Meine Mutter spielt mit ihrer Gesundheit

Was heißt schon gesund oder krank? Informationen, Ratschläge, Fragen und Erfahrungen haben hier ihren Platz.
Antworten
Benutzeravatar
Rosenfan
Routinier
Routinier
Beiträge: 3470
Registriert: 15.02.2009, 15:49
Wohnort: Bayern

Meine Mutter spielt mit ihrer Gesundheit

Beitrag von Rosenfan » 05.03.2011, 13:25

Meine Mutter ist ja schwerkrank. Herzkrank, Zuckerkrank und dann hat sie noch Osteoporose. Sie trinkt aber 2 Liter Spezi am Tag und isst nicht ordentlich, höchstens 2 Stück Kuchen. Was habe ich schon geredet und uhr auch gute Sachen eingekauft. Nein sie bockt und bleibt stur. Jetzt war sie vorgestern beim Arzt und der hat ihr schon mal den Kopf gewaschen. Wenn sie so weitermacht, dann lebt sie nicht mehr lange.
Ich kann das nicht verstehen, die einen kämpfen um ihr leben und machen eine Chemotherapie nach der anderen und sie schmeisst ihr Leben weg. :nein: Früher hat sie wenigstens auf mich gehört, aber jetzt kommt auch noch die Alzheimer dazu, das ist total schwierig.
Ich kann ja verstehen , dass das alles mit den Schmerzen nicht immer Spass macht. Aber die anderen Leute machen doch auch das Beste aus ihrer krankheit. Ich habe mir sagen lassen, ich kann garnichts machen, ich muss sie einfach lassen. Das fällt mir sehr schwer. :(
LG Rosenfan


Laufe nicht bevor Du gehen gelernt hast.

Maria*

Beitrag von Maria* » 05.03.2011, 15:22

Genauso erging es mir mit meiner Mutter.
Ich hab mir den Mund fusselig geredet und ihr immer wieder klar gemacht, daß es nicht gut endet wenn sie nicht umdenkt.
Die Situation die Selbe wie bei dir, Rosenfan. Herzkrank, Gehbehindert, Knochenschwund, Wasser in den Beinen usw.
Kurze Zeit später: zwei Schlaganfälle. Seit 5 Jahren sitzt sie nun im Rollstuhl, im Seniorenheim, und will nur noch Süßigkeiten. Sie wiegt inzwischen 95 kg.
Ich habs aufgegeben weiter zu diskutieren. Und ihre Demenz erledigt den Rest.

Benutzeravatar
Rosenfan
Routinier
Routinier
Beiträge: 3470
Registriert: 15.02.2009, 15:49
Wohnort: Bayern

Beitrag von Rosenfan » 06.03.2011, 13:33

Ach Maria,

das ist hart mitanzusehen, aber wir können anscheinend nicht mehr machen.
Dann müssen wir sie halt lassen. Ich habe mich auch immer gut gekümmert, ich brauche mir nichts vorwerfen.
LG Rosenfan


Laufe nicht bevor Du gehen gelernt hast.

Maria*

Beitrag von Maria* » 06.03.2011, 17:52

Genau so ist es. Man wird es auch müde, wenn alles Reden nicht ankommt. Inzwischen hat man auch mit der eigenen Gesundheit zu tun.
Also schleppe ich weiter Sonntag für Sonntag Süßigkeiten...und wehe ich bringe mal keine mit, dann ist Polen offen. :eek:

Benutzeravatar
maori
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 878
Registriert: 15.01.2011, 23:03
Wohnort: wir leben da, wo andere Urlaub machen

Beitrag von maori » 06.03.2011, 20:45

@Rosenfan

darf ich fragen, wie Alt ist deine Mutter,wohnt Sie alleine und wie ist ihr Tagesablauf.
Liebe Grüße Maori


Was es alles gibt,was ich nicht brauche!

Aristoteles

Benutzeravatar
Rosenfan
Routinier
Routinier
Beiträge: 3470
Registriert: 15.02.2009, 15:49
Wohnort: Bayern

Beitrag von Rosenfan » 07.03.2011, 15:28

Hallo maori,

sie wohnt in einem Altenwohnheim und wird jetzt 65 Jahre. Ja, depressiv ist sie auch ein bischen. Nur zur Zeit ist es sehr schlecht mit ihr. Sie hat zu nichts mehr Lust, ach ihre Nachbarn wollen sie immer mitnehmen, da geht garnichts. Ich fahre diese Woche zu ihr, und lade sie zum Kaffeetrinken ein.
Ich glaube , da freut sie sich schon darauf.
Blos als Angehöriger ist man manchmal so machtlos.
LG Rosenfan


Laufe nicht bevor Du gehen gelernt hast.

