Die späte Pubertät

Pubertät - wirklich alles normal?
~ Keine leichte Zeit für Eltern & Kids ~
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weide202

Die späte Pubertät

Beitrag von weide202 » 04.10.2007, 12:02

Mein Sohn wird nächste Woche 21. er kommt mir vor, als wenn er in der Pubertät wäre. Nur miese Laune. Wenn man ihn was fragt nur brummige Antworten, wenn überhaupt. Im normalen Pubertätsalter war er recht umgänglich. Vielleicht holt er es jetzt nach.
Ich muß dazu sagen, daß er sehr kontaktscheu und schüchtern ist. Auch auf Familienfeiern redet er nur, wenn er angesprochen wird und dann auch nur kurze Antworten.
Nun hat ihm ein Arbeitskollege den Floh ins Ohr gesetzt, auszuziehen. Ich muß dazu sagen, daß er im 3. Ausbildungsjahr ist. Ein Auto zu finanzieren hat. Wenn ich dann frage, wie er sich das vorstellt. Kommt so was: Ausbildungsgeld, Kindergeld, Wohngeld. Damit würde er schon auskommen. außerdem hätte er es dann nicht weit bis zur Arbeit. Nur was wird nach der Ausbildung? Die Firma übernimmt Niemanden.
Bei seinem Verhalten würde ich schon manchmal gerne sagen: "Ja ist gut dann zieh doch aus."
Kennt Jemand so was?

highlandfee

Beitrag von highlandfee » 04.10.2007, 18:38

naja in dem Alter sind meine zwei Diven "gottseidank" oder manchmal auch "leider" noch nicht*lach* aber mit 21 kann man die Kids doch eigentlich ruhig ziehen lassen...irgendwann müssen sie ja mit der realität des Alleinlebens zurechtkommen, egal wie hart das sein kann und mit allen wenn und aber. Trotzdem kann cih aber auhc dich als Mom verstehen wenn du sagst..möööönsch mach erst mal die Ausbildung fertig und mach dir danach noch Gedanken darüber

weide202

Beitrag von weide202 » 04.10.2007, 18:47

Es ist ja nicht so, daß ich ihn nicht gehen lassen will. Er ist zwar das letzte meiner 3 Kinder aber ich würde auch die Ruhe genießen. Nur reicht sein Geld ja so mal grade. Wie soll es mit einer eigenen Wohnung gehen? Jetzt ist wieder was am Auto dran, da muß ja auch das Geld für da sein.

viola

Beitrag von viola » 04.10.2007, 21:17

Hallo weide...

kann dich sehr gut verstehen....leider ist bei deinem Sohn die finanzielle Basis für ein selbständiges Leben gar nicht gegeben....und verschuldet ist er schnell!Frage:Wäre denn eine Wohngemeinschaft mit Freunden/oder sonstwem...eine Möglichkeit?Dann könnte er seinen Wunsch nach einer eigenen "Bude"mit dem geringsten finanziellen Risiko verwirklichen.

Idealerweise macht er aber erst seine Ausbildung fertig....bei dem derzeitigen Arbeitsmarkt ist es ja fraglich,wann er eine Festanstellung findet.

Bin selber sehr früh zu Hause ausgezogen...aber da sah der Arbeitsmarkt ja auch deutlich besser aus...

Die heutige Jugend ist da deutlich schlechter dran...

Liebe Grüße

viola

highlandfee

Beitrag von highlandfee » 05.10.2007, 06:18

Stimmt Viola, eine WG ist eine Prima Idee!!!!!! Kosten werden geteilt, man ist nicht allein und trotzdem für sich!!

Ich gehörte auch zu den Frühstartern was alleine Wohnen angeht, allerdings ist es richtig wie du schreibst. Die Arbeitsmarktsituation war da noch etwas anders. Wie lange dauert denn die Ausbildung von Sohnemann noch?

weide202

Beitrag von weide202 » 05.10.2007, 08:17

Nächstes Jahr im Frühsommer wären die Prüfungen.
Das Problem mit der WG wäre wahrscheinlich, daß mein Sohn leider ein Einzelgänger ist. Die letzten 5 Jahre war bei uns zu Hause nie irgendein Besuch für ihn. Meistens fährt er an einem Tag des Wochenendes zu einem Kumpel, den er von der Arbeit kennt. Habe auch schon gedacht, ob er sich wegen irgendwas hier zu Hause schämt (weiß man ja nie) kam aber nur "ne warum?". Ach ist das alles schwierig.
Muß aber dazu sagen, daß er kein so gutes Verhältnis zu seinem Vater hat. Die zwei können einfach nicht miteinander und ich stehe immer dazwischen.

highlandfee

Beitrag von highlandfee » 05.10.2007, 19:07

Gerade dann ist eine WG vielleicht gar nicht so der verkehrte Weg!! Hier hat er, zwanglsläufig, Anschluss an Leute. Er kann aber auch jederzeit sagen..nööö lasst mcih mal ich mag allein sein. Wg heisst ja nicht verpflichtend jeden Tag etc mit den Mitbewohnern, wie sagen die so schön, abzuhängen :D ;)

weide202

Beitrag von weide202 » 06.10.2007, 08:56

Da hast Du irgendwie Recht. Werde mal versuchen, dies Thema mit ihm zu besprechen. Wäre vielleicht keine schlechte Idee.

viola

Beitrag von viola » 06.10.2007, 20:05

Hallo Weide....

dein Sohn hatte 5 Jahre keinen Besuch???Ich würde ihn auf gar keinen Fall
in eine eigene Wohnung ziehen lassen-allein.
Hälst du es für möglich,das er ein massives psychisches Problem hat?
Denke da an Depressionen...halte das bei einen jungen Menschen für völlig unnatürlich...keine Kontakte ...keine Einladungen..kein Spaß...

Möchte dich nicht beunruhigen-aber das empfinde ich als sehr bedrohliche Anzeichen...

Liebe Grüße


Viola

Chris62

Beitrag von Chris62 » 06.10.2007, 22:53

Hallo Weide

Wir haben die gleichen Problemkinder, mein Sohn 22 wollte im vorigen Jahr ausziehen, er macht zur Zeit eine Lehre als KFZ-Mechatroniker, wird im März 08 fertig und weiß, dass er nicht übernommen wird. Das Lehrlingsgeld fällt auch nicht gerade üppig aus.
So habe ich ihn auf Wohnungssuche geschickt. Er ist sehr anspruchsvoll. Er hat dann auch nicht das passende gefunden, billig, schick und groß sollte sie sein und das passte nicht so recht, nach der Rechnung für Strom, Telefon, Essen und sonstige Auslagen, war ja auch sein Geld schon 3 mal am Ende.
Er hat die ganze Sache jetzt erst einmal auf Eis gelegt und sich ein Zimmer in unserem Haus eingerichtet sogar mit seperatem Eingang. Vom Sparen hält er ja auch nicht viel.

LG Chris

weide202

Beitrag von weide202 » 07.10.2007, 10:57

@Viola
Du hast schön Recht, daß er ein psychisches Problem hat. Vor Jahren war er auch in Behandlung. (Hat aber nichts gebracht) Dann hat er sich gesperrt. Er meinte er hätte keine Probleme. Da kann man nichts machen, wenn jemand nicht will. Ich hoffe immer noch darauf, daß er mal ein nettes Mädchen kennen lernt und sich dann fängt.

Vicky

Beitrag von Vicky » 07.10.2007, 20:00

Hallo,

das, was ich hier gelesen habe, also da bin ich doch mal wieder froh, dass ich
keine Kinder habe.
Aber manchmal hab ich schon gedacht, wäre vllt.doch schön gewesen.......
Ich habe im Sommer immer mal die Enkelkinder von Freunden aus Ungarn hier. Noch heute denke ich an die 6 Wochen, als ein Mädchen, namens Palma hier war. Sie war 14 !
Als sie heim gefahren ist, habe ich wirklich 3 Kreuze gemacht. Heute ist sie eine junge Frau, die ihr Studium beendet im nächsten Jahr.
Aber damals, ich war manchmal nahe dran und hätte ihr am liebsten eine gescheuert.
Meine Eltern hatten es mit mir gut, ich bin mit 15 weg von zu Hause und in eine Internatsschule gegangen. So unter fast Gleichaltrigen war das nie ein Problem .

