Der Mensch lebt nicht von der Kommunikation allein

Austausch über das Leben und Arbeiten mit Behinderten / mit einer Behinderung * Aufeinander zugehen und erkennen, dass wir uns gegenseitig viel zu geben haben und voneinander lernen können.
Antworten
Schnuppe

Der Mensch lebt nicht von der Kommunikation allein

Beitrag von Schnuppe » 05.04.2006, 20:53

* er braucht etwas zu essen

* er braucht eine ihm gemäß gestaltete Umwelt

* er braucht besonders seine Mitmenschen


und was brauchst du? .... Fehlt noch etwas oder reicht das aus?

Wo ist das Zuhause überhaupt?

Reflecta

Beitrag von Reflecta » 06.04.2006, 09:41

- er braucht Frieden
- er braucht Gesundheit

Das Zuhause ist da, wo man sich wohlfühlt.

:yingyang:

Schnuppe

Beitrag von Schnuppe » 06.04.2006, 10:17

So sollte es sein, aber es ist nicht immer so. Schaut in Heime oder selbst in Familien hinein, dort leben viele Menschen, die Handycaps haben.
Sie erhalten ihre Grundbedürfnisse - ESSEN; TRINKEN; EIN BETT und regelmäßig die Hygienemaßnahmen. Aber wohlfühlen? Das stell ich mal in Frage.
Betreue zwei ältere Herren, unsere Nennopas. Wenn ich die Betreuung von der Kirche nicht übernommen hätte, hätten sie ein trauriges Dasein. Keine Angehörigen, und somit ein Leben von vielen auf einer Sozialstation mit 36 Patienten. Im Dienst ist eine Altenpflegerin, ein Zivi und ab und zu eine Pflegeschülerin. Dort kommt keiner auf die gute Betreuungszeit, die wichtig wäre.
Das ist halt so, und wenn Frau Schmitt uns weiter kürzt, wird es noch enger für alles.

Wölkchen

Beitrag von Wölkchen » 06.04.2006, 10:44

Wo ist das Zuhause überhaupt?


Es ist in uns Schnuppe. Egal ob mit oder ohne Handycap.

Gerade heute morgen telefonierte ich mit einer Freundin, sie sucht ein neues ZuHause. Als würdest du Gedanken lesen, kommt mir dieser Thread vor.

Sozialempfängerin hat eine große Wohnung. Durch ihre Behinderung nicht mehr in der Lage irgendeiner Art von Arbeit nachzugehen, hat sie mitlerweile Pflegestufe 2.
Die Wohnung war immer schon eine WG. Nun hat sie in dieser WG einen Betreuer für sich allein. Sie wollte ihre Selbstständigkeit nicht ganz aufgeben.

Gesundheitlich ist es jetzt erforderlich, dass sie den Wohnort wechselt. Nur bekommt sie keine behindertengerecht eingerichtete Wohnung in der Größe, dass die betreuende Person mit einziehen kann.
Eine 2Zimmerwohnung ja, aber sie möchte nicht den ganzen Tag ihr Krankenbett sehen, sie möchte eine kleine Stube für sich, ein Refugium abseits der Krankheit was ich mehr als verstehen kann.

Und nun fragte sie mich heut um 9Uhr, wie sie das hinbekommen könnte?
Ja, wie nur. Eine 4 ZimmerWohnung, 2Zimmerchen für sich und 2 für die betreuende Person und dann noch behindertengerecht und mit Sozialhilfe.

Wisst ihr, wie schwer es ist, einen Menschen zu finden, der gern diese Aufgabe übernimmt ohne dich einzuengen oder dir das Gefühl zu geben, ein Nichts zu sein? Ich weiß nicht, wie ich ihr helfen kann.

Wohnortwechsel heißt in diesem Fall von hier an die See......

ZuHause sagt sie auch, ist in ihr selbst. Nur dieses in ihr braucht eine Umgebung, wo sie es auch sehen kann. Wenn sie sich von der Umgebung erdrückt fühlt, dann findet sie es nicht. Es ist aber doch das, was sie braucht, um ihren Mut, ihr Lachen nicht zu verlieren.

Antworten

Zurück zu „Behindert sein - nein, nur anders sein“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast