Alles nicht so einfach

Was heißt schon gesund oder krank? Informationen, Ratschläge, Fragen und Erfahrungen haben hier ihren Platz.
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grittel

Alles nicht so einfach

Beitrag von grittel » 22.11.2010, 07:23

Hallo an alle,

so, mal die Neuigkeiten.
Nachdem unsere Mutter nun operiert wurde, wurde sie in die Rehaklinik verlegt. Aber es ging ihr nie besonders, sondern sie klagte über starke Schmerzen.
> nun wurde sie dort noch einmal geröngt, und man stellte fest, es sind ausgebrochen.
Das konnte man mittlerweile auch gut am Rücken erkennen.
Also brachte ich sie mit dem Krankentaxi und einer Einweisung in die Orthopädie in der Nähe von HD. Die Fahrt wurde nicht als liegend Transport verordnet, und dementsprechend war das eine Qual bis wir endlich ankamen.
Dort ging das dann weiter, Nummer ziehen, darauf stand, wie lange man warten muss! 10 Minuten, na ja, das war ja noch vertretbar, aber ich hatte mich zu früh gefreut. Nach diesen 10 Minuten musste ich erst mal an die Anmeldung und dann wieder warten. Dann Arzt, CT, Arzt, Röntgen, Anmeldung zur stationären Aufnahme, und dann noch Blutabnahme, Narkosearzt, Internist.
Dann endlich, nach 6 Stunden, indem meine Schwie- Mutter im Rohlstuhl gesessen hat, endlich auf das Zimmer.
Alle 10 Minuten die Frage, wo sind wir, warum sind wir hier, warum fahren wir nicht einfach zurück in das Hotel, ich will mein altes Zimmer, hier gefällt es mir nicht, und wo schläfst du???

Und immer wieder habe ich ihr ruhig und immer gleich erklärt:

Wir sind hier in der Orthopädie, und wir waren in der Reha, und zurück geht nicht, das Zimmer ist schon belegt! Zurückfahren geht nicht, und nach Hause, da ist niemand, Schwievater ist erkältet. Und ich schlafe hier nicht, da kein Zimer mehr frei ist..............Zwischenzeitlich musste ich zur Anmeldung und habe sie vor der Röntgenabteilung abgestellt. Sitzen bleiben, und wenn du aufgerufen wirst, dann meldest du dich! Ich war keine 2 Minuten wieder zurück, aber sie war weg! Die mitwartenden haben mir dann den Weg gezeigt, wo ich sie finden kann. In der nächsten Halle, mit dem Vorwurf an mich: Ich suche die Rezeption, ich will in mein Zimmer, ich zahle ja schließlich dafür.


Da sie so verwirrt ist, habe ich mich nicht getraut, ihr zu sagen, dass ihr Mann noch einmal operiert wird, dass er zwar zu Hause ist, aber ab nächste Woche ambulant Chemo bekommen wird, nach der OP.

In ihrem Zimmer angekommen, hatten die Pfleger das Bett noch auf der Etage stehen. Da ich helfen wollte, habe ich sie im Zimmer abgestellt, und den "Befehl" gegeben, bleib bitte sitzen, bin sofort zurück!
Geh vor die Tür, keine 2 Sekunden später ein lauter "Hilfe" Schrei.
Ich rein, und sehe sie hinter dem Bett der Nachbarin im Rollstuhl sitzend, unter der Bettdecke dieser frisch operierten Dame, mit beiden Händen suchen.
Auf mein, was machst du denn da, kam ganz entrüstet: Die liegt da in meinem Bett und außerdem will ich sofort meine Tabletten, die liegen da irgendwo.................
Ich weiß, ich hätte nicht schimpfen sollen, aber auch meine Nerven sind irgendwann zum bersten gespannt.
Ihr Bett ist dann auch gekommen, und 2 Minuten später lag sie mit ihren ganzen Kleidern im Bett. Ich habe sie gewähren lassen, die Schwester hat mir signalisiert, sie kümmere sich.

Sie wird nun operiert. Mittlerweile hat man festgestellt, alle Schrauben sind ausgerissen.
Schwievater wird auch nochmal operiert und bekommt dann Chemo.

Tja, und sonst, Schwievater hat den Söhnen verboten, Muttern und den Töchtern zu sagen, wie es um ihn steht. Dass dies jedoch nicht verborgen bleibt könnt ihr euch ja vorstellen.
Am Sonntag kam es diesbezüglich natürlich zum Krach.
Er hat Muttern anscheinend alles erzählt. Nun hat gestern Muttern in ihrer Verwirrtheit den Töchtern davon erzählt , teilweise, was sie zusammengebracht hat.
Der Vorwurf der Schwestern an die Brüder war natürlich mit einem intensiven Krach verbunden. Tja und Vater sass dabei und hat kein Wort gesagt, dass er ja der Verursacher war. Aber so war er schon immer. Möglichst alle gegeneinander aufmischen. Seine armen Mädels.............

Im wahrsten Sinne des Wortes. Zu faul zu phlegmatisch, kommen nur zu den Eltern um ihre Sorgen vorzubringen, werden dafür jedesmal mit gut Geld beruhigt , aber was zu tun, zu waschen zu bügeln oder putzen, nee, da müsste Frau ja ihren dicken Hintern bewegen.

Da mein Mann nun das finanzielle verwalltet, zusammen zur Kontrolle mit seinem Bruder, man weiß ja nie, hat er nun für die Damen diese Geldquelle versiegen lassen. Sollten sie was tun, wird ihnen das mit Benzingeld in Höhe von 200,--€ vergütet. Und mehr ist nicht drinn! Jahrelang nur betteln und kassieren, damit ist nun Ende. Es ist vorauszusehen, wenn die Schwieeltern wieder nach Hause kommen sollten, dann sind sie Pflegefälle.
Und das wird teuer. Die Pflegeversicherung zahlt im Moment noch nicht, da beide noch nicht zu Hause sind. Aber selbst, wenn sie zahlt, werden wir wohl nur die 1.Stufe bekommen, und zuzahlen müssen. Denn die Sozialstation wird täglich kommen müssen, KG usw. Eine der Schwestern wird wohl einziehen, aber das sehen wir mit gemischten Gefühlen. Hier heißt es nun abzuwarten.

