Was steht hinter dem "Rauchverbot"?

Rauchen, Alkohol, Übergewicht, Untergewicht, Unordnung, Kaufsucht, Spielsucht...usw. Gemeinsam den Lastern an den Kragen gehen. Grenzen erkennen, verstehen und handeln. Ratschläge, Erfahrungen, Informationen ...
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Hermine

Was steht hinter dem "Rauchverbot"?

Beitrag von Hermine » 09.02.2007, 13:23

Hallo! Ich habe 20 Jahre lang geraucht. Und mich dabei schlecht gefühlt, weil die Abhängigkeit von der Zigarette zunehmend präsenter wurde.
Im Inneren wußte ich, das ich der Zigarette rein organisch nicht bedurfte -es war also ein persönlicher Grund für das Rauchen. Der Grund war ein Wunsch nach Befriedigung von Bedürfnissen; die Befriedigung war scheinbar nur über die Zigarette zu erreichen - welche Illusion!! Viele von uns kennen auch das kollektive Denken zu den Lastern und Gewohnheiten. Meinen Grund hatte ich weitestgehend aus den Augen verloren und ihm keine Aufmerksamkeit mehr geschenkt. Ich habe meinem kleinen Ich somit etwas Wichtiges genommen. Die Entscheidung zum Rauchen konnte ich durch intensive Arbeit und enormen Leidensdruck zurücknehmen.

Leider ist die Ablösung von einer Sucht nicht immer ein Spaziergang. Das sollte nicht entmutigen, denn das Leben ist danach emotional leichter - man stelle sich mal ein Leben ohne Zigarette vor....und nehme den Abschied vom vermeintlich besten Freund dabei ruhig in Kauf.

Das angekündigte Verbot ist vielleicht auch ein Impuls dafür, mal zu hinterfragen warum man raucht. Immer höre ich nur die Verteidigung, die Alibigebung, die Begründung für das Rauchen. Ich war vor mir selbst ehrlich genug und kam dabei zu den Fragen: Sind Raucher denn wirklich noch so stark Kind, dass sie von der Unvernunft nicht lassen wollen??
Müssen Raucher wirklich dem Staat gegenüber ihr Bedürfnis zum Rauchen einklagen und einfordern - und dabei die Schädigung anderer Menschen billigend in Kauf nehmen? Womit begründe ich das wirklich?

Jeden Tag leiste ich Abbitte dafür, das ich geraucht habe. Gern würde ich diese Schuldigkeit mir und anderen Menschen gegenüber zurücknehmen. Ich kann es leider nicht - aber ich kann es mir verzeihen und mir wird verziehen. Ich kann mir gut vorstellen, anderen Menschen beim Nicht-(mehr)-Rauchen wollen Unterstützung zu geben. Rauchen ist ein Ausdruck; da steht bei jeder Person was dahinter - es kommt bei Änderungen/ Verbesserungen immer darauf an, was der Einzelne im Guten für sich selbst will! In diesem Sinne wünsche ich alles Gute; MfG, Hermine.

strangegirl

Beitrag von strangegirl » 09.02.2007, 20:20

Hermine, ich kann mich Dir anschließen. Ich habe vor fünf Jahren aufgehört und bin nach wie vor glücklich damit. Ich würde auch gern Leuten auf die Sprünge helfen, die damit aufhören wollen - es ist solch eine Befreiung.

Ich denke, der psychologische Mechanismus, der hinter dem Rauchen steht, ist auf höchste Weise subtil und schwer erkennbar. Das macht ja das Zeug so teuflisch. Neulich sah ich mal eine Fernsehreportage, in der jemand hervorragend erklärte, worum es bei diesen Befriedigungs-, Streßabbau- und Genußritualen eigentlich geht. Leider kann ich es so treffend nicht wiedergeben. Grundaussage war jedoch: Die Zigarette löst eigentlich erst den Streß aus, den man mit ihr abbaut.

LG,

strangegirl

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