Massives Alkoholproblem bei jungen Menschen ...

Pubertät - wirklich alles normal?
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Massives Alkoholproblem bei jungen Menschen ...

Beitrag von admin » 01.02.2010, 11:43

Hallo,

nach Recherchen des ARD-Politikmagazins "Report Mainz" begehen immer mehr Jugendliche Körperverletzungen und Gewalttaten unter Alkoholeinfluss.

Auf Anfrage lieferten elf der 16 Landeskriminalämter Vergleichszahlen, aus denen hervorgeht, dass der Anteil von alkoholisierten Jugendlichen an jugendlichen Tatverdächtigen bei Körperverletzungsdelikten und Gewalttaten in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat.

So stieg der entsprechende Wert

in Rheinland-Pfalz von 10,6 Prozent (2000) auf 23 Prozent (2008),

in Bayern von 10,8 Prozent (1996) auf 28,2 Prozent (2008),

in Brandenburg von 9,6 Prozent (2000) auf 20,1 Prozent (2008),

in Niedersachsen von 16,7 Prozent (2000) auf 21 Prozent (2008).

Kriminologe Prof. Christian Pfeiffer betont gegenüber "Report Mainz": "Aus den polizeilichen Statistiken, aber auch aus unseren Dunkelfelduntersuchungen und aus internationalen
Vergleichen können wir ablesen: Wir haben in Deutschland ein massives Alkoholproblem bei jungen Menschen, das tendenziell größer geworden ist." Quelle: SWR - Das Erste, Report Mainz

Bringt ein einheitliches Alkoholverbot für alle Jugendlichen unter 18 Jahren etwas? Welche Erfahrungen oder Beobachtungen habt Ihr schon gemacht? Trinken Jugendliche mehr und öfters Alkohol?

VG

Ina

Fratzematz

Beitrag von Fratzematz » 01.02.2010, 17:21

Ich denke mal, ein Verbot von Alkohol bringt kaum etwas, da die Kids ja meistens in der Gruppe sind, und die über 18 jährigen kaufen dann eben für die anderen mit ein.
Viel wichtiger finde ich Aufklärung, und das schon im frühen Teenageralter.
Und da sollte man auch nicht zu zimperlich mit schockierenden Fotos von Unfällen oder Spätfolgen sein.

Als mein Sohn die Realschule beendet hatte, fiel mir auf, dass er sich kaum noch mit seinen ehemaligen Freunden und Kumpels traf bzw. mit ihnen chattete.
Auf mein Nachfragen hin, erzählte er, dass in der letzten Zeit grundsätzlich auf Feten nur noch "gesoffen" wurde, und das teilweise so schlimm, dass das die Leute sich übergeben mussten, in die Ecken pinkelten und sich unmöglich benahmen.
Es war sogar einmal so schlimm, dass die Polizei anrücken musste......

Mein Sohn trinkt auch mal zwei, drei Bier, aber er ist der Meinung, dass man nur soviel trinken sollte, das man noch Herr seiner Sinne ist.

Er fand das Verhalten seiner Freunde, die alle aus gutem Hause kamen, so abstoßend, dass er sich nicht mehr mit ihnen treffen wollte.

Fipsle

Beitrag von Fipsle » 02.02.2010, 14:46

Fratzematz, dann kannst du aber von Glück sagen, dass dein Sohn so vernünftig war und ist.

Ich denke , die Aufklärung ist schon unheimlich wichtig.
Mein Sohn war jetzt Anfang der 8. Klasse zusammen mit der Schulsozialarbeiterin zur sog. "Sucht und Raucherprävention" in einer Klinik hier bei uns in der Nähe.

Die schockierenden Bilder einer Raucherlunge oder Drogenabhängigen in ihren entsprchenden Stadien, waren für die Jugendlichen sicherlich sehr beeindruckend.
Am beeindruckendsten aber, fand meiner, den Besuch eines Ex-Junkies und damit auch Ex-Knastologen, der geschildert hat, wie sehr sein Leben den Bach runter gegangen war, und wie unheimlich schwer ihm der Aufenthalt im Knast unter Entzug und die anschließende soziale Rehabilitation, gefallen war.

Aber ich denke, das alles fruchtet nur, wenn auch ein positives Vorleben der Erwachsenen in der Umgebung eines Judendlichen stattfindet.

Das heißt nicht, dass alle Erwachsenen absolute Antialks sein müssen, aber dass ein gewisses Bewustsein vorgelebt wird, und das Bier und der Schnaps nicht kistenweise als "Durststiller" in der Wohnung stehen.

Fratzematz

Beitrag von Fratzematz » 02.02.2010, 15:17

Fipsle hat geschrieben: Aber ich denke, das alles fruchtet nur, wenn auch ein positives Vorleben der Erwachsenen in der Umgebung eines Judendlichen stattfindet.
Aber auch das ist nicht immer der Fall.

Bei zwei von den Freunden meines Sohnes bin ich näher mit den Eltern bekannt bzw. befreundet.
Und trotz positiven Vorlebens des vernünftigen Umgangs mit Alkohol schießt sich besonders der jüngere der beiden bei jeder Fete komplett ab.

Ich glaube, hier geht es eher um den Gruppenzwang. Wer nicht mitmacht, wird als Außenseiter abgestempelt und gemieden.
Und wer von den jungen Leuten da nicht ein starkes Selbstvertrauen hat und sich deutlich abgrenzen kann, wird in den Sumpf mit hineingezogen.

Wie oft wird geprahlt mit allem möglichen:
- ich habe aber schon lange eine Freundin
- ich habe ein tolles Auto (selbst wenn es das Auto der Eltern ist)
- ich verdiene eine Menge Geld
- ich vertrage aber xxx Flaschen Bier

Und was macht da der Hauptschüler, der noch keine Freundin und kein Auto hat, der immer noch keine Lehrstelle in Aussicht hat?
Er versucht möglicherweise durch übermäßigen Alkoholkonsum Respekt und Anerkennung von den Kumpels zu bekommen.

Fipsle

Beitrag von Fipsle » 02.02.2010, 16:02

Frtzematz, da könntest du Recht haben.

Ein gesundes Selbstvertrauen muss aber auch im Elternhaus erst einmal gebildet werden.
Ich weiß, dass auch das nicht immer funktioniert.
Oft ist ja das Vorbild gerade aus dem Elternhaus eben "UNCOOL", also muß man sich da als Jugendlicher vielleicht erst recht disantzieren.
COOL sind dann die Freunde und wenn es die falschen sind, dann sind wir wieder in deiner geschilderten Schiene angelangt ;(

Balou

Beitrag von Balou » 10.02.2010, 21:30

Ja,Fipsle
sowas in der Art habe ich auch gedacht.
Die Jugendlichen wollen sich von den "uncoolen" Eltern distanzieren und die falschen Freunde kommen bestimmt auch noch dazu.... :(

LG
Balou

fabel

Beitrag von fabel » 11.02.2010, 08:25

Vielleicht ist es auch die kaputte Gesellschaft, die dazu führt, dass Jugendliche soviel trinken. Es zählt doch nur noch Geld , Konsum, Leistung und nicht mehr der einzelne Mensch.
Der Druck, der auf den Jugendlichen lastet ist doch immens. Und dann die ungewisse Zukunft in der nichts mehr sicher ist.
Vielleicht ist es wirklich ein Distanzieren vom heutigen Lebensstil.

Fratzematz

Beitrag von Fratzematz » 12.02.2010, 17:32

Ich denke, für einen Großteil der Jugend sind Begriffe wie Pünktlichkeit, Verantwortungsbewusstsein, Pflichtgefühl und Treue einfach Fremdwörter.