Vicky

viola

Beitrag von viola » 10.10.2007, 10:55

Hallo zusammen....

Vicky....kann man nicht immer so sagen.....bin froh das mein Sohn unser ist---sonst müßte ich ihn klauen!!!!Bis auf Kikikram ein tolles Kind....!!!!!
Das ist auch die Meinung meines Mannes (Mamas können ja schon mal betriesblind sein ;D )



@ Weide...vermute,das dein Sohn einen blöden Therapeuten hatte!!!!

Ist oft so...das viele Psychologen dringend selbst eine Therapie brauchen!!!!!!

Ganz schwer einen vertrauenswürdigen,motivierten Behandlungspartner zu finden....zumal psychisch Kranke meist super sensibel und oft hochintelligent sind und Geschwafel sehr schnell durchschauen.

Es gibt Selbsthilfegruppen für ANGEHÖRIGE....das ist sehr hilfreich und informativ....dort bekommt man mit Abstand die besten Tipps.
Außerdem trägt das auch zu deiner Entlastung(psychisch) bei.Kann es dir nur dringend empfehlen,so eine Gruppe zu kontaktieren.Würde ich Sohni aber auf keinen Fall erzählen!!!!!!!!

Liebe Grüße

viola

weide202

Beitrag von weide202 » 10.10.2007, 12:43

Viola, hast mit den Therapeuten schon recht. Nur wir hatten 3 verschiedene und es hat nicht geklappt. Mit der Intelligenz hast du recht. Mein Sohn wurde getestet und für sehr begabt befunden. Nur leider hat er daraus nicht viel gemacht. Ich denke das Problem bei mir ist, daß ich noch nicht so ganz erkannt habe, daß er 21 Jahre alt ist und erwachsen. Aber erwachsene Kinder im Haushalt bleiben halt immer die Kinder.
Freut mich, daß Euer Kind so problemlos ist. Wie alt ist er denn?

Vicky

Beitrag von Vicky » 10.10.2007, 20:03

Hallo zusammen,

ich habe orgendwann mal eine Doku im TV gesehen, die sich mit der Pubertät befasst hat.
Das Ergebnis war, dass die Kinder in dieser Zeit einfach nicht zurechnungsfähig sind. ich kann nix dafür, das wurde da anhand von Gehirnuntersuchungen erklärt und danach sind wohl Verbindungen innerhalb der Neuronen gekappt und gehen mit der Zeit dann neue Verbindungen ein (oder so*g*)

Also Mütter und Väter, Eure pubertären Kinder sind nur eine Weile nicht zurechnungsfähig. Wie lange das alles dauert, weiß ich nicht mehr.......

LG Vicky

weide202

Beitrag von weide202 » 10.10.2007, 21:26

Danke Vicky, dann warte ich mal auf das Ende. Vielleicht so mit 25 oder 30 :D

Vicky

Beitrag von Vicky » 11.10.2007, 17:47

Naja, Weide,wie gesagt, ich habe nur nachgeplappert, was ich mal gehört bzw. gesehen habe.
Jedenfalls Hoffnung kann man immer haben, oder? :lach:

Vicky

viola

Beitrag von viola » 13.10.2007, 05:27

Hallo zusammen....


@ Weide...Sohni ist 15 geworden...und wir empfinden es alles großes Glück

das er recht unproblematisch und gesund ist!

Da ich durch meinen Job an der Schule oft mit echten Härtefällen arbeite,wird mir oft bewußt...wie gut ich es habe!

Es ist nämlich ein riesen Unterschied-ob man sich um ein fremdes oder das eigene Kind sorgt!

Kind bleibt Kind...egal ,wo es wohnt und wie alt es ist.....meine Mutter sagt mir heute noch,ich soll vorsichtig fahren,mir mehr Pausen gönnen usw. :ja: :ja: :ja:



@ Vicky...kann deinen Fernsehbericht nur bestätigen,ich fasse es mal in einem Satz zusammen:




_________Entweder sie wachsen---oder sie denken!__________________

(Sohni wächst zur Zeit )


Könnte euch da Dönnekes erzählen...kids haben zum Teil solche geistigen

Aussetzer...wie zerstreute Professoren !

Könnte mich manchmal auf den Boden werfen vor lachen......


Liebe Grüße


viola








:lol:

Chris62

Beitrag von Chris62 » 13.10.2007, 13:34

Ja diese verfluchte Pubertät, da glaubt man dem Sohn geht´s besser, da kommt auch noch das Töchterchen, sie ist 14 und seit 2 Jahren in der akuten Pubertät´s Phase. Manchmal anschmiegsam wie ein Kätzchen und dann aber wieder wie ein Elefant im Porzellanladen. Manchmal ist es zum verzweifeln.
Aber das schaffen wir auch noch, wäre doch gelacht.

LG Chris

Gisa

Beitrag von Gisa » 16.09.2008, 07:41

Hallo zusammen.

Ich denke, diese Probleme haben wir speziell heute.

Früher gingen Kinder mit 14 in die Lehre und waren dementsprechend früher auf eigenen Füßen. Die haben sie dann dazu benutzt, sich draufzustellen und ein eigenes Leben zu beginnen, weil das aus den verschiedensten Gründen so Usus war. Dieser Ablauf entsprach den Lebensreifegraden in den menschlichen Entwicklungszeiten. Kinder wurden so früher erwachsen und selbst Eltern und gingen so auch wieder anders mit ihren Kindern um, als "ältere Eltern".

Meine Mutter (jetzt 85) hatte beispielsweise 5 Geschwister. Da waren andere Sachen wichtig, als dass man darüber hätte spinnen können, ob man wohl eine schicke Wohnung haben wollte...
So gingen die Kinder eines Bergmanns früh in die Welt und hatten zu tun, ihr Leben zu meistern. Sie hatten wenig Gelegenheit, sich zu langweilen und über sich und das Leben nachzugrübeln und schließlich unzufrieden zu werden....

Selber aber heiratete sie - ich denke ein Stück weit auch kriegsbedingt - spät und bekam auch relativ spät Kinder, die sie behütete und bis heute als Kinder betrachtet. Lange nicht loslassen wollte...

Meiner Ansicht nach liegt der Haken seit der Wirtschaftswundergeneration heute darin, dass es uns und unseren Kindern einfach zu gut geht und sie zu lange als infantil behandelt werden und sich auch so fühlen.

Was dabei herauskommt, sind unzufriedene und unfertige junge (erwachsene) Menschen. Unterfordert. Unterschätzt, deswegen häufig mit wenig Selbstwertgefühl und Selbstsicherheit. Und sie stehen in einer Welt der Überflutung mit Reizen und Anforderungen...

Leider kann ich da absolut aus Erfahrung sprechen und rede auch von meinen eigenen drei Kindern. Ich habe mir zu diesem Thema schon viele, viele Gedanken gemacht.
Es ist ein sehr schwieriges Thema.

Brigitte

Auszug

Beitrag von Brigitte » 11.11.2009, 20:53

Hallo Ihr,

Mein Sohn (20) ist gerade ausgezogen :juggle:

Er hat sein Abi in der Tasche und ist nun am Studiern, in der selben Stadt.

Ich denke das es wichtig ist das man so früh wie möglich auf eigene Beine steht den nur dann kann man richtig Erwachsen werden. Auch wenn das Geld knapp ist und er auf einiges verzichten muss, so genießt er es doch seine erste eigene Wohnung.

Das beste aber ist, das er mich fast täglich anruft und wir richtig tolle Gespräche führen.

Aber das wichtigste ist das ich meinem Sohn immer noch zuseite stehen kann wenn auch aus der ferne.

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