Tja und sonst, kann ich noch gar nicht sagen, hab noch nicht darüber nachgedacht.

lg grittel

fabel

Beitrag von fabel » 22.11.2010, 09:03

Da habe ich echt Respekt vor dir Grittel, wie du dich um deine Schwiegermutter kümmerst. Vor allem, wenn die Töchter sich so raushalten.

Ich könnte das glaube ich nicht. Meine Schwiegermutter, ist aber auch oft nicht sehr nett zu mir, immer wieder so versteckte Bemerkungen wie toll doch die anderen Enkel sind usw. . Ich habe mich in letzter Zeit so oft geärgert und bin inzwischen ziemlich auf Distanz gegangen.

Wenn das Geld der Pflegeversicherung nicht reicht, dann könnt ihr erst mal das ganze vorhandene Geld oder auch Immobilienbesitz aufbrauchen, bevor ihr von eurem Geld zuzahlen müsst. Wegen der Pflegestufe solltet ihr auch sofort Widerspruch einlegen. Vielleicht bekommt ihr dann eine höhere.

Vicky

Beitrag von Vicky » 22.11.2010, 18:22

Menno Grittel,

Hut ab, ich kann mich im Prinzip fabel direkt anschließen.
Und was noch so auf Dich zukommen wird, naja, sehr positiv scheint das nicht zu werden.
Aber Du machst es schon richtig, immer einen Schritt nach dem anderen.
Es hat doch keinen Sinn, im Voraus viel zu planen, denn meist kommt es ja eh anders, als gedacht.
Wieso übernehmen die Töchter nicht einen Teil und helfen auch mit ?
Würde es denn was bringen, wenn Dein Mann, er ist ja schließlich der Bruder, die Frauen mal erinnert, dass sie auch mal in der Pflicht sind bei den eigenen Eltern ?
Ich wünsche Dir jedenfalls genug Kraft und Nerven, dass durchzustehen. Und bitte vergiss dabei Dich selber nicht .
Ich hab heute Mittag schon mal meinem Mann gesagt, dass ich mir Gedanken mache um Dich, ob ich mal nachfrage...............
Aber das hast Du nun unnötig gemacht und selber erzählt.
Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass Deine Schwiegereltern überhaupt wieder nach Hause können.Gut, eine Pflegekraft im Haus,
das ist gut.........
Naja, man muss einfach erst mal abwarten..............
Machs gut Grittel
ich denke jedenfalls an Dich und hoffe, es wird alles weniger schlimm,als gedacht.
Ganz lieben Gruß
Vicky

grittel

Beitrag von grittel » 22.11.2010, 21:01

so, die Op von Schwiemu wird nun auf morgen vorgezogen.
Sie hat heute meinen Mann begrüßt und dann den Herrn, der nach ihm kam, = uns unbekannt, mit den Worten, hallo ihr beiden, schön, dass meine Söhne auch mal kommen.................,

Nun, die beiden Damen sind von morgens bis abends bei Vattern und bedauern ihn. Eigentlich soll er sich ja bewegen, d.H. mal 100 m auf der Strasse auf und ab gehen, aber die Töchter ziehen es vor, ihn den ganzen Tag zu bedauern ................aufbauen wäre angesagt, aber die beiden sind leider sehr damit beschäftigt sich selbst zu bedauern, wie arm der Vater doch nun dran ist. Ich nenne das, Kopf in den Sand stecken!

Aber ich habe mir nun vorgenommen, mich ein wenig zurückzuziehen, ich bin ein positiver Mensch, und das was hier momentan abgeht, nicht mit mir! Was soll das, egal wie schlimm, aber auch der Rest des Lebens ist doch irgendwie lebenswert.

Wie Vicky schon sagt, bzw. schreibt, warten wirs mal ab. Es bringt echt nix, nun schon zu planen, es kommt wie es kommt.

lg grittel

Vicky

Beitrag von Vicky » 23.11.2010, 19:15

Hi Grittel,

also ich könnte mich echt ärgern über die zwei Schwägerinnen.
Aber Du machst es schon richtig, immer gib Verantwortung weiter.
Weißt Du, ich denke manchmal, dass Du mit Dir doch eigentlich genug zu tun hast.
Hat Dir eigentlich jemand (außer Deinem Mann) jemand so richtig beigestanden , als Du es vllt.nötig hattest ?
Du scheinst auch so ein Typ Mensch zu sein, der sich für Andere krummlegt und selber nie rumjammert.
Auch dann nicht, wenn Du an Deine Grenzen kommst.
Ich sag nicht umsonst immer mal, verlier Deine Wohl nicht aus den Augen. Du weißt auch, wie wichtig ein stabiler Seelenzustand für Dich ist.

Für morgen dann viel Glück für die Schwiemu, hoffentlich wars das dann erst mal mit Ops.........
Ja, ich weiß, Schwieva muss auch nochmal.................
Und Du, halt die Ohrchen steif, gelle ?