Dazu kommt, dass viele Kinder so erzogen worden sind, dass immer nur Rücksicht auf sie genommen wurde. Z. B. bei Problemen in der Schule sind die Eltern sofort auf die "Barrikaden" gegangen, bei Streit unter Freunden sind die Eltern gegenseitig auf einander losgegangen, anstatt den Streit die Kinder unter sich austragen zu lassen.
Zugunsten der lieben Kleinen haben die "Alten" immer zurückgesteckt, um den Kindern jeden Wunsch zu erfüllen.
Wie sollen Kinder bei solch einer Erziehung verstehen, dass sich nicht immer alles um sie dreht, wie sollen sie so lernen, sich selber mal hinten an zustellen?

Und in der Zeit der Pubertät, wo sich allmählich die Weichen für's spätere Leben stellen, stehen die Kids dann plötzlich vor unlösbaren Problemen, weil sie sich ja dann von den Eltern abnabeln wollen.

Und um aus der Realität zu fliehen und wenigstens für einige Zeit mal die Probleme zu vergessen, greifen sie zu Alkohohl und Drogen.

Fipsle

Beitrag von Fipsle » 14.02.2010, 19:17

Ja Fratzematz,ich glaube du kommst dem Problem relativ nahe mit deiner Einschätzung.

Aber sind die Jugendlichen, die nicht in diese Schiene abfallen, dann immer Kinder aus "gut" erziehenden Elternhäusern?
Kann eigentlich ncicht sein, denn manchmal stürzt nur eines von mehreren Geschwistern ab.
Ist es dann vielleicht eine Kombination aus Erziehung und Charakterstärke???

Sandra

Beitrag von Sandra » 15.02.2010, 10:29

das was ich gelsen habe stimmt vieles , kann ich auch befürworten docgh dieses
ist es dann vielleicht eine Kombination aus Erziehung und Charakterstärke???
dieses Selbstwertgefühl ist bei vielen ziemlich unten, das Vorleben bei vielen ist auch nicht gerade das beste.
Mein jüngster, der hat auch schon so einiges hinter sich und der hat sein vater nicht vor gelebt bekommen mit dem Alkohol weil der Alkoholiker war und als er Geboren ist sein Vater ein Trockener war., doch von 3 Kinder ist er der eher betroffen ist mit dem Alkohol abzurutschen.
In diesem Jugenddorf war das ein shclimmer Zustand ich schimpfte da gewaltig dass sie das nicht sehen wie die sich alle absaufen. Und dort wenn sie zu einen Freizeiturlaub hatten waren selbst die Betreuer besoffen aber wie, das war vorleben. Ich konnte reden was ich wollte und auch mein Jungen , genauso mti seinem Vater was passieren könnte und gesundheit abe rnichst half. Dieser Gruppenzwang und auch stark sich fühlen wenn er viel Bier sauft usw. ... wenn er 2008 zu mir zu besuch kam, wusste er die Promille vom Biersorten und brachte meinen Freund Flaschenbier mit um ihm wie so ich bring dir das mit dann sidn wir Kumpels so auf diese Art. O man, das hat der noch aus der Küche geekalut im Vorratskammer sogar. Lauter solche Sachen, gemacht ich habe dort denen die Hölle heiss geamcht udn auch meinen Sohn verpiffen doch wie soll er es kapieren dass das der falsche Weg war.... und sagte auch wenner so trinken tut und auch bei uns wenn er heimlich am Kiosk Bier trinken tut nicht mehr zu mir kann. Gut es hat geholfen sogar , er redete jetzt dass er nicht mehr so trinkt aber doch sich zu ballert mit Freunden öfters, doch weniger wie früher... bei meinen Sohn kann ich es verstehen auf eine Seite mit siener Vergangenheit und den Tod seines Vaters. Sein Selbstwertgefühl ist nciht das beste und sein Stand im Leben ist auch nicht einfach, nach aussen ist er so alles prima und toll . Ich schaffe alles und innerlich so fertig und Ängstlich und ernst.
Ich kenne viele die sind reich und haben Töchter oder Söhne die trinken um sich Freunde zu erkaufen und sich festhalten weil sie Zukunftängste haben. Ich kenn arme sozialschwache Familie, die fest stehen im Leben und nichts trinken aber auch da gibts unterschiede und alle wenn man schaut die Zukunft, der grosse Druck alleine da zu stehen weil auch viele sich nicht mehr intressieren was macht mein Kind in der Schule , was macht mein Kind in der Ausbildung. Die Eltern verwirklichen sich in der Freizeit und das Kind macht irgendwas anderes. Dann wissen viele gar nicht wo und was sie machen.Schicken sie raus, lass mich in Ruhe arbeite so viel.
Hier sehe ich viele die Bierflaschen in den Händen haben, wo sie gar nicht dürften in Scharen und gross rum schreien wie cool sie sind , was steckt dahinter die Einsamkeit oftmals weil sich keiner mehr intressiert.Diese Wärme in der Familie fehlt vielen und das extreme gibts die erdrücken die Ängstlichen Eltern die ihre Kinder vor der Welt schützen wollen, die dann ausbrechen und zu der Flasche greifen.
Hier bei mir in NRW ist ja Gang und gebe dass alle ob Alt, Jung trinken bei jedem Anlass und auch keinen , die sind hier wirklich keine Vorbilder den Kindern. Kindergartenfeste, ich dahcte ich sehe nicht einen Bierwagen mitten im Fest die kleinen Kinder ihre basteleien zeigten oder spiele machten und die Kinder hinrannten zu ihre Eltern mit dem Glas bier in der Hand und nicht nur ein Kindergarten sondern üebrall das selbe. Wohin soll das führen dann, zum trinken natürlich weils ganz normal geworden ist schon.Das hats bei uns in Stuttgart nicht gegeben.
Aufklärung hatte mein Sohn auch mit Alkohol ob in der Schule oder im Jugenddorf , ja und es nützte das auch nicht mit wüsten Bilder aus den schlimmen Fällen.
gruss Sandra

