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Grillen – Profitipps, wie es gelingt!

  • 15. Mai
  • 4 Min. Lesezeit
Grillplatte mit Fleisch, Gemuese und Kraeutern im Garten

Kochmuffel binden sich plötzlich die Küchenschürze um. Und aus jedem Garten und von jedem Balkon weht der verlockende Geruch von Steaks und Würstchen. Den Platz am Grill verteidigt der Mann scheinbar vehement, selbst wenn er sich strikt weigert, den heimischen Herd zu benutzen. Das belegen auch jüngere Studien eindrucksvoll.


So hat ein bekannter deutscher Discounter in einer groß angelegten Studie herausgefunden, dass in knapp 80 Prozent der Haushalte generell der Mann grillt – und das fast die Hälfte der Damen sich auch von selbst nur ungern dem Grill nähert.

Schade eigentlich, denn so entgeht ihnen eine Menge Spaß und eine Fülle von Zubereitungsmöglichkeiten für Fleisch, Fisch, Gemüse und sogar Obst, die sie in der Küche nicht haben.



Das perfekte Steak grillen


Möchte Frau ein Steak mit richtig krosser Kruste, sollte sie es scharf anbraten, damit diese überhaupt erst entstehen kann. Dafür eignet sich beispielsweise Fleisch besonders gut, dass sowieso schon eher einen trockenen Charakter hat, wie etwa Minutensteaks vom Schwein. Denn bei diesen wird der niedrige Fettgehalt (und Fett ist ja bekanntlich ein Geschmacksträger) durch die würzige Kruste besonders gut wettgemacht. Achtung: Der Grill muss dafür besonders heiß sein! Wer einen Gasgrill statt eines Kohlegrills verwenden will, sollte beim Kauf auf die Höchsttemperatur achten.

Damen jedoch, die beispielsweise auch gegen ein erstklassiges, saftiges Rindersteak mit toller Fettmarmorierung nicht einzuwenden haben, sollten dieses lieber „slow and low“ grillen, also mit langer Garzeit und möglichst niedriger Kerntemperatur.


Denn hier kann scharfes anbraten das hochwertige Fleisch schnell ungenießbar machen. Ist es nämlich „well done“, also durchgebraten, was bei zu hoher Temperatur schnell passiert ist, ähnelt es unter Umständen in seiner Konsistenz eher einer Schuhsohle. Solch ein Steak sollte nur sehr kurz auf beiden Seiten angebraten werden, um dann bei niedriger Temperatur zu ruhen – so schmeckt es so perfekt, dass die Herren gerne das Grillbesteck abgeben wollen.


Kurz zusammengefasst:

  • Trockenes Fleisch mit wenig Fettgehalt scharf anbraten.

  • Dickeres, fettreiches Fleisch wie Steak sollten besser bei niedrigerer Temperatur gegrillt werden. Auch hier gilt die Devise: kurz anbraten.



Tipps, die euch zu einem Grill-Profi machen:


Koch wendet Fleisch und Spiesse auf einem Holzkohlegrill

Wer mit Holz grillt, sollte darauf achten Holz zu verwenden, das mindestens 2 Jahre gelagert wurde, da der Geschmack des Fleisches besser zur Geltung kommt. Kein grünes Holz verwenden, dieses raucht zu stark und zerstört das Aroma!

Das Grillgut muss gleichmäßig heiß sein und sollte am besten mit einem „Anzündkamin“ auf Temperatur gebracht werden.


Die Barbecue-Sauce möglichst spät auf dem Fleisch verteilen, da diese schnell schwarz wird und nicht nur unappetitlich aussieht, sondern das Fleisch auch verkohlt schmeckt.


Das Fleisch mit einer Zange wenden und keine Gabel verwenden, da sonst der Saft austritt und das Fleisch trocken wird.


Die Ruhezeit des Fleisches einhalten (besonders, wenn es Steak ist). Diese sollte ungefähr 5 Minuten betragen.


Ein hartnäckiger Mythos: Bier über das Fleisch gießen. Das sollte in keinem Fall gemacht werden, da einerseits die Kohletemperatur zu schnell zu stark gesenkt und andererseits die Asche aufgewirbelt wird und sich auf dem Fleisch absetzt, was wiederum den Geschmack verdirbt. Der Geschmack des Fleisches wird durch das Ablöschen mit Bier nur sehr geringfügig bis gar nicht beeinflusst.


