Mobbing im Schulalltag
- 19. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Mobbing ist für viele Eltern ein Albtraum. Besonders die Ungewissheit wiegt schwer: Oft vergeht viel Zeit, bis betroffene Kinder sich offenbaren und über ihre Ausgrenzung sprechen.

Wann ist es wirklich Mobbing? Nicht jeder Streit ist gleich Mobbing.
Von Mobbing sprechen wir erst, wenn Gewalt oder Ausgrenzung systematisch über Wochen hinweg stattfinden. Ob durch gezielte Lügen, totale Ignoranz, Drohungen oder ständige Hänseleien – das Ziel ist immer das soziale „Fertigmachen“ eines Mitschülers.
Der Begriff Mobbing stammt aus dem Englischen und bedeutet anpöbeln. Mobbing kann sich als offene oder subtile Gewalt äußern. Ziel ist stets die soziale Ausgrenzung eines Einzelnen. Gerade unter Schülern hat Mobbing zum Ziel, einen einzelnen Klassenkameraden fertig zu machen.
Wer wird zum Ziel? – Die Dynamik hinter Mobbing
Mobbing ist kein privater Konflikt zwischen zwei Kindern, sondern ein Problem der gesamten Schülergruppe. Es entsteht eine gefährliche Eigendynamik, die gestoppt werden muss, bevor sie außer Kontrolle gerät. Oft trifft es Kinder, die ohnehin unsicher sind oder ein geringes Selbstvertrauen haben. Doch letztlich kann jedes Kind zum Ziel werden, das in irgendeiner Form aus der Masse heraussticht: sei es durch das Aussehen, die Herkunft, die Kleidung oder ein besonderes Verhalten.
Kurz gesagt: Alles, was als „anders“ wahrgenommen wird, dient den Tätern leider oft als Angriffsfläche.
In den verschiedenen Altersstufen, Klaasenstufen kann Mobbing unterschiedliche Formen annehmen:

Unterstufe: Oft werden körperlich Benachteiligte (unsportliche, kleine, dicke oder besonders brav aussehende Schüler) von anderen geschlagen.
Mittelstufe: Hier beginnt das „eigentliche“ Mobbing. Schüler werden wegen fehlender Markenkleidung, Strebsamkeit oder auch körperlicher Reife gemobbt.
Oberstufe: Besonders Strebsame werden ausgegrenzt. Jungs neigen eher zu offenen Aggressionen und direktem Mobbing; Mädchen wählen häufiger das indirekte Mobbing und verbreiten Lügen und manipulieren.
Die Täterrollen: Von aktiven Treibern und passiven Mitläufern
Um Mobbing zu stoppen, muss man die Dynamik zwischen den Beteiligten verstehen:
Die Aktiven: Diese Schüler suchen die direkte Konfrontation. Ihr Ziel ist es, Stärke zu zeigen und eine Vormachtstellung innerhalb der Clique einzunehmen. Mobbing dient hier als Werkzeug zur Selbstinszenierung.
Die Passiven: Diese Gruppe bildet das Umfeld. Obwohl sie nicht selbst schikanieren, tragen die Schüler durch ihr Wegsehen zur Eskalation bei. Aus Angst, selbst zum Opfer zu werden, bleiben sie stumm, was die Täter in ihrem Handeln indirekt bestärkt.
Maßnahmen und Hilfen bei Mobbing: Betroffene brauchen Hilfe und Unterstützung von außen.
Schüler sollten nicht wegschauen. Sie können sich an Erwachsene wenden (Lehrer, die eigenen Eltern). Schließlich sollte jedem bewusst sein, dass auch er jederzeit zum Opfer werden kann.
Eltern sollten besonders auf die Anzeichen achten. Bei einem Verdacht sollten sie das Kind darauf ansprechen. Wird der Verdacht bestätigt, so sollte nicht sofort Kontakt mit dem Täter aufgenommen werden. Das fällt nur wieder auf das Kind zurück. Besser ist es, die Schule zu informieren und um ein Gespräch zu bitten. In vielen Städten und Kommunen gibt es mittlerweile auch Mobbingberatungsstellen, an die man sich wenden kann.
Mobbing vorbeugen: Schulen sollten präventive Maßnahmen ergreifen. Viele Beratungsstellen bieten speziell für Kinder und Jugendliche Projekte und Informationstage an. Auch Eltern können Schulen anregen, solche präventiven Maßnahmen durchzuführen.
Bildquelle: Anne Garti / pixelio.de christiaaane / pixelio.de




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