Allegra

Beitrag von Allegra » 24.11.2010, 04:12

Hallo Grittel,
erstmal Hut ab, deine Situation ist ja momentan nicht die beste. Aber mach dich darauf gefasst, das es noch schwieriger werden wird. Erstmal glaube ich, das die Schwiegermutter nochmal in die Reha kommt, da es von den Ärzten angestrebt wird, unmittelbar nach der folgenden u. (hoffentlich besseren Ausgang) u. Maßnahmen durchlaufen müssen, die man mit einer KG so nicht hin bekommt.
Zur Pflegestufe, da könnt ihr mit ruhigem Gewissen die Stufe 2 (Stufe 3 erst dann, wenn es sich um 24h handelt) beantragen, lasst es euch vom HA mit Diagnosen in einem Arztbrief bestätigen, das es medizinisch notwendig ist, auch muss er/sie es im Antrag ausfüllen. Danach richtet sich auch die finanzielle Stufe d.h. das Geld wird auf das Konto überwiesen. Geht auf eure Gemeinde, oder einer Sozialstation eure Vertrauens u. sucht euch dort eine zuständige Pflegeperson aus, sie ist meist gut geschult u. kann die Pflege übernehmen, wie waschen, Medikamentengabe, auch kennt sie sich mit der ambulanten Chemo aus, denn das ist wichtig u. ihr werdet es brauchen. Man sollte sich keine Sorgen um die Mithilfe machen, da das nicht jeder kann u. man selber meist viel zu tun hat. Viele bekommen den Horror u. stellen sich immer wieder die Frage, kann ich das? Aber darum geht es nicht, es geht vielmehr darum, das es sich um einen Vollzeitjob handelt u. mit starken, sowie seelischen Belastungen behaftet ist. Sie werden euch unterstützen wo sie können. Stellt den Antrag für die Häusliche Verordnung, nach dem Anschluss der Reha, wenn sie nach Hause kommt, durch den Hausarzt, oft hat dieser sehr gute Kontakte u. kann euch weiterhelfen. Die Kasse übernimmt die ersten 14 Tage immer sofort, weiterhin Beförderungsscheine für die Krankentransporte in die verschiedenen Praxen zu KG oder in die Chemoklinik für den Schwiegervater. Sollte er eine Pumpe mit Port haben, dann muss er ja wöchentlich hin, um das Medikament zu erhalten! Auch sollte wöchentlich Blut abgenommen werden u. seinen Status zu überprüfen, für all dies braucht ihr eine Beförderung, also lasst das die Kasse zahlen, sonst zahlt ihr euch doof u. dabbig sorry. Lasst euch helfen, es ist weis Gott keine Schande, denn es geht zuweilen stark an die Substanz u. ich weis wovon ich rede. Meist liegt der Wunsch nahe, die Pflege seines Angehörigen selbst leisten zu können, doch abhängig von Krankheit und Intensität der Pflege, können die Belastungen negative Auswirkungen auf die ganze Familie haben. Zumindest bei 80% der Angehörigen. Wenn du allerdings dich in der Lage fühlst, einen 24h Job,körperlich wie seelische Betreuung zu leisten , kannst du es gerne selber machen.
Wenn du noch Hilfe brauchst , kannst du mich gerne anschreiben.
Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft, denn die wirst du brauchen.

Lg. Allegra

grittel

Beitrag von grittel » 24.11.2010, 07:15

danke Allegra, ich komme evtl. auf dein Angebot zurück.

Gestern haben wir noch keine Auskunft über unsere Schwiemu erhalten. Schwiegervater, haben wir momentan das Gefühl, ist auch ein großartiger Schauspieler. Morgens tot und abends doch sehr lebendig............
(Mein Mann schaut morgens und abends bei ihm vorbei.
Meine Schwägerinnen haben diesen Part nun, die eine schläft nachts bei ihm. Und tags sind beide da. Was allerdings alles nicht notwendig wäre, denn er nutzt das alles auch schamlos aus.
Aber ich habe mich nun doch etwas zurückgezogen. Ich kann da echt nicht mehr hinschauen. Die Damen verbringen Tag und Nacht da, das Geschirr türmt sich, und das Durcheinander wird immer größer. Gelüftet wird nicht, das Bett wird wieder so bezogen, wie es verlassen wurde.........,mein Mann hat sich angewiedert umgedreht.
Gestern hat der Arzt nun Thrombosespritzen aufgeschrieben. Wir kamen gerade dazu, als die von meiner Schwäg. an Vattern verabreicht wurde. Ich bekam fast ne krise! Bei einem Menschen, der jeden morgen duscht oder wäscht und tägl. frische Kleidung und Wäsche anzieht, kann ich ja gerade noch zugestehen, dass ohne Alcopads o.Ä. gearbeitet wird. Aber bei ihm, schon geschwächt, sollte man, meiner Meinung nach, doch etwas auf mehr Desinfektion achten. Habe natürlich wieder etwas dazu gesagt und bekam prompt zu hören: Das braucht man heutzutage nicht mehr..........Hab dann nix mehr gesagt, hab mich rumgedreht und bin gegangen.

Ich hab manchmal irgendwie auch Angst, ob ich nicht wirklich schon zu reinlich bin. Bei mir ist auch nix steril, ich putze auch nicht jeden Tag, staubsaugen, na ja, 1-2 x max die Woche. .....ist das zu viel? Ich musste mir anhören, ich hätte nen Putzfimmel. Mein Mann hat nur den Kopf geschüttelt...........ich musste ihn bremsen, sonst hätte er vielleicht etwas unanständiges losgelassen....

lg grittel

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Beitrag von Rosenfan » 24.11.2010, 10:22

Hallo Grittel,

ich kann gut nachfühlen , wie es Dir mom. geht. Bei uns war es ähnlich.
Nur dass die Schwiegermutter eine andere Krankheit hatte. Irgendwie haben mein Mann und ich alles alleine gemacht und der Rest der Familie hat sich nie blicken lassen. Wenn man was sagt, dann ist man sowieso die giftige. :eek:
Das braucht schon viel Kraft. Und du schaffst das auch.
Das mit der Hygiene hab ich geauso gesehen.
Wir denken alle an Dich und schicken dir viel Kraft.
LG Rosenfan


Laufe nicht bevor Du gehen gelernt hast.

grittel

Beitrag von grittel » 26.11.2010, 07:32

so, die OP von Schwiemu ist laut OA sehr zufriedenstellend verlaufen.
Sie muss nun 12 Tage im KKH bleiben, und wird dann nach Hause entlassen. Reha erst in 3 Monaten, da erst alles zusammenwachsen muss. Die Wirbelsäule wurde, ca 10 cm, entfernt und durch Zement und Platten und Schrauben ersetzt. Sie urde an der Seite geöffnet und nicht auf dem Rücken.
Leider ist das mit der Orientierungslosigkeit noch viel schlimmer geworden. Gestern wollte sie partout durch die Wand..........und hat andauernd geklopft. Sie will raus, und man habe sie eingesperrt! Alle Versuche, sie umzustimmen und zu erklären, sie darf ja raus, sind gescheitert.
Da sie sich in der Orthop. befindet, müssen wir erst mal sehen, wo und wie wir einen Facharzt finden, der uns, falls sie entlassen wird, diesen Zustand auch bescheinigt.
Jedem der es hören will, erzählt sie nun, sie hätte ja so viele Sorgen. Ihre 2 Töchter sind ja so arm dran. Immer wenn sie anrufen sind sie am weinen und auch wenn sie vorbeikommen sind die beiden nur am Jammern. Sie habe so den "Kanal" voll (wie sie sich ausdrückt).
Nur, das die beiden, seit Muttern im KKH ist, das Jammern von den Brüdern verboten bekamen, und sie sich auch daran gehalten haben, das erkennt sie nicht. Sie lebt von ihren Erinnerungen.

Ich denke mal, dass sie auch diese Sorgen zu dem gemacht haben, was sie nun kopfmäßig ist. Irgendwann verkraftet ein Mensch diese Sorgen einfach nicht mehr. Und von ihrem Mann hatte sie wirklich keine Rückendeckung, der hat auch nur immer auf ihr rumgehackt.

Schwieva hatte gestern seine erste Chemo. Er fühlt sich, laut Telefonat, sehr wohl, und er meinte, der Krebs wäre besiegt! ( Hätte ich hierzu etwas sagen sollen?)Nach seiner Frau hat er nicht gefragt. Aber die musste ja immer schon funktionieren.

Heute fährt mein Mann wieder beide besuchen. Mal sehen, wie es heute ist.

lg

grittel

Beitrag von grittel » 26.11.2010, 19:05

der nächste Schock.
Heute hat uns der Oberarzt angerufen.
Bei einem persönlichen Gespräch hat man uns mitgeteilt, die Schwiemu habe nachts versucht das Bett zu verlassen. Mit Gitter! Die Drainagen rausgerissen. Dann haben sie eine Nachtwache hingesetzt, die jedoch zu einem anderem PATIENTEN kurzeitig hin musste, in dieser Zeit ist sie wieder aus dem Bett mit Gitter gekrabbelt und nun das Ergebnis. Wirbel wieder verschoben, und sie muss wieder operiert, bzw. der Wirbel gerichtet werden. Leider ist es nicht möglich, dass die patientin fixiert wird. Das wäre nicht erlaubt. Na prima!
Und wir haben unserem Vater endlich gesagt, er solle sich mal Gedanken über die Zukunft machen. So kann es auf jeden Fall nicht weitergehen. Hier sind nun wirklich klare Ansagen gefragt.
Mal sehen, was uns der morgige Tag bringt.

lg grittel

Vicky

Beitrag von Vicky » 26.11.2010, 21:35

Grittel, das sind ja Nachrichten.............
Ähnlich wars ja bei meinem Vater auch, und doch anders.
Er war schon länger manchmal seltsam, aber meine Ma hat sich nichts dabei gedacht und ich meinte , naja, is eben so, wenn man älter wird.
Nachdem meine Mutter gestorben war, hatte mein Pa 2 Augen-OPs, eone Prosttata-Op, er ist sehr oft hingefallen und einmal ist er bei mir beim Essen einfach vom Stuhl gefallen,wie in Zeitlupe sah das aus. Ich hab keinen Puls mehr gefühlt und hab das gemacht, was man in solchen Fällen tut, einen kräftigen Schlag aufs Brustbein und das hat ihn auch zurückgeholt, Danach hat er einen Schrittmacher bekommen.
Man denkt ja irgendwann, jetzt ist soweit alles gut und wir alle können noch eine friedliche Zeit zusammen haben, aber in der Neujahrsnacht war etwas passiert.Er ging nicht ans Telefon und wir wollten mal nachsehen.
Mein Vater hatte immer Angst, er könne beraubt werden, er hat jeden Tag sein Haus wirklich verriegelt und verammelt. Ich habe mal gedacht, wenn er selber nicht aufstehen kann, wie sollen wir da ins Haus kommen.
Ich habe dann ein Fenster der Veranda nicht veriegelt, da konnte man dann wenigstens rein.
An diesem Neujahrmorgen mussten wir das nutzen.
Aber er hat noch eine Zwischentür, die hatte ein einfaches Schloss und mein Vater hat sich Eisendraht so gebogen, dass die Klinke und der Schlüssel blockiert war.
Wir mussten diese Tür mit Gewalt aufmachen und da lag mein Vater im Bett und klagt über Schmerzen im Arm,ihm sei schlecht u.v.m.
Also hab ich den Bereitschaftsarzt gerufen, der kam auch schnell und meinte, Väterchen habe zuviel gegessen.
Sprachs und verschwunden war der Mann. Wir haben dann den Notarzt gerufen und der stellte einen HInterwandinfarkt fest.
Seine Aussichten waren nicht rosig, aber er hat sich wieder berappelt.
In einer Spezialabteilund für alte Menschen wurde er wieder so fit gemacht, dass er sich alleine behelfen konnt. Ich hab nicht gezählt, wie oft ich mit ihm ein paar Stufen rauf und runter bin.
Aber je besser es ihm körperlich ging, umso mehr wurde er verwirrt.
Und die Zeit vorher war schon schlimm, aber was dann kam, darauf war ich einfach nicht vorbereitet. Mein Papa, der immer einen Rat für mich hatte wurde nach und nach zu einem Fremden.
Und er ist dann in ein Heim gekommen. Ich wollte das eigentlich nicht, aber alleine lassen konnte man ihn auch nicht mehr.


