegenseitig und dann als zweites mich als an zu sprechende Person für alle Angelegenheiten machen soll.

Du hast jetzt aber erwähnt bei der Bank müsse das Extra gemacht werden??
Lt. meinen Eltern schließt das was sie gemacht haben, die Bank mit ein. Ich kann es leider nicht nach lesen, denn ich habe das Papier selber noch nicht gesehen.
Es schliesst das mit ein, beim Ehemann, wenn ein gemeinsames Konto besteht.
Du jedoch musst, wenn du nicht auch als Kontoinhaber draufstehst, dir das vor Ort/Bank mit deinen Eltern und deinem Perso, nochmal extra bestätigen lassen. Und zwar deshalb, weil die Vollmacht nur bis zum Tod und nicht über den Tod hinaus bei der Bank gültig ist.
Vorort deshalb, damit du auch nach/ab dem Tod deiner Eltern sofort an das Konto kannst, z.B. für Beerdigung oder so.

LG grittel

grittel

Beitrag von grittel » 08.03.2010, 09:13

Vicky hat geschrieben:Ich hab das bei meinem Vater gemacht, als er noch einigermaßen beisammen war und wir haben das bei einem Notar gemacht.

Was mich oder meinen Mann angeht, haben wir eine Patientenverfügung gemacht.
Die kann jeder für sich selber machen.
Es gibt dafür Vordrucke, aber nach der neuesten Gesetzesgebung, kann man schreiben, was man will und das muss berücksichtigt werden.
Wenn man nicht in die Klauen der Apparatemedizin geraten will, muss man aber genau drauf achten, was man schreibt.
Manche Ärzte legen das immer noch auf ihre Art aus.
Wenn man auf Nummer sicher gehen will, muss man schreiben, dass man keine lebenserhaltenden Maßnahmen will. Und wenn man doch noch eine Chance hat und an den Geräten hängt, ist es gut zu verfügen, dass man keine Nahrung oder Flüssigkeit zugeführt haben will.

Eine Generalvollmacht ist was Anderes Grittel, als eine Patientenverfügung.

LG Vicky
Nee, es gibt seit ca 1 Jahr eine Generalvollmacht, die die Patientenverfügung mit beeinhaltet.

Und, wenn du eine handschriftliche, ohne Notar machst, dann solltest du den Geisteszustand ,der Person,die das Teil unterschreibt, also den Patienten, vom Arzt bestätigen lassen.
Ich hatte den Vordruck vom Notar, habe mir das Teil kopiert, und gebe es gerne auch weiter.

Lg grittel

fabel

Beitrag von fabel » 08.03.2010, 10:23

Meine Mutter hat das alles gemacht, da sie verwitwet ist und im Falle des Falles nicht möchte, dass ein Betreuer eingesetzt wird, sondern dass das ihre Kinder übernehmen.
Aber man sollte das eigentlich grundsätzlich machen, egal wie alt man ist, denn in diesem Land ist nicht automatisch der Ehegatte der Betreuer, wenn man zum Pflegefall wird ( kann ja auch schon mit 40 passieren ) . Da wird auch schnell mal vom Gericht ein Betreuer eingesetzt und die Familie hat nichts mehr mitzuentscheiden.

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Beitrag von indigo » 08.03.2010, 17:57

@grittel,
ich verstehe jetzt grad nicht, warum Du das nochmals ausführlich erklärst, dass habe ich doch in meinem Beitrag geschrieben.
Ich hatte diese Erfahrung in Live.
Oder hat das was mit meiner Person zu tun ?
Hast Du das nicht gelesen oder wie ????

Man macht übrigens keine Kontoverfügung nur bis zum Tod, sondern gererell eine über den Tod hinaus. Verstehe jetzt nicht, warum man das so machen sollte, denn man möchte ja auch nachher die Kosten für die Beerdigung bezahlen und das Konto auflösen.
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Beitrag von indigo » 08.03.2010, 18:01

Übrigens, so schnell wird ja nun auch kein Betreuer eingesetzt. Im Gegenteil war das bei uns der Fall.
Wir dachten: es wäre besser so aber da wir eine Generalvollmacht hatten (ohne Anwalt, handschriftlich geschrieben), teilte uns das Amtsgericht eine Ablehnung mit. Und nach einem Telefonat danach, war mir das auch klarer. Wir kamen da besser bei weg.
Beim 2. Anlauf wegen dem Betreuer, welches mein Mann dann sein wollte, wurde es wieder angelehnt. Immer mit der Begründung, dass mein Mann eine Generalvollmacht hätte.
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Vicky

Beitrag von Vicky » 08.03.2010, 20:22

@ Grittel

In der Generalvollmacht von meinem Vater für mich wurde auch berücksichtigt, dass mein Vater nicht mit aller Gewalt am Leben gehalten wird.
Das ist richtig, dass es in dem Fall mit in der Generalvollmacht steht.