Beim Grillen von Würstchen, wenn ein Kugelgrill verwendet wird, zu Beginn den Deckel aufsetzen, da so gewährleistet wird, dass die Wurst durchgebraten ist. Ansonsten besteht die Gefahr, dass diese innen noch roh, aber außer bereits schwarz ist.

Das Fleisch sollte maximal 2 Mal von jeder Seite gegrillt werden. Tipp: Bei einem Steak am besten ein Edelstahlrost mit breiten Streben verwenden. Dadurch bekommt das Fleisch eine appetitliche Maserung.


Salzen und Pfeffern sollten Sie am besten erst kurz bevor das Fleisch auf den Grill kommt, da sonst das Fleisch aufgrund von Osmose Flüssigkeit verliert. Tipp: Pfeffern kann man das Grillfleisch auch anschließend noch. Beim Grillen selbst verbrennt dieser schnell, kann jedoch eine herrliche Kruste ergeben. Je nach Geschmack sollte hier entschieden werden.


Das Fleisch sollte nicht angeschnitten werden, um zu testen, ob es bereits durch ist. Hier ist es besser, ein entsprechendes Grillthermometer zu verwenden, um die Temperatur im inneren bestimmen zu können. Für den Anfang kann man hier auch mit einer Stoppuhr arbeiten.



Sicherheitstipps fürs Grillen


Beim Kauf eines Grillgerätes unbedingt darauf achten, dass es der DIN-Norm entspricht und ein GS-Prüfzeichen trägt.

  • Den Grill niemals unter Pavillons, Zelten oder Sonnenschirmen aufstellen: Brandgefahr!

  • Grundsätzlich nur feste Grillanzünder verwenden. Spiritus oder Benzin sind lebensgefährlich!

  • Während des Grillens niemals den heißen Grill bewegen oder versetzen

  • Die Grillkohle gut durchbrennen lassen – erst wenn sich eine Ascheschicht über der Kohle gebildet hat, sollte das Grillgut aufgelegt werden

  • Den Abstand des Rostes zur Glut je nach Gardauer des Grillgutes wählen. Hierbei gilt: Je länger die Garzeit, desto größer der Abstand

  • Mariniertes und eingeöltes Fleisch vorher abtupfen, damit kein Fett in die Glut tropfen kann

  • Grillgut erst kurz vor Ende der Garzeit mit Kräutern und Gewürzen verfeinern, da sie in der Hitze verbrennen

  • Nur frisches Fleisch verwenden – auf Pökel- und Räucherfleisch besser verzichten



Rohes Steak mit Pfefferkuernern, Rosmarin und Messer auf Holzbrett

  • Fleisch grundsätzlich mit einer Grillzange wenden – spitze Gegenstände wie Gabeln durchlöchern das Grillgut und Fleischsaft tropft in die Glut

  • Auf keinen Fall mit Bier oder anderen Flüssigkeiten ablöschen. Es entsteht gesundheitsschädlicher Rauch, der sich am Fleisch niederschlagen kann



Holzkohle oder Grillbriketts?


Gluehende Grillkohle-Briketts in Nahaufnahme

Holzkohle entwickelt eine hohe Anfangshitze und verliert dann relativ schnell an Kraft. Sie ist daher der ideale Brennstoff für Gemüse, Fisch und Würstchen, da diese Lebensmittel am besten bei mittleren Temperaturen garen.


Grillbriketts eignen sich optimal für Fleisch und Geflügel, da diese Speisen bei relativ hoher Hitze gegrillt werden sollten. Durch die intensive Hitzeentwicklung schließen sich die Poren des Grillgutes schnell und das Fleisch wird in Kürze außen knusprig und bleibt dabei innen herrlich saftig.


Bildquelle: fotoART by Thommy & Sabine Weiss / pixelio.deKlicker/ pixelio.deRainer Sturm / pixelio.de

Timo Klostermeier / pixelio.de

Quelle: Rheinbraun Brennstoff GmbH

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