Grittel, warum erzähle ich das jetzt so? Ich möchte, dass Du weißt, dass sich nichts an dem Zustand Deiner Schwieeltern ändern wird.
Es kann vllt.noch schlimmer werden.
Ich wollte mir das auch lange nicht eingestehen, aber alleine -ohne fachkundige Hilfe- schafft man das einfach nicht.
Egal, was man versucht, nicht ändert was am geistigen Zustand und das ist es, was einen fertig macht.
Man hat keine einzige ruhige Minute mehr, auch dann nicht, als mein Pa ins Heim kam.
Alles in Allem, Grittel, macht was Allegra vorschlägt. Ihr braucht unbedingt Hilfe bei der Pflege.
Ohne kann man in manchen Situationen ausrasten.
Man kann es einfach nicht ertragen, wenn ein Mensch, den mal liebt vor den Augen ein andere Mensch wird, der völlig in einer Welt lebt, zu der man keinen Zugang mehr hat.

Es ist einfach furchtbar und alles, was man früher mal gesagt hat, ich pflege meine Eltern, das kann man einfach nicht tun.
Ein körperliches Leiden, das geht noch an, aber wenn der Geist nicht mehr mitmacht, ist man irgendwie hilflos und das Ganze macht Schäden na den Familienmitgliedern...........
Mimm mich! Mein Vater ist gestorben und ein paar Tage danach konnte ich nicht mehr reden.
Ich habe fast ein Jahr bei einem Psychiater zugebracht.............

Allegra ist die praktische und weiß medizinisch mehr, ich versuche eben, Dir zu vermitteln, dass jeder Mensch, auch bei noch so schönen Vorsätzen, irgendwann an seine Grenze kommt.

Und auch mit einer oder mehreren Hilfen--leicht ist das auch dann noch nicht.
So, ich hoffe, dass es nicht nochmehr Hiobsbotschaften gibt.

Ganz lieben Gruß
Vicky
Du weißt mit den Tippfehlern ja, was man damit macht.............

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Beitrag von indigo » 26.11.2010, 23:18

Alles, was Ihr hier so berichtet, habe ich auch erlebt mit meiner Schwiemu und mit meiner Mutter jetzt noch.
Auch sie ist aus dem Bett in der Nacht, trotz Gitter und gebrochenem Bein.
Denn seit Juni hat sie immer irgendwas an einem Bein (links o. rechts) gebrochen.
Momentan schon wieder.

Ja fixieren, dass darf man nicht.
Dagegen wäre ich aber auch angegangen, wenn sie das mit meiner Schwiemu gemacht hätten. Sie hatte einen Drang zum Laufen und dann ist es eben so. Da muss sich das Personal was anderes überlegen.
Nicht umsonst bekam sie dann L-a-A-Pillen.
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Beitrag von Rosenfan » 28.11.2010, 14:39

Die Leute werden irgendwann Ruhiggestellt, die sind dann garnicht mehr ganz bei sich. Das hat mir nie so ganz gepasst, nur dass das Personal seine Ruhe hat. Aber vielleicht geht es ja nicht anders.
LG Rosenfan


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Beitrag von indigo » 28.11.2010, 18:31

Ne @rosenfan, geht nicht anders.
Fixieren, da war ich dagegen aber gut, die L-a-A-Pillen sind auch nicht gut.
Aber meine Schwiemu konnte trotz der Pillen rumlaufen.
Und da sie den Drang dazu hatte und es machen konnte, habe ich das eher geduldet.
Hier bei uns zu Hause, da sind wir von der Ruhelosigkeit meiner Schwiemu bald verrückt geworden. Aber was willst machen ?
Anbinden - NEIN. Ich glaube, dann wäre sie schon längst im Himmel gewesen.
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Vicky

Beitrag von Vicky » 28.11.2010, 20:03

ich bin auch kein Freund von sagen wirs doch mit Namen, jemanden im Bett festbinden.
Wenn jetzt aber eine verwirrte Frau nach einer OP aufsteht, vllt.wäre das in so einem Fall angebrachter, als dass sie aufsteht und die OP ruiniert, man kann sie doch nicht immer neu operieren.
Ruhigstellen mit Medikamenten, ist mir immer etwas unheimlich, angenehm ist es wohl auch nicht. Mir hats nicht gefallen. Ich bin nach einer kleinen OP
aber mit großer innerer Belastung behaftet. ich war noch gar nicht richtig wach damals und bin durch die ganze Klinik getappt, von eine Station zur Anderen und ich war wohl nicht zu beruhigen, also gabs Nachschlag.
Und davon war ich den Rest des Tages und der Nacht in mir unbekannten Welten...........
Ich versuch grad mich in die damalige Lage zu versetzen.
Ich weiß davon jedenfalls selber nichts mehr.
Und wenn ich bemerkt hätte, dass ich ans "Bett gefesselt" war, möglich, dass man da noch mehr in Panik gerät................