Maria*

Beitrag von Maria* » 07.03.2011, 18:44

@ Rosenfan.
Sehe gerade, deine Mom ist erst 65 ? Oh, da sollte sie doch wirklich das Schicksal nicht herausfordern...meine ist 84 ! :eek:

Benutzeravatar
maori
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 878
Registriert: 15.01.2011, 23:03
Wohnort: wir leben da, wo andere Urlaub machen

Beitrag von maori » 07.03.2011, 22:36

@ Rosenfan

ja, da hast Du recht als Angehöriger den psychischen und physischen Abbau miterleben zu müssen ist furchtbar da gibt es auch kein Rezept dafür.
65 J. ist noch ein schönes Alter, weißt Du die vielen Erkrankungen die Sie hat dann ihre Depressionen die Umgebung der Alzheimer, übrigens ist er schon weit fortgeschritten.
Leider habe ich schon viele Bewohner miterlebt die absolut keinen Sinn mehr sehen in ihrem Dasein und mit ihren Erkrankungen, daher kommt auch manchmal das Verhalten das wir nicht nachvollziehen können.
Ebenso viele gibt es aber auch die froh sind umsorgt zu werden.

Ich selbst habe die Erfahrung gemacht bei Alzheimer Erkrankten, sie sind sehr empfänglich für Zuneigung, in den Arm nehmen, ein paar kleine Streicheleinheiten usw.
Du machst es doch richtig wenn Du weist das Sie sich freut über deinen Besuch, macht Euch einen schönen Tag und nehme Sie so wie Sie ist Du wirst nicht viel ändern können, aber es wird ein bisschen leichter für Dich.
Mit Ihren Diabetes sie ist im Heim also sie wird med. überwacht vom Personal und Ärzten, gut wenn sie natürlich soviel Spezi trinkt und dann auch noch Kuchen ist, ist das nicht so gut. Es gab da so einen Spruch den ich immer wieder zu hören bekam "Essen und Trinken kält Leib und Seele zusammen" nimmst Du ihr vielleicht was weg oder verbietest Du ihr es wird sie depressiv vielleicht sogar wütend und wieweit hat der Alzheimer Auswirkung auf ihr handeln.

Ich könnte Dir noch so viel erzählen, aber frag einfach wenn Du etwas wissen möchtest wenn ich kann gebe ich dir gerne einen Rat.


Also Rosenfan es ist sehr schwer im Moment deine Mutter so zu sehen es kann sein das es noch schlimmer wird, aber diesen Vergleich mit den anderen (Chemotherapie) und sie wirft ihr Leben weg, Du weißt nicht warum sie so handelt und leider die wenigsten erfahren es.

Ich wünsche Dir viel Kraft, Stärke und Mut und immer ein liebes Wort für deine Mama egal was sie tut. :ja:
Liebe Grüße Maori


Was es alles gibt,was ich nicht brauche!

Aristoteles

Benutzeravatar
Rosenfan
Routinier
Routinier
Beiträge: 3470
Registriert: 15.02.2009, 15:49
Wohnort: Bayern

Beitrag von Rosenfan » 08.03.2011, 16:22

Aber klar maori. Ich halt zu ihr und gehe auch liebevoll mit ihr um. Bei meinen Schwestern war das schon anders. Die haben sie geschimpft, das hab ich ihnen jetzt verboten. :boese:
Ich habe schon gemerkt dass viele Leute kein Einfühlungsvermögen für die alte n Leute haben. Das sind oft Krankenschwestern oder Altenpfleger ( ich will nicht alle über einen Kamm scheren) die ganz schön böse werden, wenn ein alter Mensch ein bischen böse ist. Aber ich weis, das ist der Zeitmangel auf den Stationen.
Ich tue mein Bestes und halte auch zu ihr. Ein Gesunder kann sich oft nur schlecht vorstellen, wie jemand so mit seiner Gesundhheit umgehen kann. Aber dann machen wir eben das Beste daraus.
LG Rosenfan


Laufe nicht bevor Du gehen gelernt hast.

Benutzeravatar
maori
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 878
Registriert: 15.01.2011, 23:03
Wohnort: wir leben da, wo andere Urlaub machen

Beitrag von maori » 08.03.2011, 17:47

Ja Rosenfan das ist gut so.
Das mit dem Einfühlungsvermögen ist so eine Sache zuerst braucht man für die Situation ein Verständnis und das ist wirklich für den einen oder anderen sehr schwierig.
Wenn man sich dann auf die Situation einlassen kann und akzeptiert den beginnenden Alzheimer und weiß was auf einen zukommt, dann kann man glaube ich einigermassen gut mit der Situation umgehen.

Das mit dem Personal und dem Zeitmangel hast Du ja nett umschrieben, aber dennoch hat niemand das Recht von den Mitarbeitern mit den Bewohner böse umzugehen, VERSTÄNDNISS das sollten gerade sie haben.

Ich wünsche Dir einfach noch viel viele schöne Tage mit deiner Mutter
Liebe Grüße Maori


Was es alles gibt,was ich nicht brauche!

Aristoteles

Vicky

Beitrag von Vicky » 08.03.2011, 19:18

Hi Rosenfan,

das ist wirklich nicht einfach, was Du mir Deiner Mutter erlebst.
Sie ist ja nur wenig älter als ich.
maori hat eine breitere Erfahrung, ich kanns nur an meinem Vater festmachen.
Aber ich kann Dir nur einen Rat geben, lass die Dinge gehen, wie sie sind.
Man kann keinen Menschen zwingen zu leben, wenn er darin keinen Sinn mehr sieht. Wenn sich jemand aufgibt, wird niemand etwas groß ändern können.
Aber Du wirst trotzdem viel Kraft brauchen, um mit der Situation klarzukommen.
Versuch Dein Bestes, das ist genug.

Benutzeravatar
Rosenfan
Routinier
Routinier
Beiträge: 3470
Registriert: 15.02.2009, 15:49
Wohnort: Bayern

Beitrag von Rosenfan » 09.03.2011, 18:37

Ja, das stimmt schon, mehr kann ich nicht tun. Ich bin aber immer für sie da , wenn sie mich braucht.
Und natürlich kann man niemanden zwingen zu leben, nur vor kurzem hat sie sich noch viel Mühe gegeben und war bei vielen Untersuchungen. Und jetzt ist ihr wieder alles egal. Ich muss das halt nehmen, wie es kommt.
LG Rosenfan


Laufe nicht bevor Du gehen gelernt hast.

Vicky

Beitrag von Vicky » 09.03.2011, 18:58

Einfach ist Deine Lage mit Deiner Mutter wirklich nicht.
Vllt.berappelt sie sich ja auch wieder und möchte noch ein bisschen da sein,wenn sie depressiv ist, muss der jetzige Zustand nicht so bleiben.
Sei einfach für sie da, wenn sie Dich braucht und auch mal einfach so, das freut sie vllt. und Freude ist immer gut, ob nun krank oder gesund....

Ich denke heute oft an meine Mom und denke, vllt. hätte ich noch mehr für sie dasein müssen.
Diese Gedanken quälen mich, ja, aber gleichzeitig weiß ich auch, dass ich schon immer für sie da war,wenn es nötig und auch unnötig war. Manchmal haben wir einfach ein bisschen geredet...............
Aber Kinder hat man nicht für alle Zeiten. Irgendwann leben sie ihr eigenes Leben, so haben es meine Eltern auch gemacht seinerzeit, so ist der Lauf des Lebens nun mal.
Ich wäre gerne woandershin gezogen, aber das hab ich nicht fertigbekommen,sie hatten ja nur mich. Also bin ich in ihrer Nähe geblieben.
Und heute ? Heute hab ich keine Lust mehr, irgendwohin zu ziehen und neu anfangen.
Das hilft Dir jetzt auch nicht weiter, aber ich habs schon gesagt, gib Dein Bestes,das ist wirklich genug.

Benutzeravatar
maori
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 878
Registriert: 15.01.2011, 23:03
Wohnort: wir leben da, wo andere Urlaub machen

Beitrag von maori » 09.03.2011, 21:02

Rosenfan, ja wenn Du für sie da bist auch einfach nur mal so ist es das beste was ihr für euch BEIDE tun könnt.

Du schreibst einmal macht Sie alle Untersuchungen mit und Tage später ist ihr wieder alles egal.
Genau so wird es sein mit Ihrer Psyche einen Tag so und der andere so.
Du kannst nie sagen wenn sie vielleicht einen klaren Moment hat und vielleicht ihre Erkrankungen nicht mehr so akzeptieren will, deshalb vielleicht auch das "egal". Eine Stunde später ist sie wieder depressiv, oder der Alzheimer wir wissen es nicht.

Also sei für Sie da in welchen Zustand sie auch immer sich befindet und profitiert von den Momenten wo Du denkst sie sei nicht verwirrt.
Liebe Grüße Maori


Was es alles gibt,was ich nicht brauche!

Aristoteles

Antworten

Zurück zu „Gesundheitsportal Kind & Kegel“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast