Sorgen um Sohnemann

Pubertät - wirklich alles normal?
~ Keine leichte Zeit für Eltern & Kids ~
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Chrissi

Sorgen um Sohnemann

Beitrag von Chrissi » 06.06.2011, 18:16

Hallo ihr Lieben,

ich brauche mal einen Rat. Mein ältestes Kind. Nico 11 Jahre, macht mir seit einiger Zeit ziemlich viel Ärger und Sorgen. Sein Verhalten ist echt extrem. Frech, versucht an meine Grenzen zu gehen bis zu Anschlag in jeder Hinsicht. Schulische Leistungen lassen auch zu wünschen übrig. Gestern hatten wir mal wieder einen Zwischenfall den wir dann ausgiebig diskutierten. Da sagte er zu mir er weiß auch nicht was los ist mit ihm. Er ist oft so traurig oder wütend. Er kann da gar nichts dagegen machen. Das hat mich jetzt doch sehr besorgt gemacht. Ich habe Angst das er mit seinen 11 Jahren Depressionen bekommt. Oder liegts an der Pupertät? Sollte ich mir Sorgen machen und was dagegen tun?

Lg
Chrissi

Maria*

Beitrag von Maria* » 06.06.2011, 18:35

Mein Sohn (30) war sehr pflegeleicht, ich hatte in diesem Alter nie Probleme mit ihm. Die kamen erst 20 Jahre später...und sind im Grunde auch keine echten Sorgen mehr.
Was ganz wichtig ist, rede mit ihm, über alles und wenn es noch so belanglos erscheint. Reden ist sehr wichtig. Hat er Probleme, wird er sich Dir mitteilen wollen. Versuche mit ihm gemeinsam eine Lösung zu finden. :ja:
Und sicher wird die beginnende Pupertät auch ihren Teil dazu beitragen. Wenn die Hormone beginnen zu kreiseln, dann kann es schon mal zu Gefühlsausbrüchen kommen. :cool:

mary

Beitrag von mary » 07.06.2011, 06:48

Ich denke, das ist eine heftige Pubertät... :eek:

Sara
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Beitrag von Sara » 07.06.2011, 16:40

Wichtig ist, dass du für ihn da bist und das allerwichtigste ist, ihm klar zu machen und deutlich zu sagen, dass du ihn immer liebst, auch wenn du sein Verhalten manchmal alles andere als gut findest.

Wichtig ist, sich Zeit zu nehmen und zuzuhören. Manchmal einfach nur zuhören (aktiv, nachfragen), ohne zu bohren, ohne irgendwas rausbekommen zu wollen.

Manchmal befindet man sich in einem richtigen Teufelskreislauf. Das Kind hört nicht, man schimpft, das Kind fühlt sich abgelehnt und unverstanden, und hört gleich gar nicht.
Kinder in dem Alter haben viele Probleme mir sich und der Welt und nur wir Erwachsenen sind reif genug, den Teufelskreislauf durchbrechen zu können. Manchmal muß man die Kinder einfach mal lassen.
Was man gar nicht sollte, ist fragen "warum hast du das und das getan" und auf eine Antwort pochen. Denn manchmal wissen sie es selbst nicht. Was also sollen sie uns sagen. Hinzu kommt, dass sie sich manchmal schämen.

Vielleicht hilft dir, ihn zu verstehen. Dass er an seine Grenzen gehen will, ist normal, es liegt in seiner Natur und seiner Hauptaufgabe, sich von euch Eltern abzunabeln. Das heißt nicht, dass du alles durchgehen lassen sollst, in Gegenteil. Verstehen, heißt konsequent zu sein, ohne dem Kind dafür böse zu sein, dass es so ist, wie es ist. Eben über allem die Liebe nicht verlieren.

Vielleicht hast du ein paar spezielle Situationen, so allgemein gehalten ist es nicht einfach zu helfen.

Chrissi

Beitrag von Chrissi » 07.06.2011, 18:17

Hallo ihr Lieben

danke für Eure Gedanken und Antworten.

Ja in der Tat. Es ist ein Teufelskreis. Und in dem gehts uns und unserem Kind immer schlechter. Wir streiten immer fort und schimpfen und es dreht sich und dreht sich. Ich weiß das er zur Zeit in einem Gefühlschaos steckt. Besser gesagt, jetzt weiß ich es. Ich habe es begriffen. Aber trotzdem kann ich ihm nicht alles durchgehen lassen. Er ist oft so frech und unverschämt zu mir. Ich bin der Meinung das bei alles Freiheiten die er hat der Respekt vor uns Eltern da sein muss. Und vieles was er tut macht mir einfach im Herzen weh. Ein Beispiel habe ich grad weil es erst am Sonntag war. Meine beiden Kinder waren von Do - So auf einer Kinderfreizeit der Kirche. Schon bei der Verabschiedung wickt er zum Abschied und weg war. Ohne Drücker und Kuß. Das tat sehr weh. Und als sie wieder nach Hause gebracht wurden sagte er kurz Hallo und ging dann schnurstracks an uns vorbei in sein Zimmer vor den Fernseh. Das war so schockierend und verletzend für mich. Da wir Mittags Gäste hatten kam ich erst abends dazu mich mit ihm darüber zu unterhalten. Ich sagte ihm wie sehr mich das verletzt hat und seinen Papa und fragte warum er das so gemacht hat. Er meinte er wäre so schlecht drauf gewesen das er einfach seine Ruhe haben wollte. Er meinte das er öfter mal traurig oder wütend ist und er nicht weiß warum.