Fratzematz

Beitrag von Fratzematz » 15.02.2010, 11:54

Ich denke mal, es liegt an jedem Menschen selbst, in wie weit er dem Gruppenzwang erliegt.....

Bei uns zu Hause war es z. B. so, dass meine Eltern gerne in geselliger Runde mal ein Gläschen Wein tranken bzw. Bier, Likör oder Cognac.
Aber das artete nie aus....
Dazu kam, dass Vater und Mutter Raucher waren.

Meine Schwester und ich dagegen sind beide Antialkohohliker und Nichtraucher.
Wir haben einen "vernünftigen" Umgang mit Alkohohl vorgelebt bekommen, haben uns aber beide gegen den Konsum entschieden.

Ich selber habe in meinem ganzen Leben noch keinen Zug aus einer Zigarette probiert.

In der Schule wurde ich deswegen des öfteren als "feige" bezeichnet.
Das "Hänseln" bewirkte bei mir jedoch das Gegenteil von dem, was es bezwecken sollte:
Ich war stolz darauf, anders zu sein als die meisten anderen, mich nicht mit ihnen in einen Topf schmeißen zu lassen, nicht das zu tun, was "alle" tun.....

Dazu muss ich noch sagen, dass ich in dem Alter, wo das "Trinken" und Rauchen anfängt (bei uns war es damals mit 12 - 14 Jahren) so gut wie gar kein Selbstbewussein hatte. Ich war sitzengeblieben und musste vom Gymnasium zurück auf die Realschule. Aufgrund meiner Statur hielt man mich immer noch oft für einen Jungen anstatt für ein Mädchen, und ich musste so manches Getratsche und Getuschel über mich ergehen lassen.

Trotzdem hat es niemand geschafft, mich zu etwas zu überreden, was ich nicht wollte.

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