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Beitrag von indigo » 28.11.2010, 20:15

Ja, alles nicht so einfach.
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grittel

Beitrag von grittel » 29.11.2010, 10:36

Momentan ist die Schwiemu noch in der Orthopädie. Leider ist sie aus ihrem Gitterbett ausgestiegen! und das 2 x! Fixieren ist in Deutschland nicht erlaubt, und eine rund um die Uhr "Bewachung" ist nicht möglich. Zwar ist nun für die Nacht eine Nachtwache da, aber am Tag ist das nicht möglich. Nun haben meine Schwägerinnen diesen part übernommen. Ich habe am Samstag das 3 Stunden gemacht.
Alle paar Minuten musste ich sie sanft wieder aufs Kissen drücken. Sie ist trotz allem sehr flink, im Schlauch ziehen, Bettdecke weg und Füße raus.
Aber ich seh es nicht ein. Haltet von mir wasihr wollt, aber die beiden Damen haben sonst nix zu tun, und vor allem immer nur genommen. Ich habe auch noch meine Mutter um die ich mich kümmere. Und selbst bin ich leider auch nicht unbedingt fit.
Es tut mir in der Seele weh, wie die Schwiemu nicht mehr bei klarem Kopf ist, und immer noch schieben das die Damen auf die Narkose. Wie blind muss man denn sein? Nach 2 OP???
Und, wenn ich mich zurückerinnere, der Wortschatz von ihr bezog sich bei unseren Besuchen in den letzten Jahren immer nur auf die selben Sätze. Wir auch, haben uns nie darüber Gedanken gemacht. Warum auch??!!
Und was meinte mein Schwieva dazu: Er habe das schon lange gesehen, aber was sollte er denn machen?!
Richtig, auch er hat nur zugesehen! Nie mal etwas gesagt, sie hat ja funktioniert.
Momentan interessiert es ihn nicht mal wie es ihr geht. Na ja, er ist ja auch krank und seiner Meinung nach haben alle nur nach ihm zu schaun.

Dass aber Muttern diese Woche evtl. nochmal operiert wird, und sie nix isst und auch sonst nicht mehr viel mitbekommt, na ja, das ist ja so nebenbei!

Nun ja, mal sehen, was heute bei dem OA herauskommt. Mein Mann und sein Bruder haben eine Arztbesprechung wegen der Schwiemu.
Und Schwieva Chemo fängt nun heute richtig an. Bekommt Nervenwasser gezogen und einen Port gesetzt.

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Beitrag von indigo » 29.11.2010, 21:58

grittel hat geschrieben:Und was meinte mein Schwieva dazu: Er habe das schon lange gesehen, aber was sollte er denn machen?!
Na, mal zum Neurologen gehen ????

Meine Schwiemu hatten sie ja dann auch noch in die Röhre geschoben.
Also, wir hatten das Schwarz auf Weiß.
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Vicky

Beitrag von Vicky » 30.11.2010, 12:36

Aber es ist schon auch was dran, dass man die Veränderungen nicht so genau mitbekommt, oder man sie eben übersieht,aus welchen Gründen auch immer.
Jetzt im Nachhinein, ja, da fällt mir auch manches ein, was seltsam war,was mein Vater manchmal gesagt oder getan hat.
Er ist mal bei der Gartenarbeit hingefallen und meine Mutter hat ihn im Gras liegend gefunden. Er hatte vergessen, wie er wieder aufstehen könnte.
So wie in der Jugend hat ers versucht und das ging eben nicht, also blieb er liegen.
Naja, wir haben alle drüber gelacht, aber vllt. hätte man sich da schon mal Gedanken machen sollen.
Ja, hätte, würde, könnte.............nun ist es eh zu spät.

@ Grittel

Wenn Deine Schwiegermutter in einem wohl doch desolaten Zustand ist, verwirrt und und nichts mehr isst.............
Naja, es könnte sein, dass sie es nicht nochmal schafft nach Hause zu kommen.
Ich hatte das so ähnlich gesehen bei Männes Oma, die zwar nochmal nach Hause kam, aber nur für einen Tag.............
Gut, sie war 97 Jahre, war immer fitt, bis auf die Augen und ihre Zeit war eben abgelaufen.
Sie war auch im Kopf immer klar, bis sie wegen eines leichten Schlaganfalls ins KH musste.
Eine Woche hats gedauert, dann hat sie Leute gegrüßt aus längst vergangenen Zeiten und naja, noch eine Woche drauf, wars dann eben
zu Ende.
Das muss nicht bei Euch so sein, aber wenn alte Leute erst mal liegen, dann kann das auch ihr Ende sein.
Ich konnte das sehr oft bei uns im KH sehen...............
Verrückt ist es aber schon, dass gleich Beide ziemlich mitgenommen sind.
Und Grittel, ich habs auch schon gesagt, Du musst doch auch auf Dich achten, also spann die eigenen Kinder dieser Familie vor den Karren.
Naja, Dein Mann gehört dazu und deshalb bist Du ja auch immer mit eingebunden, aber sieh zu, dass Du genug Ruhe für Dich hast. Okay ?

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Beitrag von Rosenfan » 30.11.2010, 13:04

Hallo grittel,

lass nur die Schwägerinnen auch mal ran. Die Pause tut Dir gut um neue Kraft zu sammeln.
LG Rosenfan


Laufe nicht bevor Du gehen gelernt hast.

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Beitrag von indigo » 30.11.2010, 18:02

Ich finde auch, dass aber durch Zufall alle Beide betroffen sind.
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grittel

Beitrag von grittel » 22.01.2011, 11:45

so, nun ist ja schon wieder geraume Zeit vergangen, und man sollte meinen, es wird besser...........
tja, die Schwiemu ist nahtlos von der Orthopädie in die Geriatrie verbracht worden. Zum Aufbau, wie man sagte! oK, da war sie 14 Tage und man hat sie ein wenig augepäppelt. Erkennen tut sie uns ab und zu, hat lichte Momente, aber auch nur Momente. Ihren Mann will oder erkennt sie nicht!?
Nun war sie in der Reha zum "wieder laufenlernen""! Dort hatte sie nun den 1 Herzinfarkt (vorher hat man 2 Schlaganfälle diagnostiziert)!
Wieder Wachstation! Die Reha hätte nun am 27.1.11 geendet, aber wir wollten Verlängerung versuchen, da sie seit 2 Tagen wieder auf Reha ist.

Bemerkung des Oberarztes hierzu: ER wird die Reha nicht befürworten, denn auch vor dem Infarkt habe sie in keinster Weise bei der Reha mitgemacht oder überhaupt Reaktion auf die Übungen gezeigt!
Für mich und meinen Mann eigentlich eine klare Ansage!
Nun kommt sie nach Hause...
Aber, der Antrag auf Pflege ist ja noch nicht einmal gestellt.
Mein Schwieva hat das Sagen und das kostet er so richtig aus! Jeder der es hören will, bekommt das laut und deutlich gesagt! Mutter kommt nach Hause, und das wird schon wieder!
"Alter Mann, was nun"?
Mutter macht in die Hosen, kann nicht alleine aufstehen,braucht rund um die Uhr Betreuung.
Und meine beiden Schwägerinnen, die ja bekanntlich nicht aus Schaffhausen kommen, "machen das schon"! So er! Dazu kommt, ab 31.1 muss er wieder ins KKH zur nächsten Chemo!.
Für Schwiemu hätten wir die Möglichkeit zur Kurzzeitpflege im Heim, aber das will er nicht.
Und meine beiden Schwägerinnen? Tja, die haben noch überhaupt keinen Plan, aber das gibt sich ja schon, wenn Mutter erst mal zu Hause ist........so auch die beiden! Dazu, sie haben beide eigene, wenn auch kaputte,Familien und wohnen auch nicht bei den Schwiegereltern.

und das härteste von allem war der Wunsch meines Schwiegervaters: Ich möchte meine Kinder zum Essen einladen, aber ohne deren Ehemänner oder Ehefrauen! Das war für die Söhne ein harter Schlag unter die Gürtellinie! Denn, die Männer der Damen gibt es ja eh schon lange nicht mehr, und die Frauen der Söhne stehen hinter ihren Männern und die Söhne auch hinter ihnen.
Beide Söhne haben verneint, entweder zu zweit, oder gar nicht!

Mal sehen, wie das noch weitergeht. Es ist schon schade, wenn man sieht, wie dieser alte Mann auch noch den kläglichen Rest seiner Familie versucht auseinanderzubringen.
Ich bin momentan eh außer Gefecht gesetzt. Hat einen Sturz am 5. Januar, hab momentan immer noch mit dem Po meine Schwierigkeiten! beide Pobacken lädiert (ist das die Strafe fürs Hetzen?) und mein Kreuz freut sich über jeden Huster meiner Erkältung!

Ich will ja nu nicht sarkastisch werden, aber vielleicht sollte ich ja mal ein paar Bakterien ausstreuen........
>> :cool: merkt ihr was...???... ich bin auf dem Wege der Besserung :juggle: :ja:

lg grittel

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Beitrag von indigo » 22.01.2011, 15:40

@grittel, schön dass Du Dich wiedermal gemeldet hast.
Mir fehlen die Worte aber Typisch, überall das Selbe.
Ich mach ja gerade wieder ähnliches durch.
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Beitrag von Rosenfan » 22.01.2011, 16:48

Hallo grittel,

jetzt kommt es ganz schön dicke. Aber Du schaffst das , es ist meistens nur halb so schlimm, wie es aussieht.
Ich wünsche auch Dir gute Besserung mit dem Kreuz, und passe gut auf Dich auf.
LG Rosenfan


Laufe nicht bevor Du gehen gelernt hast.

Vicky

Beitrag von Vicky » 22.01.2011, 21:13

Hi Grittel,

das hört sich nicht gut an..........
Aber wenn Du kannst, halte Dich da so gut es geht fern.
Wenn Dein Schwieva meint, seine Töchter werden alles machen, dann lass sie es machen.
Er wird schon merken, was er davon hat.
Die Schwiema, kann sie denn nicht in ein Heim? Es ist nicht die beste Lösung, aber nach allem, was Du geschildert hast, wäre es so besser, sonst wird sie völlig verkommen mit den 2 Grazien als Töchter.
Komm nicht auf die Idee, dass Du das übernimmst.
Vergiss nicht, dass man bei Deiner Erkrankung auf sich aufpassen muss, auch wenn Du jetzt als gesund angesehen wirst.
Viel Glück, dass sich alles so entwickelt, wie es für alle am besten ist.
Die Geschichte mit der Schwiemu erinnert mich sehr an meinen Vater.
Mit dem Unterschied, dass er mitgearbeitet hat und er wieder auf die Beine kam..........
Was bin ich mit ihm Treppen gelaufen...........Nie hat er sich jemals beklagt, was es für mich noch schlimmer gemacht hat, weil ich meinen Pa an dem Tag verloren habe, als er den Infarkt hatte..........
Danach war er nicht mehr der Mann, der mein Pa immer war, der seiner Tochter Warnbriefe geschrieben hat, dass der Alk nicht gut ist für ein junges Mädchen...........
Und das tat sehr weh............

Halt die Ohren steif, Grittel ............
Herzlichst
Vicky

grittel

Beitrag von grittel » 23.02.2011, 13:30

....wieder mal etwas zu berichten!

Meine Schwiegereltern sind nun seit dem 5 Februar zu hause.
Mutter ist nur noch im Bett und Vater geht nur noch zum Pipien nach draußen. Essen wollen beide nicht mehr viel. Vater etwas mehr aber Mutter nicht mehr, einen Löffel halt.
Das zieht sich nun bis heute hin.
Meine beiden Damen haben erst alles alleine machen wollen, sich jedoch dann selbst in den Pflegeantrag eingetrage. Sie brauchen keine Sozialstation, sie machen das alles. Ok , für mich kein Thema, ich kann es nicht und mach es nicht. Lass die Beiden.
Nach 3 tagen war dann doch die Sozialstation da und das 3x am Tag! Windeln und selbst das waschen!
Gekocht wird nicht, ne ne Tütensuppe. Waschen ja aber putzen, nee, ist ja Arbeit.
Und seit dem WoE haben sie nun festgestellt, ab 1. April werden sie es nicht mehr können. Die eine hat angeblich Probleme wegen der Scheidung und die andere muss angeblich arbeiten.
Na ja, war ja wohl zu erwarten. Alleine von 800.- Euro für jede, wird die Arbeit ja nicht weniger. Mittlerweile sind auch noch die Brüder jeweils 2-3 Stunden am Tag dort!
Und die Damen halten die Hand auf!
Schade, hätte alles anders laufen können.
Und nun, ab heute haben beide Eltern Pflegestufe 2. Wobei Mutter evtl noch auf Pflegestufe 3 kommt.
Vater geben sie nur noch Tage und dann?
Es wird wohl darauf hinaus laufen, dass die Mutter in Pflege kommt. Wenigstens mal vorübergehend. Und wie es dann weiter geht, das wissen wir nicht. Aber ein Hüh und Hott wird es nicht mehr geben.

Die Brüder werden wohl Nägel mit Köpfen machen, und ich denke es ist für alle Beteiligten das Beste.

Lg grittel

mary

Beitrag von mary » 23.02.2011, 15:37

grittel hat geschrieben:Momentan ist die Schwiemu noch in der Orthopädie. Leider ist sie aus ihrem Gitterbett ausgestiegen! und das 2 x! Fixieren ist in Deutschland nicht erlaubt, l
Doch, ist es.
Normalerweise bedar4f es richterliches Beschlusses, aber wenn die Situation akut ist, und sder Patient sich gefährdet, bzw. den Heilungsprozess gefährdet, kann die Fixierung auch vom Arzt angeordnet werden. Meist mit einem Bauchgurt.

Tut mir leid für deine Schwiegermutter, es ist immer schrecklich, wenn ein Mensch, den man sonst anders kannte, so plötzlich "neben der Spur" ist, und man zu solch drastischen Mitteln greifen muß.

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Beitrag von indigo » 23.02.2011, 16:01

mary hat geschrieben:Normalerweise bedar4f es richterliches Beschlusses, aber wenn die Situation akut ist, und sder Patient sich gefährdet, bzw. den Heilungsprozess gefährdet, kann die Fixierung auch vom Arzt angeordnet werden.
Du sagst es selben schon.....................

richterliches Beschlusses,

wer hat den schon ? Eher doch selten und es wird aber gehandhabt.
Kenne das ja alles vom Heim meiner Schwiemu.

Meine Mutter wurde auch im Januar im Karnkenhaus fixiert.
Da wußten wir Kinder auch Bescheid und waren damit einverstanden.
Am nächsten Tag war das dann auch erledigt, als meine Mutter wieder normal im Kopf war.
Es grüßt Bild 'lichst indigo
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fabel

Beitrag von fabel » 24.02.2011, 08:53

Grittel, in dieser Situation ist es für alle das beste, wenn man Nägel mit Köpfen macht. So kann es ja nicht weiter gehen. Habt ihr euch schon mal vorsorglich nach einem Pflegeplatz umgeschaut oder euch auf einer Warteliste eintragen lassen? Ich stelle es mir nicht so einfach vor von heute auf morgen einen Pflegeplatz zu bekommen .

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Beitrag von Rosenfan » 24.02.2011, 11:59

Hallo Grittel,

es ist auch ganz normal, dass man sich in mehreren Pflegeheimen anmeldet.
Ich würde auch früh genug suchen.
Und bitte pass auf Dich auf, nicht dass es Dir noch zuviel wird.
LG Rosenfan


Laufe nicht bevor Du gehen gelernt hast.

mary

Beitrag von mary » 24.02.2011, 16:49

Indigo,

gerade gestern nacht, wurde eine der Patientinnen mit einem Bauchgurt fixiert- da sie sich gefährdet hat, und auch die Mitpatienten- mich schon nicht mitgerechnet- sie schmiss "nur" ein Steckbecken in meine Richtung und wollte den essenswagen gegen ich fahren, schwere Kiste- es war kein Richert und Beschluss bzw. Entschluss kam von dem diensthabenden Arzt.

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Beitrag von indigo » 24.02.2011, 19:32

indigo hat geschrieben:Meine Mutter wurde auch im Januar im Karnkenhaus fixiert.
Da wußten wir Kinder auch Bescheid und waren damit einverstanden.
Am nächsten Tag war das dann auch erledigt, als meine Mutter wieder normal im Kopf war.
Ja. ich sage doch auch dagegen nichts.
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Allegra

Beitrag von Allegra » 24.02.2011, 21:05

Doch, ist es.
Normalerweise bedar4f es richterliches Beschlusses, aber wenn die Situation akut ist, und sder Patient sich gefährdet, bzw. den Heilungsprozess gefährdet, kann die Fixierung auch vom Arzt angeordnet werden. Meist mit einem Bauchgurt.
Jep, wenn es einer medizinische Notwendigkeit bedarf! Ansonsten könne man einen Antrag stellen, auf dem Vormundschaftsgericht, die dann, den gesetzlichen Betreuer, des jeweiligen Patienten bereitstellen. Der/Die dann aber auch das finanzielle ohne "Wenn u. Aber" regelt.
Das kann durch ein Attest vom den Hausarzt beschleunigt werden, wenn es gar nicht mehr anders geht.

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