Eine Patientenverfügung für mich selber, und das hab ich gemeint, muss ich schon selber verfassen. Ich glaube, man muss nichts mehr alle 2 Jahre das Ding auffrischen. Man setzt das auf, und danach muss man sich richten.
Als Arzt.

Für mich ist es wichtig, dass ich das gemacht habe. Ich war lange genug im Klinikbetrieb, um zu sehen, wie gnadenlos Ärzte sein können.
Sowas will ich nicht erleben müssen...............

grittel

Beitrag von grittel » 09.03.2010, 09:27

indigo hat geschrieben:@grittel,
Ich hatte diese Erfahrung in Live.
Oder hat das was mit meiner Person zu tun ?
Hast Du das nicht gelesen oder wie ????
:nixweiss: sag mal, wieso fühlst du dich jedesmal angegriffen??
Man macht übrigens keine Kontoverfügung nur bis zum Tod, Beerdigung bezahlen und das Konto auflösen.


hallo indigo,
mit deiner Person hat das nix zu tun, ich kenne dich nicht. Es ist allgemein geschrieben, und ich schreibe aus eigener Erfahrung. Ich gebe das hier wieder, was ich erlebt habe. Genau wie du. :schaf:
Die Kontoverfügung, hast du sie nichtvor Ort, bei der Bank gemacht, ist nur bis zum Tod, und nicht über den Tod hinaus gültig.
So wurde mir das bei der BB Bank gesagt, und ich musste mit meiner Mutter dorthin, damit ich in ihrem Beisein die dortige Vollmacht über alle konten erhalten konnte, und wir beide mussten dies unterschreiben. Und dazu die Vorlage des Personalausweis.
..und obwohl ich der einzige Nachkomme bin!
aber auch das steht hier nicht im Vordergrund, das ist bei der Bankvollmacht Gesetz :vielposten: und hat absolut nichts mit der allgemeinen Generalvollmacht oder Patientenverfügung zu tun.

lg grittel

Fratzematz

Beitrag von Fratzematz » 09.03.2010, 10:09

Ja, das kenne ich auch nur so.
Die Kontovollmacht gilt bis zum Tod.
Es sei denn, du bist als Mitinhaber des Kontos mit aufgeführt z. B. Eheleute XY, dann hast du natürlich auch nach dem Tod des Ehepartners Zugriff auf das Konto.

Ansonsten braucht man eine Vollmacht über den Tod hinaus.....

Nach dem Tod kommen ja die Erben mit in's Spiel. Kontovollmacht kann ja z. B. auch die Nachbarin haben.
Dann ist wieder der Erbschein notwendig.

So kenne ich das....

Vicky

Beitrag von Vicky » 09.03.2010, 19:21

Ein dreifach Hoch auf die Bürokratie...............

Ich mach mich gleich dünne..............Shoppen ist mir wohl doch schon zu anstrengend geworden.

Bye
Gruß Vicky

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Beitrag von indigo » 09.03.2010, 23:45

Ich will mich hier nicht rumzanken und belehren muss mich auch niemand.........
Bild
...nur mal zur Info eine Kopie,
und...........ich hab selbst bei der Bank gearbeitet.

Das man wegen der Bankvollmacht persönlich erscheinen muss mit Personalausweis usw., das versteht sich wohl von selbst. Hab ich auch nie abgesprochen. So Dumm wird wohl niemand denken.
Im übrigen kann der Bankangestellte dann entscheiden, ob er einen Erbschein verlangt.
Bei uns wurde kein Erbschein verlangt, weil mein Mann dort selbst Kunde war und auch bekannt war. Übrigens war mein Mann auch der einzige Nachkomme.
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Beitrag von indigo » 09.03.2010, 23:46

Im Übrigen habe ich hier niemals die Bankvollmacht mit der Generalvollmacht gleich gestellt. Bin ja nicht Blöd !!
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fabel

Beitrag von fabel » 10.03.2010, 08:10

indigo hat geschrieben:Übrigens, so schnell wird ja nun auch kein Betreuer eingesetzt. .
Vielleicht ist das ja abhängig vom Bundesland? Ich habe hier jedenfalls in der Verwandschaft das Gegenteil erlebt. Mann demenzkrank muss ins Altersheim. Seine Frau schon über 70 aber geistig fit und 3 erwachsene Kinder in Akademikerberufen, die aber alle weiter weg wohnen. Es wurde sofort vom Vormundschaftsgericht ein Betreuer eingesetzt. Erst als der älteste Sohn sich rechtlich dagegen wehrte wurde es wieder rückgängig gemacht. Und das ist kein Einzelfall, es kommen immer wieder entsprechende Berichte in der Presse.