Meine Kinder sind mein Leben und ich tu alles für sie. Ich bin da so gut ich es kann. Versuche über alles zu reden und zu erklären. Aber in letzter Zeit habe ich das Gefühl das wir aneinander vorbei reden. Zu meiner Mutter sagte er am Sonntag er kann mir nichts recht machen egal was er macht. Das stimmt aber nicht. Ich weiß nicht wie ich mich richtig ihm gegenüber verhalten soll das es ihm gut geht und er sich verstanden und geborgen fühlt.

Sara, wie meinst Du das "einfach lassen"?

:/ Chris

Vicky

Beitrag von Vicky » 07.06.2011, 18:24

Ich hab zwar keine Kinder gehabt, aber man weiß seit einiger Zeit, dass sich das Gehirn bei Jugendlichen verändert. Alte Bahnen werden gekappt und neue ausgebildet.
Mit andern Worten, Dein Sohn kann eigentlich nichts für sein Verhalten.
Und was kannst Du tun ?
Wenig. Helfen, wenn er Hilfe braucht und WILL, egal bei was und ansonsten brauchst Du starke Nerven, bis diese Zeit überstanden ist.
Naja, alle meine Freundinnen mit Kindern hatten solche Probleme und oft kam die eine oder andere mal an, um sich auszuheulen oder zu reden.
Damals wusste man noch nicht, was da im Hirn bei pubertierenden Kindern passiert.
Und heute ?
Alle sind brave und liebe Menschen geworden...........Hoff einfach darauf, vllt. wirds ja dann etwas leichter.

Sara
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Beitrag von Sara » 07.06.2011, 20:01

Vicky hat, wie ich finde, den Finger drauf.
Man kann im Grund wenig tun, ausser Verständnis haben. Und immer Hilfe anbieten, aber nur wenn ER will. Sonst rennt man gegen verschlossene Türen.

Mit lassen meine ich, ihn einfach mal eine Weile in Ruhe lassen. Vielleicht kommt er ja da irgendwann alleine mit seinen Problemen?
Ich habe mal irgendwo gelesen, da ging es um Kindererziehung: Wem es gerade am schlechtesten geht, dem soll man mehr nachgeben. Und offenbar geht es deinem Sohn schlecht. Deswegen vielleicht in manchen Dingen jetzt etwas mehr ein Auge zudrücken und wenn die Phase vorbei ist, dann wieder etwas mehr "die Zügel anziehen". NUr so kann man den Teufelskreislauf durchbrechen. Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht. Manchmal gehts mir auch nicht gut und ich bin genervt und ich bin dann auch froh, wenn meine Mitmenschen dann etwas mehr Nachsicht mit mir haben und manche Dinge mit einem Augenzwinkern abtun.

Zu der speziellen Situaition. Ich finde das jetzt gar nicht so schlimm von ihm. Er liebt dich trotzdem, du darfst es nicht persönlich nehmen, das ist ganz wichtig. Er brauchte seine Ruhe und die soll er auch bekommen. Er ist nicht respektos, so darfst du das nicht sehen. Nur eben etwas durcheinander mit sich und der Welt.
Das einzige was ich nicht so gut finde, ist der TV im Zimmer eines 11jährigen, aber das ist ein anderen Thema. Ich finde es okay, dass du ihm sagst, dass dich das verletzt, denn das ist ja auch ehrlich, aber damit soll es auch gut sein, ich würde nicht mehr weiter darauf herum hacken.

Gut finde ich auch kleine Zettelchen. Du könntest zum Beispeil einen auf sein Kopfkissen legen "Oma hat mir gesagt, du denkst, du könntest mir nichts Recht machen. Ich denke sehr darüber nach, wie du darauf kommst. Vielleicht können wir ja irgendwann mal bei einem Eis drüber reden. Sag Bescheid! Ich liebe dich. Deine Mama" Oder so in der Art. Vielleicht sagt er auch nie Bescheid, aber er merkt, dass du versuchst ihn zu verstehen.

Vicky

Beitrag von Vicky » 08.06.2011, 17:36

Was hatten es meine Eltern gut, dass ich in den schlimmsten Jahren in einem Internat war...........
Ich weiß, das hilft Dir jetzt nicht. Aber irgendwie musst Du durch die Zeit kommen und trags mit Fassung............
Vllt. ist es auch gut, den Jungen zu beobachten, nicht das er irgendwo hingerät, wo Du ihn nicht haben möchtest.
Jemand hat es mal so gesagt: Kinder in der Pubertät sind einfach nicht zurechnungsfähig.
Ob das so ist, naja, vllt...............

Chrissi

Beitrag von Chrissi » 11.06.2011, 16:32

Hallo ihr Lieben

sorry das ich mich jetzt erst wieder melde. War bissel malad!!

Vielen Dank für Eure lieben Worte und ausführlichen Antworten. Es hat mich sehr viel weiter gebracht und hat mir geholfen. Ich hatte auch viele gute Gespräche mit meinem Mann deswegen und er siehst es auch so wie ihr. Ich werd jetzt versuchen das so um zu setzen wie ihr es empfohlen habt. Es ist allerdings schwer, finde ich, die Grenze zu finden wann soll ich verständnis haben und drüber weg sehen und wann ist es angebracht was zu sagen und auch zu bestrafen wenn er sich dabneben benimmt. Den es ist ehrlich so das es sich doch schon öfter mal mit gegenüber sehr im Ton vergreift. Ich bin ja schließlich nicht sein Fußballkamerad sondern die Mutter und ich finde da ist es schon angebracht nicht so ein freches Mundwerk zu haben, oder wie seht ihr das?

Lg
Chris

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