Vicky

Beitrag von Vicky » 10.03.2010, 20:22

Hi Indigo,

was ist denn jetzt los ?
Und wer zankt sich denn hier rum...........
Niemand hält Dich für blöd, niemand hat Dich belehrt oder sowas.........

Vllt. liegts ja auch daran, dass wir alle nicht 100% den neuesten Stand zur Zeit kennen. Na und, dewegen kann doch jeder seine Meinung sagen.( Oder eben seine Erfahrungen erzählen)
Es ist zwar ein ernstes Thema, aber vllt.sollten wir uns dabei nicht in die Wolle kriegen und das Ganze etwas entspannter angehen.
Ist das in Ordnung ?

Lieben Gruß
Vicky

Vanilla
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Beitrag von Vanilla » 25.03.2010, 17:50

ich habe alles geregelt von Gesundheit bis Geld bis Testament
LG Vanilla

Vicky

Beitrag von Vicky » 25.03.2010, 19:46

Das finde ich auch gut,vanilla. Wir haben das auch alles schon gemacht.
Man kann ja auch nie wissen, was einem zustoßen kann.
Und mit jeglicher Vorsorge auf diesem Gebiet kann man gut verhindern, dass sich die Nachkommen, sprich Erben, die Köpfe einschlagen.

Und sich selber tut man auch einen Gefallen, nicht nur wegen der Erben, sondern auch gegen Ärzte, die auf Teufel komm raus heilen wollen.

Gast

Beitrag von Gast » 25.03.2010, 22:53

genau, ich halte nichts von an allen technischen Rafinessen angeschlossen zu sein und ein Forschungsobjekt der Medizin zu werden


ich habe bei meiner Mutter gesehen wohin das führt, 6 Monate Krankenhaus 10 Op's, Hautverpfanzungen etc und es stand von vornherein fest das sie nicht überlebt, nur ich wußte es nicht, das hatte der Arzt nicht gesagt

Vicky

Beitrag von Vicky » 27.03.2010, 18:56

@ Gast

Ich finds schon ganz gut, was es heute so an Möglichkeiten gibt in der Medizin und auch die Entwicklung der Gerätemedizin ist gut und richtig, sofern sie eingesetzt wird, damit ein Kranker geheilt oder eine gute Lebensqualität dadurch bekommt.
Leider ist das nicht so. Ich habe den Eindruck, dass Ärzte es als persönliche Beleidigung empfinden,wenn ein Patient es wagt, zu sterben.
Ich war MTA und bin schon lange raus aus dem Klinikbetrieb. Ich habe mich mit meinem Chef schon damals gestritten, warum jemand, dem nicht mehr zu helfen ist, noch bis zum letzten Schnaufer gepiesackt wird.
Vitamine und Stärkungsmittel, anstatt einer sinnvollen Schmerztherapie.
Der gute Doc war der Meinung, dass man , solange noch Leben in jemanden ist, das um jeden Preis erhalten muss, denn morgen schon kann ja ein Heilungsmittel da sein..............
Was soll man dazu noch sagen ?
Heute sind die Weißkittel vllt. noch gnadenloser, weil sie mehr Mittel zur Verfügung haben, ein Leben zu verlängern, wie das auch ausehen mag.

In der Anfangszeit habe ich mir wenig Gedanken um sowas gemacht, erst als ich einen Bluttest auf einer Station machen sollte.
Nach einigen Versuchen, bei diesem Patienten Blut zu bekommen, hab ich bei der Stationsschwester bescheid gesagt, dass ich leider den Test nicht machen kann, weil ich (egal, woich hinsteche) kein Blut bekomme.
Das könne doch nicht sein, und wir sind wieder in das Zimmer ..........
Der lakonische Kommentar, ach der ist doch tot, wahrscheinlich schon etwas länger.
Naja, vllt. hätte der Patient ja eine wundersame Heilung erlebt, wenn ich den Test früher gemacht hätte.
Das war der Auslöser, dass ich den Klinikbetrieb an sich, kritischer gesehen habe.
Irgendwann kamen mir Ärzte vor, wie gnadenlose Folterknechte und das war dann auch mit ein Grund, aus dem Beruf raus zu gehen.

Vicky

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